Abo
  • Services:

Fotografierverbot nicht erforderlich

Nach Ansicht der Richter kann auch der Eigentümer gemeinfreier Gegenstände "nicht zur bedingungslosen öffentlichen Zugänglichmachung seines Eigentums gegenüber der Allgemeinheit gezwungen werden". Auch durch eine Ausstellung verliere er nicht das Recht, über die kommerzielle Nutzung zu entscheiden.

Stellenmarkt
  1. Universität Passau, Passau
  2. Pilz GmbH & Co. KG, Ostfildern

Der beklagte Wikipedia-Autor hatte angegeben, eine Museumsmitarbeiterin um Erlaubnis für die Aufnahmen gefragt zu haben. Doch dies konnte er in dem Prozess nicht nachweisen. Für die Richter sei es ohnehin nicht relevant, ob zum Zeitpunkt der Aufnahme "ein ausdrückliches Fotografierverbot galt". In der Veröffentlichung der Fotos sei daher ein öffentliches Zugänglichmachen nach Paragraf 19 a des Urheberrechtsgesetzes zu sehen, "das in rechtswidriger Weise in die ausschließlichen Nutzungsrechte der Klägerin eingegriffen hat".

Museum begrüßt Urteil

Das Mannheimer Museum begrüßt die Entscheidung des Gerichts. "Auch wenn man die freie Verfügbarkeit von Kulturgütern über das Internet befürwortet, ist es nicht nachvollziehbar, dass ein einzelner Autor der Wikipedia für sich beansprucht, allein und eigenmächtig darüber zu entscheiden, unsere mit öffentlichen Mitteln aufwendig erstellten und konservierten Arbeitsergebnisse über das Internet jedermann weltweit zur freien und damit auch zur kommerziellen beziehungsweise gewerblichen Nutzung zur Verfügung zu stellen", sagte Generaldirektor Alfried Wieczorek in einer Stellungnahme auf den Seiten der Berliner Kanzlei MMR Müller Müller Rößner.

Beklagt war in diesem Fall nur der Wikipedia-Autor, nicht jedoch die Wikimedia Foundation in den USA oder der deutsche Wikimedia-Verein. Die Foundation hatte nach dem Berliner Urteil in einem Blogbeitrag versichert, sie sei "der festen Überzeugung, dass wir das Recht haben, sie auf Commons zur Verfügung zu stellen". Zum einen sei die Stiftung überzeugt, dass das Landgericht Berlin sich mit seinem Urteil und der Begründung geirrt habe. Zum anderen sei die Stiftung der Auffassung, "dass, selbst wenn die Bilder in Deutschland dem Urheberrecht unterliegen, sie in den USA dennoch weiterhin als gemeinfrei gelten". Die Entscheidung, ob die Bilder in Commons bleiben sollen, müsse daher die Community treffen.

Die Fotografien von 17 Gemälden aus dem Bestand des Museums sind weiterhin auf Wikimedia Commons verfügbar, jedoch mit einem Warnhinweis versehen. Bei den anderen Kategorien fehlt noch ein entsprechender Hinweis.

Nachtrag vom 12. Oktober 2016, 17:14 Uhr

Die Urteile der beiden Landgerichte sind nach Angaben der Kanzlei MMR noch nicht rechtskräftig. "Gegen das Urteil des Landgerichts Berlin hat die Wikimedia Foundation bereits Berufung eingelegt. In Stuttgart rechnen wir ebenfalls damit, dass es ein Berufungsverfahren geben wird, da es sich dort wie auch in Berlin um bisher höchstrichterlich nicht geklärte Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung handelt", sagte Anwalt Carl Christian Müller auf Anfrage von Golem.de. Die Kanzlei geht davon aus, dass die Bilder erst gelöscht werden, wenn ein Gericht in höchster Instanz die Urteile bestätigt hat.

 Antike Vasen fotografiert: Wikipedia verliert weiteren Prozess um Museumsbilder
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Mass Effect: Andromeda PS4/XBO für 15€ und Mission Impossible 1-5 Box für 14,99€)
  2. 29€ (Bestpreis!) - Tuning-Tipp für ältere PCs
  3. 99,90€ (Bestpreis!)
  4. (nur bis Montag 9 Uhr)

DrWatson 13. Okt 2016

Nicht nur. In Deutschland ist fast immer das Ziel, dass Museen sich soweit wie möglich...

SebastianHatZeit 13. Okt 2016

Zum Theman "angemessen beteiligen und anstatt der Staat das über Fördergelder...

DrWatson 12. Okt 2016

1) Ich habe das Gesetz nicht gemacht 2) Das Museum selbst darf das Foto ja für...

DrWatson 12. Okt 2016

Der vom Museum bezahlte Spezialfotograf hat mit seinem Vertrag die exklusive Lizenz an...

Trockenobst 12. Okt 2016

Für Filmcrews wird die "künstlerisch geschützte Beleuchtung" gelegentlich gegen die...


Folgen Sie uns
       


Honor 10 gegen Oneplus 6 - Test

Das Honor 10 unterbietet den Preis des Oneplus 6 und bietet dafür ebenfalls eine leistungsfähige Ausstattung.

Honor 10 gegen Oneplus 6 - Test Video aufrufen
Volocopter 2X: Das Flugtaxi, das noch nicht abheben darf
Volocopter 2X
Das Flugtaxi, das noch nicht abheben darf

Cebit 2018 Der Volocopter ist fertig - bleibt in Hannover aber noch am Boden. Im zweisitzigen Fluggerät stecken jede Menge Ideen, die autonomes Fliegen als Ergänzung zu anderen Nahverkehrsmitteln möglich machen soll. Golem.de hat Platz genommen und mit den Entwicklern gesprochen.
Von Nico Ernst

  1. Ingolstadt Flugtaxis sollen in Deutschland erprobt werden
  2. Urban Air Mobility Airbus gründet neuen Geschäftsbereich für Lufttaxis
  3. Cityairbus Mit Siemens soll das Lufttaxi abheben

Kreuzschifffahrt: Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen
Kreuzschifffahrt
Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

Die Schifffahrtsbranche ist nicht gerade umweltfreundlich: Auf hoher See werden die Maschinen der großen Schiffe mit Schweröl befeuert, im Hafen verschmutzen Dieselabgase die Luft. Das sollen Brennstoffzellen ändern - wenigstens in der Kreuzschifffahrt.
Von Werner Pluta

  1. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
  2. Roboat MIT-Forscher drucken autonom fahrende Boote
  3. Elektromobilität Norwegen baut mehr Elektrofähren

Elektroautos: Ladesäulen und die Tücken des Eichrechts
Elektroautos
Ladesäulen und die Tücken des Eichrechts

Wenn Betreiber von Ladestationen das Wort "eichrechtskonform" hören, stöhnen sie genervt auf. Doch demnächst soll es mehr Lösungen geben, die die Elektromobilität mit dem strengen deutschen Eichrecht in Einklang bringen. Davon profitieren Anbieter und Fahrer gleichermaßen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. WE Solutions Günstige Elektroautos aus dem 3D-Drucker
  2. Ladesäulen Chademo drängt auf 400-kW-Ladeprotokoll für E-Autos
  3. Elektromobiltät UPS kauft 1.000 Elektrolieferwagen von Workhorse

    •  /