Abo
  • IT-Karriere:

Antisec: Mutmaßlicher Stratfor-Hacker bekennt sich schuldig

Um das drohende Strafmaß zu verringern, hat sich Jeremy Hammond vor Gericht schuldig bekannt. Er hat zugegeben, als Mitglied des Kollektivs Antisec beim Einbruch in die Computersysteme des Sicherheitsunternehmens Stratfor sowie weiterer Unternehmen und Behörden mitgemacht zu haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Stratfor-Dateien bei Wikileaks: Recht zu erfahren, was Regierungen und Unternehmen hinter geschlossenen Türen machen
Stratfor-Dateien bei Wikileaks: Recht zu erfahren, was Regierungen und Unternehmen hinter geschlossenen Türen machen (Bild: Wikileaks/Screenshot: Golem.de)

Das Antisec-Mitglied Jeremy Hammond hat sich schuldig bekannt, in die Computer des US-Sicherheitsunternehmen Strategic Forecasting (Stratfor) eingedrungen zu sein. Vor einem Jahr hatte sich Hammond noch als nicht schuldig bekannt.

Stellenmarkt
  1. neubau kompass AG, München
  2. OSRAM GmbH, München

Hammond begründete seinen Sinneswandel mit dem drohenden Strafmaß: Hätte er sich nicht schuldig bekannt, hätte ihm bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von bis zu 30 Jahren gedroht. Das Höchststrafmaß reduziert sich nun auf zehn Jahre.

Erleichtert

"Jetzt, da ich mich schuldig bekannt habe, ist es eine Erleichterung, zugeben zu können, dass ich mit Anonymous zusammen Stratfor sowie weitere Websites gehackt habe. Dazu gehörten Militär- und Polizeiausrüster, private Ermittlungs- und Computersicherheitsunternehmen und Strafverfolgungsbehörden", erklärte Hammond. "Ich habe das getan, weil die Öffentlichkeit meiner Meinung nach ein Recht darauf hat, zu erfahren, was Regierungen und Unternehmen hinter geschlossenen Türen machen. Ich habe getan, was ich für richtig halte."

Die Anklage nimmt Hammond seine Motive als Hacktivist nicht ab. Er habe Unternehmen attackiert, deren Geschäfte er nicht mochte und zudem Einzelpersonen in ein "persönliches und finanzielles Chaos" gestürzt, indem er ihnen Geld und Identität gestohlen habe. "Er ist nur ein cyberkrimineller Wiederholungstäter, der glaubte, nur weil er sich gut mit Computern auskennt, stehe er über dem Gesetz, das uns alle bindet und schützt", erklärte Staatsanwalt Preet Bharara.

In Einzelhaft

Hammond sitzt seit März 2012 in New York in Untersuchungshaft. Es habe keine Möglichkeit gegeben, Hammond auf Kaution freizubekommen, erklärte das Jeremy Hammond Defense Committee, das aus Familienmitgliedern, Anwälten und weiteren Unterstützern besteht. Hammond sei zeitweise in Einzelhaft gehalten worden. Telefonate mit seiner Familie sowie Besuche seien ihm verwehrt worden.

Der Anonymous-Ableger Antisec war an Weihnachten 2011 in die Systeme von Stratfor eingebrochen und hatte rund 200 GByte an Daten entwendet. Einen Teil stellte das Kollektiv selbst ins Netz. Mehrere Millionen E-Mails des Sicherheitsunternehmens, das auch als Schatten-CIA bezeichnet wurde, bekam Wikileaks. Die Organisation veröffentlichte sie unter der Bezeichnung Global Intelligence Files.

Vom FBI umgedreht

Hammond ist mutmaßlich von Hector Xavier Monsegur an die US-Bundespolizei FBI verraten worden. Monsegur gilt als Anführer des Kollektivs Lulzsec, das sich im Juni 2011 mit Anonymous zusammengeschlossen hat.

