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Anti-Jamming: Simple Antenne behält Satelliten fest im Blick

Eine leicht herzustellende Linse lässt sich durch Jamming und Spoofing kaum überlisten. Die Satellitennavigation wird dadurch resilient.
/ Mario Petzold
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Die 3D-gedruckte Antenne beim Jammertest 2025 auf Andoya in Norwegen (Bild: Esa)
Die 3D-gedruckte Antenne beim Jammertest 2025 auf Andoya in Norwegen Bild: Esa

Einem Team der Esa(öffnet im neuen Fenster) ist es mit vergleichsweise wenig technischem Aufwand gelungen, klassische Attacken auf die Signale von Navigationssatelliten abzuwehren. Notwendig war dafür lediglich eine Lüneburg-Linse(öffnet im neuen Fenster) , die sich aus PLA im 3D-Drucker herstellen ließ.

Die kugelförmige Linse, die aus Schichten mit unterschiedlichen dielektrischen Eigenschaften besteht, kann gleichzeitig eine sehr hohe Anzahl an Signalen empfangen. Das gelingt, weil sie durch den rotationssymmetrischen Aufbau Signale aus unterschiedlichen Richtungen gleichzeitig verstärken kann.

Überlegener Empfang gegen Störungen

Es müssten Signale(öffnet im neuen Fenster) aus mehreren Richtungen auf die Antenne einwirken, um den Empfang ausreichend zu stören. Ein Jammer, der die Signale der Navigationssatelliten überlagert, reicht somit nicht aus.

Ein ähnliches Prinzip wirkt gegen Spoofing, bei dem Täuschsignale ausgesendet werden, die gefälschte Daten enthalten. Weil die 3D-gedruckte Linse jedoch gleichzeitig viele Signale empfängt, wird die Wirkung des falschen Signals abgemildert.

Auch ohne gezielte Täuschungsmanöver soll die Antenne den Empfang verbessern, weil sie sich gezielt auf die Satellitenpositionen ausrichtet. In urbanen Gebieten bleibt die Navigation deshalb auch bei häufig auftretenden Störungen durch Hausfassaden und überlagernde Signale stabil.

Praxistest in Norwegen

Laut Esa ist das System mit der Lüneburg-Linse aus dem 3D-Drucker nicht nur preiswert herzustellen, sondern auch kompakter und leichter als andere Geräte, die Störsignalen entgegenwirken können. Entwickelt wurde das Herstellungsverfahren an der Universität der Côte d'Azur in Frankreich.

Entwickelt hat das Verfahren Lionel Tombakdjian, der zwar meint, dass das verwendete Material PLA sich nicht perfekt für die Linse eigne, aber eine funktionierende und vor allem kostengünstige Lösung darstelle.

Zweimal war die Linse bereits beim Jammertest(öffnet im neuen Fenster) auf der norwegischen Insel Andoya im Einsatz. Dort werden unterschiedliche Systeme diversen Störungen der Satellitennavigation ausgesetzt. Die Satellitensignale sind wegen der nördlichen Lage der Insel nah am Horizont verortet, was den Empfang zusätzlich erschwert.

Unter diesen Bedingungen konnte die Antenne zeigen, dass sie Satellitensignale wirkungsvoll unter Realbedingungen verstärkt.

Nachtrag vom 13. März 2026, 10:42 Uhr

Eine zunächst verlinkte Studie stammte zwar von gleichen Autor, bezog sich aber auf ein anderes Thema. Der Link wurde nach einem Hinweis entfernt.


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