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Antigravity A1 im Test: Rundum gelungene Drohnenrevolution

Fliegen mit dem allsehenden Auge – fast: Golem hat die Antigravity A1 ausprobiert, die erste 360-Grad-Drohne mit maximaler Rundumsicht.
/ Peter Steinlechner
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Golem-Autor Peter Steinlechner mit der Antigravity A1 (Bild: Peter Steinlechner / Golem)
Golem-Autor Peter Steinlechner mit der Antigravity A1 Bild: Peter Steinlechner / Golem
Inhalt
  1. Antigravity A1 im Test: Rundum gelungene Drohnenrevolution
  2. Drohne mit einer Hand im Griff
  3. Bildsensor trifft Reframing
  4. Antigravity A1: Verfügbarkeit, Preis, Rechtliches und Fazit

Wenn Superman mitten im Flug sehen möchte, ob ihm rechts hinten ein Superschurke folgt, muss er nicht erst umständlich eine Kamera umdrehen – er schaut einfach nach rechts hinten. Und genau das kann ich nun auch, aber leider ohne sonstige Extrakräfte oder Unverwundbarkeit: mit der Antigravity A1, der ersten 8K-360-Grad-Drohne.

Statt wie bei klassischen FPV-Drohnen einen mehr oder weniger engen Ausschnitt nach vorn zu zeigen und zu filmen, nimmt die A1 mit zwei übereinander angeordneten Linsen permanent alles um sich herum auf. Ich konzentriere mich beim Fliegen fast nur noch darauf, wo die Drohne sicher entlangkommt.

Erst später in der Foto- und Video-App entscheide ich, ob ich nach vorn, hinten, seitlich oder nach unten schauen möchte. Genau dieses Prinzip macht den Reiz der A1 aus und sorgt dafür, dass sie sich wie ein ganz neues Flugerlebnis anfühlt.

Brille auf, Welt weg

Zum System gehören die eigentliche Drohne, die Vision-Brille und ein Griff-Controller. Statt auf ein Handydisplay oder eine klassische Fernbedienung zu blicken, befinde ich mich mit der Brille quasi im First-Person-Cockpit.

Die beiden Micro-OLED-Panels liefern ein sehr scharfes Bild, der Augenabstand und die Dioptrien lassen sich per Schiebe- und Drehregler anpassen. In der Praxis geht das erstaunlich schnell und problemlos, auch mit leichter Fehlsichtigkeit.

Spezifikationen der Drohne Antigravity A1
Antigravity A1 - Drohne
Abmessungen Gefaltet: 141,3 × 96,2 × 81,4 mm / Entfaltet: 308,6 × 382,3 × 89,2 mm
Gewicht 249 Gramm
Kamera 360 Grad Dual-Lens, 1/1.28"-Sensor, Blende f/2.2
Videoauflösungen 8K 30/25/24 fps, 5.2K 60/50/30/25 fps, 4K 100 fps, 4K Slo-mo 30/25/24 fps
max. Video-Bitrate 170 Mbit/s (H.264/H.265)
Fotoauflösung 55 MP (10.486 × 5.248) / 14 MP (5.248 × 2.624)
Foto-Modi Normal, HDR, Burst, AEB, Intervall; DNG-Support
Flugzeit 22 Minuten
max. Windresistenz 10.7 m/s
max. Geschwindigkeit bis 16 m/s (S-Mode)
GNSS GPS + Beidou + Galileo
Videoübertragung Omnilink 360, 2K@30 Live-View, Reichweite bis 10 km (FCC)
Hindernissensoren Forward (0.5–18 m), Downward (0.3–7.5 m)
Interner Speicher 20 GByte (+ MicroSD-Slot, bis 1 TByte)

Das Entscheidende ist aber nicht die Schärfe, sondern die Freiheit: Ich kann den Kopf nach links, rechts, oben und unten drehen, ohne dass sich die Drohne mitdreht. Die Flugrichtung ist von der Blickrichtung getrennt, im Livebild habe ich also eine echte 360-Grad-Kuppel um mich herum.

Das wirkt im ersten Moment etwas überfordernd, nach ein paar Minuten fühlt es sich aber erstaunlich natürlich an. Klassische Drohnen wirken danach fast klaustrophobisch, weil sie mich wieder in einen vergleichsweise engen Sichtkorridor zwingen.

Ersteinrichtung und Updates

Auf dem Papier wirkt die Ersteinrichtung erst mal kompliziert: Drohne, Brille und Griff-Controller müssen per App aktiviert und mit neuer Firmware versorgt werden. In der Praxis ist das weniger dramatisch, nimmt aber einige Zeit in Anspruch.

Bei mir hat das Gesamtpaket mit rund 2,2 GByte an Daten etwa 30 bis 40 Minuten gebraucht, bis Drohne, Brille und Controller auf dem aktuellen Stand waren. Der komplette Prozess läuft über die Antigravity-App, die sich im Test als stabil und gut strukturiert erwiesen hat.

Insta360 Antigravity A1 ausprobiert
Insta360 Antigravity A1 ausprobiert (01:59)

Ist das einmal erledigt, ist der Alltag recht unkompliziert: Brille einschalten, Drohne aufstellen, Akku einsetzen, Controller an – nach automatisch ablaufender Verbindungsaufnahme und GPS-Fix kann es losgehen, und zwar ganz ohne App.

Die A1 verfügt über rund 20 GByte internen Speicher, die Brille über etwa 30 GByte; in beide Geräte lässt sich zusätzlich eine MicroSD-Karte stecken. So lassen sich 360-Grad-Videos aus der Drohne sichern, während die Brille auf Wunsch parallel eine klassische 2D-Bildschirmaufnahme im MP4-Format erzeugt, also genau das, was ich während des Flugs sehe.


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