Anthropic wird globaler KI-Partner: Allianz setzt auf Claude

Die Allianz SE und das KI-Unternehmen Anthropic haben eine weltweite Partnerschaft geschlossen(öffnet im neuen Fenster) . Im Kern geht es darum, die Claude-Modelle von Anthropic in die Arbeitsabläufe des Versicherungskonzerns zu integrieren. Die Kooperation umfasst drei konkrete Projekte, die bereits umgesetzt werden.
Oliver Bäte, CEO der Allianz, begründet die Wahl mit dem Sicherheitsfokus von Anthropic. Das passe zu den Anforderungen in der Versicherungsbranche, wo Vertrauen und Kundenzufriedenheit entscheidend seien. Dario Amodei, CEO von Anthropic, verweist auf die Tragweite: KI-Entscheidungen in der Versicherung können Millionen Menschen betreffen.
Interne Plattform mit Claude für alle Mitarbeiter
Im ersten Projekt wird Claude in die interne KI-Plattform der Allianz integriert. Alle Mitarbeiter weltweit erhalten kostenlosen Zugang. Das Entwicklertool Claude Code nutzen bereits Tausende Allianz-Programmierer, teilte das Unternehmen mit. Mit Model Context Protocols (MCP) sollen Beschäftigte verschiedene Datenquellen sicher verknüpfen können.
KI-Agenten für Schaden- und Dokumentenbearbeitung
Das zweite Projekt zielt auf die Automatisierung komplexer Arbeitsabläufe. KI-Agenten sollen mehrstufige Prozesse in der Dokumentenerfassung und Schadenbearbeitung übernehmen, etwa in der Kfz- und Krankenversicherung. Die Allianz verspricht schnellere Erstattungen bei weniger manueller Arbeit.
Dabei gilt das Human-in-the-Loop-Prinzip: In sensiblen oder komplizierten Fällen entscheiden weiterhin Menschen. Die KI soll die Mitarbeiter entlasten, nicht ersetzen.
Vollständige Nachvollziehbarkeit jeder Entscheidung
Das dritte Projekt beschäftigt sich mit Transparenz und Compliance. Die Partner entwickeln KI-Systeme, die jede Entscheidung protokollieren – inklusive Begründung und verwendeter Datenquellen. So soll jede KI-gesteuerte Aktion komplett nachvollziehbar werden.
Allianz hat bereits KI im Einsatz
Der Versicherer nutzt nach eigenen Angaben KI bereits an mehreren Stellen: Allianz Partners bietet einen mehrsprachigen Sprachassistenten für Pannenhilfe an. In Australien bearbeitet eine KI-Lösung automatisch Lebensmittelschäden nach Stromausfällen. In Deutschland werden Tierarztrechnungen in vier Stunden beglichen – dank KI-Einsatz.
Parallel investiert die Allianz in die Weiterbildung. Globale Lernprogramme sollen alle Beschäftigten auf den Umgang mit KI vorbereiten. Das Unternehmen sieht KI-Kompetenzen als Grundvoraussetzung für alle Mitarbeiter.
Auswirkungen auf die Beschäftigten
Ende November 2025 hieß es , dass die Allianz in den kommenden zwölf bis achtzehn Monaten zwischen 1.200 und 1.800 Mitarbeiter entlassen wird. Grund für die Entlassungen ist nach einem Bericht von Reuters, dass die Tätigkeiten durch KI ersetzt werden sollen. Reuters zufolge sollen die Entlassungen in der Reiseversicherungsabteilung von Allianz Partners erfolgen. Konkret sollen Mitarbeiter der Callcenter ihren Job verlieren.



