• IT-Karriere:
  • Services:

Anti-Cheat-Technologien: Cheating in Spielen schwer zu verhindern

Forscher von iSec präsentieren auf der Black Hat eine neue Methode, um in Computerspielen zu cheaten. Außerdem fanden sie verschiedene Sicherheitslücken in Anti-Cheat-Systemen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Anti-Cheat-Systeme wie BattlEye haben nur begrenzte Möglichkeiten, Betrug zu verhindern.
Anti-Cheat-Systeme wie BattlEye haben nur begrenzte Möglichkeiten, Betrug zu verhindern. (Bild: Screenshot)

Computerspiele sind wohl eher selten ein Thema auf IT-Sicherheitskonferenzen. Die beiden Sicherheitsforscher Joel St. John und Nicolas Guigo von der Firma iSec haben sich die Sicherheit von gängigen Anti-Cheat-Lösungen genauer angesehen.

Es geht um echtes Geld

Stellenmarkt
  1. Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Magdeburg
  2. Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf

Betrug in Computerspielen ist auch finanziell inzwischen ein gutes Geschäft. Insbesondere bei größeren Onlinespielen ist der Handel von virtuellen Gütern mit realem Geld nichts Ungewöhnliches. Somit können Cheats gravierende Auswirkungen haben. Es gibt inzwischen auch einen großen kommerziellen Markt für Cheat-Tools.

Eine typische Methode des Cheatens sind Situationen, in denen der Spieleclient Informationen besitzt, die der Spieler eigentlich nicht wissen soll. Typisch ist etwa das Highlighten von interessanten Items oder der Blick durch eigentlich undurchsichtige Wände.

Viele Spiele bringen heute Anti-Cheat-Lösungen mit. Beispiele sind etwa Warden von Blizzard Entertainment oder Valve Anti-Cheat (VAC). Alle diese Anti-Cheat-Systeme haben laut John und Guigo gemeinsam, dass sie die Cheats lediglich erschweren, aber nicht wirklich verhindern können. Die Funktionsweise ähnelt oft Anti-Viren-Programmen. Sie versuchen, bekannte Cheat-Tools zu entdecken und Eingriffe in den Speicherbereich des Spiels ausfindig zu machen. Oftmals setzen derartige Anti-Cheat-Tools auch äußerst umstrittene Methoden ein, beispielsweise, indem sie das System des Spielers nach verdächtigen Dateien durchsuchen und diese zur weiteren Analyse an den Server des Betreibers schicken.

Cheat-Programme im Kernel nicht zu entdecken

Die iSec-Forscher stellten eine Möglichkeit vor, ein Cheat-Programm im Kernelspace von Windows ablaufen zu lassen. Der Vorteil: Mittels Speicherschutzmechanismen ist das Cheat-Programm für das Restsystem völlig unsichtbar. Ein Spiel, das als normales Programm abläuft, hat keine Chance, dies zu entdecken. Damit kann das Cheat-Tool nach Belieben den Speicherbereich des Spiels auslesen und manipulieren.

Derartige Methoden lassen sich praktisch nicht verhindern, da das Spiel immer auf einem System läuft, das vom Spieler kontrolliert wird. "Es ist wie das Wettrennen zwischen Viren und Antiviren-Programmen - nur dass der Nutzer auf der Seite der Viren steht", fasste Nicolas Guigo die Situation zusammen.

Bei ihrer Analyse des Anti-Cheat-Systems BattlEye fanden die iSec-Forscher auch einige kritische Sicherheitslücken. Durch einen Fehler im Speichermanagement ließ sich ein Spiel trivial zum Absturz bringen. Die Ausführung von Code über diese Lücke sei vermutlich möglich, aber schwierig umzusetzen, sagten die iSec-Forscher. Eine weitere Lücken fand sich in einer Passwortabfrage, mit einem Timingangriff ließ sich ein Passwort zum Zugriff auf die spieleinterne Konsole knacken.

Anti-Cheat-Systeme als Sicherheitsrisiko

Anti-Cheat-Systeme können durch solche Fehler selbst zum Risiko werden. Das ist insbesondere auch deswegen relevant, weil Spieleentwickler auf die Idee kommen könnten, auf Cheat-Tools im Kernelspace dadurch zu reagieren, dass sie selbst ihre Anti-Cheat-Systeme in den Kernel verschieben. Dadurch wären solche Lücken noch deutlich gravierender.

Letztendlich können bisherige Anti-Cheat-Lösungen Betrug nur erschweren, aber nicht verhindern. Man müsste die komplette Spielelogik umbauen, und beispielsweise das Spiel auf dem Server laufen lassen und nur die Grafikausgabe streamen. Das ist heute zwar theoretisch möglich und wird schon eingesetzt, aber es gibt häufig Performanceprobleme.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. FIFA 20 für 27,99€, Dragon Ball Z Kakarot für 46,89€, Rainbow Six: Siege Deluxe für 8...
  2. (-20%) 47,99€
  3. 14,29€

Sammie 23. Okt 2017

Das macht man schon zur Cheater-Detection, aber das Cheaten ansich verhinderts halt...

Hotohori 21. Okt 2014

Ich spiele sogar relativ viel und das seit über 30 Jahren. Nun, könnte ich sicherlich...

Hotohori 20. Okt 2014

Die Grundidee ist eigentlich nicht schlecht. Wie wäre es denn einfach mit einem Windows...

dollar 20. Okt 2014

diejenigen, die du bemerkst, sind irgendwelche dummen kiddies, die mit public hacks...

gema_k@cken 20. Okt 2014

... Cheater haben einen kleinen ... ... Nachtrag: betroffen sind natürlich nur...


Folgen Sie uns
       


Tesla baut Gigafactory in Brandenburg - Bericht

Wald weg, Wasser weg, Tesla da? Wir haben Grünheide besucht.

Tesla baut Gigafactory in Brandenburg - Bericht Video aufrufen
Dell Ultrasharp UP3218K im Test: 8K ist es noch nicht wert
Dell Ultrasharp UP3218K im Test
8K ist es noch nicht wert

Alles fing so gut an: Der Dell Ultrasharp UP3218K hat ein schön gestochen scharfes 8K-Bild und einen erstklassigen Standfuß zu bieten. Dann kommen aber die Probleme, die beim Spiegelpanel anfangen und bis zum absurd hohen Preis reichen.
Von Oliver Nickel

  1. Dell Latitude 7220 im Test Das Rugged-Tablet für die Zombieapokalypse
  2. Dell Anleitung hilft beim Desinfizieren von Servern und Clients
  3. STG Partners Dell will RSA für 2 Milliarden US-Dollar verkaufen

Schenker Via 14 im Test: Leipziger Langläufer-Laptop
Schenker Via 14 im Test
Leipziger Langläufer-Laptop

Dank 73-Wattstunden-Akku hält das 14-Zoll-Ultrabook von Schenker trotz fast komplett aufrüstbarer Hardware lange durch.
Ein Test von Marc Sauter

  1. XMG Neo 15 (E20) Schenker erhöht Akkukapazität um 50 Prozent
  2. XMG Apex 15 Schenker packt 16C-Ryzen in Notebook
  3. XMG Fusion 15 Schenkers Gaming-Laptop soll 10 Stunden durchhalten

Bodyhacking: Prothese statt Drehregler
Bodyhacking
Prothese statt Drehregler

Bertolt Meyer hat seine Handprothese mit einem Synthesizer verbunden - das Youtube-Video dazu hat viele interessiert. Wie haben mit dem Psychologieprofessor über sein Projekt und die Folgen des Videos gesprochen.
Ein Interview von Tobias Költzsch


      •  /