Antisemitismusvorwurf: Diskriminierungsvorwürfe gegen Suse

Der ehemalige Social-Media-Manager beschuldigt das Softwareunternehmen unter anderem, Beiträge über jüdische Feiertage gelöscht zu haben.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
Lunduke war für den Social-Media-Auftritt von Suse zuständig.
Lunduke war für den Social-Media-Auftritt von Suse zuständig. (Bild: Bryan Lunduke)

Bryan Lunduke wirft Suse antisemitische Diskriminierung vor. In seinem Newsletter beschuldigt er das Nürnberger Sofwareunternehmen, das vor allem für seine gleichnamige Linux-Distribution bekannt ist, ihn zum Löschen von Beiträgen über den jüdischen Feiertag Chanukka aufgefordert zu haben. Lunduke war von 2013 bis 2017 als Social Media Marketing Manager für Suse tätig.

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2015 habe er eigenständig einen Happy-Chanukka-Beitrag auf den Kanälen von Suse veröffentlicht. Im Jahr zuvor hatte er laut eigener Aussage bereits an einem vergleichbaren Weihnachtsbeitrag mitgeschrieben. "Unmittelbar danach erhielt ich die Anweisung (vom Marketingleiter bei Suse, der ein paar Stufen über mir stand), die Posts zu löschen", schreibt er. "Außerdem wurde ich ausdrücklich angewiesen, alle Inhalte zu allen anderen Feiertagen (Weihnachten usw.) online zu lassen. Der einzige Feiertag, der entfernt werden sollte, war der jüdische."

Suse selbst betonte gegenüber Golem.de, das Unternehmen sei strikt gegen jede Form von Diskriminierung. Eine Sprecherin bestätigte Lundukes Beschwerde und eine folgende Untersuchung des Antisemitismusvorwurfs durch externe Ermittler im Jahr 2017. "Als diese Beschwerde 2017 einging, führte Suse eine gründliche Untersuchung durch und fand keine Beweise für Diskriminierung, die diese Beschwerde stützen", heißt es. "Alle Ermittler kamen zu dem Schluss, dass Suse angemessen agierte und Herrn Lunduke ohne Diskriminierung behandelt hat."

Lunduke wirft Suse darüber hinaus vor, dass es nach dem Vorfall zu Entlassungen gekommen sei, als er das Thema bei seinen direkten Managern angebracht habe. Er selbst habe das Unternehmen 2017 auch auf Druck verlassen, "einschließlich dessen, was ich als Drohungen ihrer Anwälte empfand", schreibt Lunduke in seinem Newsletter.

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"Wir dulden keinerlei Diskriminierung und behandeln alle Anschuldigungen dieser Art mit größter Sorgfalt. Unser Verhaltenskodex und unsere unabhängigen Verfahren zur Anzeige von Diskriminierung stehen für die strikte Einhaltung dieser Werte", sagt eine Sprecherin von Suse. Man praktiziere "Null-Toleranz-Politik".

Lunduke äußerte sich selbst immer wieder provokativ und wurde selbst des Rassismus bezichtigt. 2020 bezeichnete er die Demonstranten von Black Lives Matter als eine "gewalttätige, rassistische Hassgruppe" und verteidigte die Bezeichnung des Coronavirus als "Wuhan-Virus".

Nachtrag vom 11. Mai 2022, 17:38 Uhr

Eine Sprecherin von Suse bestätigte Golem.de, dass die Vorwürfe von Bryan Lunduke erneut untersucht werden. "Wir sind uns dieser aktuellen Veröffentlichungen von Bryan Lunduke bewusst und führen nun eine weitere Untersuchung in dieser Angelegenheit durch. Solange diese Untersuchung läuft, werden wir uns nicht weiter öffentlich zu diesem Thema äußern", erklärte sie.

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