Monsegur, der unter dem Decknamen Sabu auftrat, war ungefähr zu dieser Zeit vom FBI enttarnt worden und hatte sich von der US-Bundespolizei umdrehen lassen. Er verriet mehrere Hacktivisten und stiftete einige Aktionen an, darunter auch die gegen Stratfor. Das FBI hatte über ihn Lulzsec sogar die Server bereitgestellt, auf die die gestohlenen Dateien transferiert wurden.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Corsair K70 RGB MK.2 Tastatur für 119,99€, Elgato Stream Deck mini für 74,99€, Corsair...
  2. 199,90€
  3. (u. a. PS4 Slim 500 GB inkl. 2 Controller & Fortnite Neo Versa Bundle für 249,99€, PS4 500 GB...
  4. 89,99€ (Release 24. September)

Charles Marlow 30. Mai 2013

http://www.salon.com/2012/11/28/judge_in_hacker_case_is_married_to_a_stratfor_client...

fehlermelder 29. Mai 2013

http://www.sueddeutsche.de/politik/deal-im-strafprozess-justitia-im-notwehr-exzess-1...

caldeum 29. Mai 2013

zum rapiden Aufstieg in eine der höchsten Gehaltsstufen, die abseits vom Finanzwesen...

tdettmar 29. Mai 2013

da als agent provocateur forcierte taten idr nicht strafbewährt sind. man denke nur an...


Folgen Sie uns
       


Asus ROG Phone 2 ausprobiert

Das neue ROG Phone II von Asus richtet sich an Mobile Gamer - ist angesichts der Topausstattung aber auch für alle anderen Nutzer interessant.

Asus ROG Phone 2 ausprobiert Video aufrufen
Kryptomining: Wie Bitcoin die Klimakrise anheizt
Kryptomining
Wie Bitcoin die Klimakrise anheizt

Die Kryptowährung Bitcoin baut darauf, dass Miner darum konkurrieren, wer Rechenaufgaben am schnellsten löst. Das braucht viel Strom - und führt dazu, dass Bitcoin mindestens so viel Kohlendioxid produziert wie ein kleines Land. Besserung ist derzeit nicht in Sicht.
Von Hanno Böck

  1. Kryptowährungen China will Bitcoin, Ethereum und Co. komplett verbieten
  2. Quadrigacx 137 Millionen US-Dollar in Bitcoins verschwunden
  3. Landkreis Zwickau Krypto-Mining illegal am Stromzähler vorbei

Umwelt: Grüne Energie aus der Toilette
Umwelt
Grüne Energie aus der Toilette

In Hamburg wird in bislang nicht gekanntem Maßstab getestet, wie gut sich aus Toilettenabwasser Strom und Wärme erzeugen lassen. Außerdem sollen aus dem Abwasser Pflanzennährstoffe für die Landwirtschaft gewonnen werden. Dafür müssen aber erst einmal die Schadstoffe aus den Gärresten gefiltert werden.
Von Monika Rößiger

  1. Klimaschutzpaket Bundesregierung will SUV-Steuer und eine Million Ladepunkte
  2. Fridays for Future Klimastreiks online und offline

Ryzen 7 3800X im Test: Der schluckt zu viel
Ryzen 7 3800X im Test
"Der schluckt zu viel"

Minimal mehr Takt, vor allem aber ein höheres Power-Budget für gestiegene Frequenzen unter Last: Das war unsere Vorstellung vor dem Test des Ryzen 7 3800X. Doch die Achtkern-CPU überrascht negativ, weil AMD es beim günstigeren 3700X bereits ziemlich gut meinte.
Ein Test von Marc Sauter

  1. 16-Kern-CPU Ryzen 9 3950X erscheint mit Threadripper v3 im November
  2. Epyc 7H12 & Ryzen 5 3500X AMD bringt 280-Watt-CPU und plant günstigen Sechskerner
  3. Agesa 1003abba Microcode-Update taktet Ryzen 3000 um 50 MHz höher

    •  /