Anti-Spionage-Abkommen: USA sollen auf Industriespionage verzichten

In dem zwischen Deutschland und den USA geplanten Anti-Spionage-Abkommen wollen die USA offenbar auch auf Industriespionage verzichten. Die USA sollten künftig bei technischer Aufklärung um Erlaubnis bitten, berichtet der Spiegel.

Artikel veröffentlicht am ,
Angeblicher Horchposten der NSA: die US-Botschaft in Berlin
Angeblicher Horchposten der NSA: die US-Botschaft in Berlin (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

In den Verhandlungen um das Anti-Spionage-Abkommen zwischen Deutschland und den USA soll die US-Regierung bereit sein, auch auf Industriespionage in Deutschland zu verzichten. Das meldet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Außerdem wolle die deutsche Delegation erreichen, dass US-Geheimdienste nicht mehr ohne Erlaubnis technische Aufklärung auf deutschem Boden betreiben dürften. US-Außenminister John Kerry gestand derweil ein, dass die Datensammlung der US-Geheimdienste inzwischen auf "Auto-Pilot" laufen, wie die Washington Post berichtet.

Stellenmarkt
  1. Projektmanagerin / Projektmanager - Schwerpunkt Herz- und Gefäßmedizin
    Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main
  2. IT-Architekt*in (w/m/d)
    Landeshauptstadt München, München
Detailsuche

Zunächst soll der Text des No-Spy-Abkommens erarbeitet werden. Laut einem gestrigen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sind die USA bereit, auf das gegenseitige Abhören von Regierungen und Politikern zu verzichten. Die Bereitschaft für ein Abkommen kommt von den USA, nachdem bekanntwurde, dass Bundeskanzlerin Angela Merkels Smartphone jahrelang abgehört wurde. Auch Merkel hatte im Vorfeld des Treffens mit der deutschen Delegation angedeutet, ein solches Abkommen anzustreben. Es soll eine bilaterale Vereinbarung auf politischer und geheimdienstlicher Ebene sein und bereits Anfang 2014 unterzeichnet werden.

Bereits im Oktober 2010 hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Bundestag davor gewarnt, dass die herkömmlichen Smartphones "im besonderen Maße abhörgefährdet" seien, berichtet die Welt am Sonntag. Die Politiker seien aufgefordert worden, nur spezielle, gesicherte Geräte zu verwenden. Es sei "sehr unwahrscheinlich", dass ein vom BSI zugelassenes Gerät abgehört worden sei, sagte Sprecher Matthias Gärtner Golem.de, kurz nachdem bekanntgeworden war, dass eines von Kanzlerin Merkels Smartphones abgehört wurde. Nach Ansicht des Sicherheitsexperten Karsten Nohl ist das kein Wunder. Die veralteten Geräte seien unzumutbar, so dass jeder Geheimnisträger ein modernes Smartphone mit sich herumtrage.

Abhörsicherer US-Präsident

Bei seinem Amtsantritt wurde auch US-Präsident Barack Obama aufgefordert, auf sein Blackberry 8830 zu verzichten, da es abhörgefährdet sei. Damals durfte er es behalten, aber erst nachdem es von dem Security Service mit zahlreichen Sicherheitsfunktionen ausgestattet worden war, unter anderem mit der Verschlüsselungssoftware Securevoice. Inzwischen nutzt er unter anderem ein Blackberry 8900, das sich mit einer stets in seiner Nähe befindlichen Basisstation verbindet, um Angriffe über IMSI-Catcher zu verhindern. E-Mails an Obama enthalten zudem keine Anhänge, um vor Schadsoftware zu schützen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


winfried 05. Nov 2013

Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln, was hier abläuft. In den meisten...

Anonymer Nutzer 04. Nov 2013

Vor allem: die ignoranten Poster vergessen immer das "noch". Außerdem wissen sie ja gar...

Anonymer Nutzer 04. Nov 2013

Deine Antwort wäre etwas ausführlicher gut zu verwerten gewesen.

Anonymer Nutzer 04. Nov 2013

Und als "Dank" hat man dann das HAARP in Alaska angeworfen- da können wir gerne drauf...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bundesgerichtshof
Ebay-Bewertungen dürfen auch ungerecht sein

Ein Käufer, der sich über gängige Portokosten beschwert hat, kann weiter "Ware gut, Versandkosten Wucher" erklären. Der Bundesgerichtshof sieht dies nicht als Schmähkritik, sondern durch die Meinungsfreiheit geschützt.

Bundesgerichtshof: Ebay-Bewertungen dürfen auch ungerecht sein
Artikel
  1. Vorratsdatenspeicherung: CDU/CSU wollen IP-Adressen sechs Monate lang speichern
    Vorratsdatenspeicherung
    CDU/CSU wollen IP-Adressen sechs Monate lang speichern

    Die Unionsfraktion setzt weiterhin auf eine Vorratsdatenspeicherung von IP-Adressen. Quick-Freeze sei eine "Nebelkerze".

  2. Berufsschule für die IT-Branche: Leider nicht mal ausreichend
    Berufsschule für die IT-Branche
    Leider nicht mal "ausreichend"

    Lehrmaterial wie aus einem Schüleralbtraum, ein veralteter Rahmenlehrplan und nette Lehrer, denen aber die Praxis fehlt - mein Fazit aus drei Jahren als Berufsschullehrer.
    Ein Erfahrungsbericht von Rene Koch

  3. Verwirrendes USB: Trennt die Klassengesellschaft!
    Verwirrendes USB
    Trennt die Klassengesellschaft!

    USB ist ziemlich verwirrend geworden, daran werden auch neue Logos nichts ändern. Das Problem ist konzeptuell.
    Ein IMHO von Johannes Hiltscher

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5-Controller GoW Ragnarök Edition vorbestellbar • Saturn Technik-Booster • Viewsonic Curved 27" FHD 240 Hz günstig wie nie: 179,90€ • MindStar (Gigabyte RTX 3060 Ti 499€, ASRock RX 6800 579€) • AMD Ryzen 7000 jetzt bestellbar • Alternate (KF DDR5-5600 16GB 96,90€) [Werbung]
    •  /