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Anthropic: Claude-Code-Quelltext versehentlich öffentlich zugänglich

Der Sourcecode von Claude Code ist durch eine Fehlkonfiguration im Netz gelandet – und zeigt, was Anthropic möglicherweise künftig plant.
/ Andreas Donath
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Sourcecode von Claude Code aus Versehen veröffentlicht (Bild: Anthropic)
Sourcecode von Claude Code aus Versehen veröffentlicht Bild: Anthropic

Anthropic hat versehentlich eine 59,8 MByte große Javaccript-Source-Map-Datei im npm-Paket @anthropic-ai/claude-code mitgeliefert. Die Datei war nur für den internen Gebrauch bestimmt. Wer das Paket heruntergeladen hatte, konnte damit den vollständigen Quelltext einsehen.

Chaofan Shou, ein Praktikant bei Solayer Labs, entdeckte das Problem und veröffentlichte seinen Fund auf X(öffnet im neuen Fenster) . Innerhalb weniger Stunden kursierten Kopien des Codes auf Github. Diese werden mittlerweile intensiv begutachtet.

Anthropic bestätigte den Vorfall, teilte aber mit, dass Kundendaten oder Zugangsdaten nicht betroffen seien. Es handle sich um menschliches Versagen, nicht um einen Hack.

Was steckt im Code?

Die Codebasis ist modular aufgebaut(öffnet im neuen Fenster) . Als Laufzeitumgebung setzt das Tool auf Bun, eine moderne Alternative zu Node.js, die sich durch schnellere Startzeiten, nativen Typescript-Support und eine integrierte Toolchain auszeichnet. Für die Terminaloberfläche kommt React in Kombination mit der Ink-Bibliothek zum Einsatz, was auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt, da React typischerweise mit Webanwendungen assoziiert wird. Hier wird das komponentenbasierte Modell jedoch auf das CLI-Interface übertragen.

Entwickler, die den Quelltext analysierten(öffnet im neuen Fenster) , fanden mehrere interessante Details. Das System nutzt demnach eine dreischichtige Speicherarchitektur mit einer zentralen Datei namens Memory.md, die als Index-Pointer fungiert. Ein Feature-Flag namens Kairos(öffnet im neuen Fenster) – angelehnt an den altgriechischen Begriff für den richtigen Moment – taucht mehr als 150 Mal im Code auf und beschreibt offenbar einen Hintergrundprozess, der Speicherinhalte konsolidiert, während der Nutzer inaktiv ist.

Sichtbar sind auch interne Codenamen für Modellvarianten: Capybara steht demnach für eine Claude-4.6-Variante, Fennec für Opus 4.6, und ein Modell namens Numbat soll sich noch in der Testphase befinden. Ein Abschnitt mit der Bezeichnung Undercover Mode beschreibt angeblich eine Funktion(öffnet im neuen Fenster) , mit der Claude Code zu öffentlichen Open-Source-Projekten beitragen soll, ohne seinen Ursprung zu verraten.

Neu ist die Roadmap: Sie zeigt ein Bild davon, wie Anthropic auf längere autonome Aufgaben, ein tieferes Gedächtnis(öffnet im neuen Fenster) und die Zusammenarbeit mehrerer Agenten hinarbeitet. Das heißt jedoch nicht, dass oder wann solche Funktionen auf den Markt kommen.

Aprilscherz inklusive

Vermutlich wurde auch der geplante Aprilscherz Anthropics(öffnet im neuen Fenster) geleakt. Dabei bekommt jeder Nutzer automatisch ein virtuelles Haustier zugewiesen, ähnlich einem Tamagotchi, dessen Eigenschaften aus der Nutzer-ID berechnet werden.


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