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Anthropic: Claude Opus 5 schlägt das teurere Modell aus eigenem Haus

Anthropic bringt mit Claude Opus 5 ein Modell für den täglichen Einsatz, das teilweise das teurere Claude Fable 5 schlägt.
/ Andreas Donath
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Claude Opus 5 ist da (Bild: Anthropic)
Claude Opus 5 ist da Bild: Anthropic

Kann ein Mittelklassemodell das eigene Vorzeigeprodukt überholen? Anthropic hat Claude Opus 5 veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) und positioniert es ausdrücklich nicht als Spitzenmodell, sondern als Arbeitstier für den Alltag. Es soll nahe an die Fähigkeiten von Claude Fable 5 herankommen, kostet aber nur etwa die Hälfte.

Die veröffentlichte Vergleichstabelle(öffnet im neuen Fenster) stützt diese Behauptung an mehreren Stellen, wenn auch nicht überall. Auf Frontier-Bench v0.1, einem agentischen Terminal-Coding-Test, erreicht Claude Opus 5 43,3 Prozent. Fable 5 kommt auf 33,7 Prozent, Opus 4.8 auf 21,1 und OpenAI GPT-5.6 Sol auf 34,4 Prozent.

Ähnliche Abstände zeigen sich bei Wissensarbeit. Im GDPval-AA v2 steht das neue Modell bei 1.861 Punkten, vor Fable 5 mit 1.747 und dem Vorgänger mit 1.593. Auf ARC-AGI-3, einem Test für neuartige Problemlösung, liegen die gemeldeten 30,2 Prozent deutlich über GPT-5.6 Sol mit 7,8 und Opus 4.8 mit 1,5 Prozent.

Mehr Leistung pro Dollar

Die Kosten sind die zweite Achse, die Anthropic betont. Das Effort-Diagramm für Frontier-Bench trägt die Punktzahl gegen die Kosten pro Versuch auf einer logarithmischen Skala ab. Die Kurve von Claude Opus 5 erreicht ihren Gipfel bei rund 44 Prozent und etwa 15 Dollar pro Versuch. Fable 5 schafft rund 34 Prozent erst bei etwa 30 Dollar.

Der Preis bleibt gegenüber dem Vorgänger unverändert bei 5 Dollar pro Million Eingabetokens und 25 Dollar pro Million Ausgabetokens. Ein Fast-Modus läuft mit etwa 2,5-facher Geschwindigkeit zum doppelten Grundpreis. Auf Claude Max wird das Modell zum Standard.

Spitzenmodelle bleiben in Nischen vorn

Die gleiche Tabelle zeigt auch die Grenzen auf. GPT-5.6 Sol führt auf DeepSWE v1.1 mit 72,7 gegen 68,8 Prozent und Frontiercode v1.1 endet mit 53,4 zu 53,5 Prozent praktisch im Gleichstand mit Fable 5. Auf dem Legal Agent Benchmark bleibt Fable 5 mit 13,3 zu 11,7 Prozent vorn.

Auch im Gesundheitsbereich sieht es gemischt aus. Healthbench Professional weist Mythos 5 mit 66 Prozent aus, GPT-5.6 Sol mit 60,5 und Claude Opus 5 mit 59,8 Prozent.

Passend dazu hat Anthropic die Schutzfilter angepasst. Wer Quellcode auf Schwachstellen untersuchen will, darf das tun. Gesperrt bleiben dagegen das Durchsuchen von Binärdateien, Penetrationstests und das Erzeugen von Exploits. Weil die Regeln nun klarer gefasst sind, sollen die Filter rund 85 Prozent seltener anspringen als bei Fable 5. Blockiert ein Filter eine Anfrage dennoch, übernimmt automatisch das ältere Modell Opus 4.8.

Neue Funktion erlaubt das Dazwischenreden

Zum Start gibt es außerdem zwei Neuerungen für Entwickler. Sie können einem laufenden Gespräch jetzt Werkzeuge hinzufügen oder entziehen, ohne dass der Prompt-Cache verloren geht. Das spart Kosten, weil bereits verarbeitete Eingaben nicht erneut berechnet werden müssen. Und wenn ein Sicherheitsfilter eine API-Anfrage stoppt, bricht sie nicht mehr einfach ab, sondern wird automatisch an ein anderes Modell weitergereicht.

Ob der Kostenvorteil pro Aufgabe auch außerhalb der hauseigenen Testumgebungen Bestand hat, bleibt offen. Klar ist: Wenn ein Modell zum halben Preis das teurere in Kernbenchmarks schlägt, gerät die Preisstruktur der Frontier-Klasse unter Erklärungsdruck.


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