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Antike Vasen fotografiert: Wikipedia verliert weiteren Prozess um Museumsbilder

Im Streit über die Veröffentlichung von Museumsbildern hat Wikipedia eine weitere Niederlage erlitten. Unerlaubt aufgenommene Fotos urheberrechtsfreier Kunstwerke müssen aus dem Internetlexikon gelöscht werden.

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Diese Aufnahmen sollen aus Wikicommons verschwinden.
Diese Aufnahmen sollen aus Wikicommons verschwinden. (Bild: Screenshot Golem.de)

Nach Berlin nun auch Stuttgart: Das dortige Landgericht hat den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen im Streit über Wikipedia-Fotos von Kunstwerken recht gegeben. Dem Urteil zufolge ist es Wikipedia-Autoren nicht erlaubt, Reprografien von urheberrechtlich nicht mehr geschützten Gemälden in das Online-Lexikon hochzuladen. Ebenfalls erklärte das Stuttgarter Landgericht es für unzulässig, ohne Erlaubnis des Museums Fotos von antiken Vasen aufzunehmen und zu veröffentlichen. Das Museum stört sich vor allem daran, dass die Fotos unter Public Domain (gemeinfrei) veröffentlicht werden und somit eine kommerzielle Nutzung erlaubt ist (LG Stuttgart, Urt. v. 27.09.2016, Az.: 17 O 690/15).

Inhalt:
  1. Antike Vasen fotografiert: Wikipedia verliert weiteren Prozess um Museumsbilder
  2. Fotografierverbot nicht erforderlich

Damit bestätigte das Landgericht Stuttgart ein Urteil des Landgerichts Berlin vom Juni dieses Jahres. Demnach können fotografische Reproduktionen gemeinfreier Kunstwerke ebenfalls urheberrechtlich geschützt sein. "Es besteht kein Bedürfnis dafür, eigenständig angefertigte Lichtbilder beispielsweise eines Gemäldes ebenfalls als gemeinfrei zu behandeln", heißt es in dem Urteil. Damit ist es nicht mehr zulässig, dass eingescannte Fotos von Gemälden, die der Hausfotograf des Museums gemacht hatte, auf den deutschen Seiten des Lexikons gezeigt werden.

Keine Fotos von Kunstwerken erlaubt

Zudem hatte derselbe Wikipedia-Autor in dem Museum Fotos von Ausstellungsobjekten gemacht, die ebenfalls nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. Dazu gehörten antike Vasen oder Münzen. Das Landgericht Stuttgart stellte sich auch in diesem Fall auf die Seite des Museums, das eine gewerbliche Nutzung der Fotos untersagen und einen Unterlassungsanspruch durchsetzen wollte.

Die Richter berufen sich in dem Urteil auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH), wonach ein Eigentümer durch Fotografien seines Grundstücks, die ohne seine Einwilligung innerhalb des Grundstücks aufgenommen wurden, in seinen Eigentumsrechten verletzt wird (Urteil vom 1. März 2013 Az. V ZR 14/12). Diese Rechtsprechung des BGH "lässt sich auf die vorliegende Fallkonstellation übertragen", schreibt das Landgericht. Entscheidend für den Unterlassungsanspruch sei, "dass die abgebildeten Objekte zum Zeitpunkt der Anfertigung der Fotografien im Eigentum der Klägerin standen, diese nicht frei zugänglich waren und die Klägerin keine ausdrückliche Erlaubnis zum Fotografieren sowie die anschließende Veröffentlichung auf Wikimedia Commons unter freier Lizenz erteilte".

Fotografierverbot nicht erforderlich 
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DrWatson 13. Okt 2016

Nicht nur. In Deutschland ist fast immer das Ziel, dass Museen sich soweit wie möglich...

SebastianHatZeit 13. Okt 2016

Zum Theman "angemessen beteiligen und anstatt der Staat das über Fördergelder...

DrWatson 12. Okt 2016

1) Ich habe das Gesetz nicht gemacht 2) Das Museum selbst darf das Foto ja für...

DrWatson 12. Okt 2016

Der vom Museum bezahlte Spezialfotograf hat mit seinem Vertrag die exklusive Lizenz an...

Trockenobst 12. Okt 2016

Für Filmcrews wird die "künstlerisch geschützte Beleuchtung" gelegentlich gegen die...


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