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Bildsensor trifft Reframing

Die Funkverbindung arbeitet im Test stabil mit kaum spürbarer Verzögerung. Wenn mehrere Drohnen in unmittelbarer Nähe unterwegs sind, kann es zu Interferenzen kommen – dann ist etwas mehr Abstand gefragt.

Kamera und Bildqualität

Technisch arbeitet die A1 mit einem 1/1,28-Zoll-Sensor und zwei F2,2-Linsen, die bis zu 8K in 360 Grad mit 30 Bildern pro Sekunde oder 5,2K mit 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. Außerdem gibt es 4K mit hohen Bildraten für Slow Motion; im Grunde ist das der gleiche Sensor wie in der Insta360 X5 ( Test auf Golem ).

Fotos sind mit maximal rund 55 Megapixeln möglich, alternativ mit 14 Megapixeln in einem engeren Sichtfeld. Entscheidend ist, dass sich diese 8K-Auflösung auf die komplette Kugel um die Drohne verteilt.

Wenn ich später einen klassischen 16:9-Ausschnitt nach vorn oder zur Seite heraus-reframe, bleibt effektiv weniger Auflösung für diesen Ausschnitt übrig – in vielen Situationen wirkt das Ergebnis eher wie gutes 4K als wie echtes 8K.

Für Urlaubsclips, Social-Media-Videos und viele semiprofessionelle Anwendungen reicht das locker aus, für High-End-Produktionen mit extrem strengen Anforderungen an Detailtreue und Postproduktion bleibt Luft nach oben.

Ein Log-Profil wie D-Log gibt es nicht, die A1 arbeitet mit 8-Bit-Farben. Das erlaubt moderate Farbkorrekturen, aber keine radikalen Grading-Orgien. Hier merkt man, dass der Fokus klar auf Erlebnis, Flexibilität und Workflow liegt und nicht auf maximaler Dynamikreserve. Die Stabilisierung funktioniert dafür sehr überzeugend, selbst bei spürbarem Wind bleiben der Horizont und die Bewegung angenehm ruhig.

Der große Vorteil bleibt die Freiheit im Schnitt: Ich kann Perspektiven nachträglich ändern, Drehungen hinzufügen, Tiny-Planet nutzen und dieselbe Szene in mehreren Varianten ausspielen, ohne sie neu fliegen zu müssen.

Speicher, Sicherheit und Alltagstauglichkeit

Neben dem internen Speicher und den MicroSD-Slots gefällt mir im Test, wie konsequent Antigravity an den Alltag gedacht hat. Die Linsen sind austauschbar, was bei einem Bodenkontakt teure Werkstattaufenthalte verhindern kann. Das Fahrwerk fährt beim Start automatisch ein und bei der Landung wieder aus und schützt so die untere Linse, ohne ständig im Bild zu hängen.

Die Hindernisvermeidung arbeitet mit nach vorn gerichteten und nach unten orientierten Stereosensoren, die in Kombination mit der Fluglogik einen 360-Grad-Schutz im horizontalen Bereich bieten sollen.

In der Praxis schützt das gut vor typischen Kollisionen im normalen Flug, ersetzt aber keine sorgfältige Planung, gerade beim Fliegen in engen Umgebungen. Die automatische Rückkehr zum Startpunkt plant den Weg zurück und umfliegt Hindernisse zuverlässig.

Positiv aufgefallen ist außerdem das Transportcase der Drohne: Es klingt banal, aber im Alltag war ich mehrfach froh, die A1 einfach sauber in ihre Schale legen zu können, statt wie bei manchen Konkurrenzmodellen erst Bänder und Halterungen über Gimbal und Propeller fummeln zu müssen.

Ein im Hintergrund arbeitendes Nutzlasterkennungssystem stellt sicher, dass die A1 nicht mit zusätzlichen Lasten oder fragwürdigen Modifikationen betrieben wird. Erkennt das System zu viel Gewicht, beendet die Drohne den Flug und landet.


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