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Anthem im Test: Seelenloser Baller-Blender

Wenn doch nur Mikrotransaktionen das größte Ärgernis in Anthem wären! Das Actionspiel von Bioware punktet mit wilden Gefechten und einem tollen Fluggefühl - aber technische Probleme, absurde Designentscheidungen und eine seltsam sterile Atmosphäre verderben einen großen Teil des Spaßes.

Artikel von veröffentlicht am
Artwork von Anthem
Artwork von Anthem (Bild: Bioware)

Es gibt einen Moment, den wir lieben in Anthem. Nämlich den, wenn eine Mission gerade angefangen hat und wir mit drei anderen Piloten auf einer Plattform in einem riesigen Tal stehen. Wir blicken uns um, bewegen uns ein bisschen und warten. Meist dauert es nämlich ein oder zwei Sekunden, bis eine Markierung den Weg zum ersten Einsatzziel anzeigt. Und in diesem Augenblick springen wir in die Höhe, aktivieren unser Fluggerät und sausen - oft in ungeplanter Formation - mit unseren verbündeten Kriegern durch die wunderschöne Welt des Planten Bastion.

Inhalt:
  1. Anthem im Test: Seelenloser Baller-Blender
  2. Verfügbarkeit und Fazit

Es ist dieser Moment, der das Potenzial des Actionspiels von Bioware zeigt. Leider: Nach dem Flug stehen wir irgendwann wieder auf dem Boden der Tatsachen, und die sind auch in Anthem alles andere als phantastisch. Den Großteil der Missionen verbringen wir mit unseren Begleitern in Kämpfen gegen Spinnenwesen, feindliche Soldaten, Flugsaurier sowie mit Fortschritt der Handlung gegen immer mehr Oberbosse. Die Kämpfe sind sehr arcadelastig: Wir feuern aus allen Kanonenrohren oder erledigen die Feinde im Nahkampf durch simples Tastendrücken.

Neben Schrotflinten, Maschinenpistolen und Massen an Scharfschützengewehren (für die Anthem eigentlich zu schnell ist) gibt es auch Spezialgerät: Auf Knopfdruck können wir eine Granate oder eine zielsuchende Rakete abfeuern sowie alle paar Minuten eine ultimative Waffe verwenden, etwa eine größere Masse von Torpedos auf einmal; für diese Extras müssen wir keine Munition sammeln, stattdessen müssen wir nur die Abklingzeit überstehen.

Die Kämpfe sind schnell und oft chaotisch, aber zumindest im Team nur selten eine Herausforderung - während der rund 25 bis 30 Stunden Testzeit sind wir auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad gerade zweimal gestorben, und das wegen Schusseligkeit und nicht wegen zu großer Herausforderungen. Wer es richtig schwierig mag, kann neben den drei von Anfang an bereitstehenden Stufen übrigens auch ab Level 30 in drei sogenannten "Großmeister"-Schwierigkeitsgraden antreten - die übrigens nur schwieriger sind, aber anders als Destiny 2 keine neuen Spielmechaniken bringen.

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Trotzdem benötigen wir spätestens in dieser Form des Endgame erfahrene Mitstreiter, die sich mit den Kombos auskennen, so dass einer der Teilnehmer einen großen Saurier etwa festfriert und ihn ein anderer Teilnehmer mit Feuer attackiert. Für voll ausgebaute Spieler ab Level 30 gibt es bislang nur wenig Inhalte, darunter drei mittelgroße Festungen (entsprechen den Strikes aus Destiny 2). Raids sollen erst später folgen - stattdessen treten Spieler gegen besonders starke Monster im freien Spiel an.

Pay-to-Win spielt in dem Spiel übrigens keine Rolle, alle kaufbaren Extras sind nur kosmetisch und haben keine spielerischen Auswirkungen. Überhaupt finden wir die Hinweise auf den Itemshop erträglich; Lootboxen gibt es gar nicht.

Grundsätzlich können wir die Missionen in Anthem allein angehen, aber eigentlich ist Anthem ein Koop-Spiel, in dem nur gegen computergesteuerte Gegner gekämpft wird - Player-versus-Player (PvP) gibt es gar nicht. In der Praxis funktioniert das System sehr gut, allerdings kommt dabei so gut wie keine Kommunikation zwischen den unbekannten Spielern auf.

Das Matchmaking weist uns andere Spieler automatisch zu. Mit denen steuern wir die jeweils vorgegebenen Ziele an, schalten dort alle Feinde aus und sammeln am Bildschirmrand vorgegebene Ressourcen oder drücken mal einen Schalter - komplizierter wird es nicht, weswegen keine weitergehende Abstimmung nötig ist. Wer mag, kann sich natürlich mit seinen Kumpels zusammentun, aber selbst dann hat man stellenweise den Eindruck, eher Abenteuer mit Bots zu erleben. Um den Rückweg müssen wir uns übrigens nicht kümmern: Sobald alle Aufgaben erledigt sind, wird die Mission automatisch beendet.

Eines der großen Probleme von Anthem sind die vielen und meist relativ langen Ladezeiten. Das nervt nicht nur ganz allgemein. Es kann in den Einsätzen auch kuriose Auswirkungen haben: Unter Umständen erledigen die Kollegen so gut wie alle Gegner und auch den Rest der Aufgaben, während wir minutenlang nur Landebalken anschauen - am Ende den Auftrag aber ebenfalls erfolgreich absolviert haben.

  • In einem Javelin vom Typ Colossus greifen wir die Soldaten des Dominion an. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Nach den Missionen gibt's Erfahrungspunkte und Ausrüstung. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Anthem spielt auf einem recht hübschen Planeten namens Bastion. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • In Gespräch mit NPCs haben wir stellenweise zwei Antwortmöglichkeiten. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • In der Schmiede statten wir die Javelins mit neuen Kampfsystemen aus. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Vor Missionsstart können wir hier ein privates Spiel erstellen - dann treten wir alleine an. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Fort Tsarsis sehen erst ganz spannend aus - nach vielmaligem Hin- und Hergerenne nervt es! (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Auf der Karte von Tsarsis sehen wir aktive Gesprächsangebote. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Mit drei Begleitern sind wir in einer Höhle unterwegs. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Im Itemshop gibt es nur kosmetische Gegenstände. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Die Preise für die Extras sind ganz schön hoch. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Die Belegungen der Controller wirken durchdacht. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
In einem Javelin vom Typ Colossus greifen wir die Soldaten des Dominion an. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)

Wer nämlich Pech hat und beispielsweise den Anschluss an sein Team verliert oder den Eingang zu einer Höhle nicht findet, wird nach 20 Sekunden automatisch der Gruppe hinterherteleportiert - inklusive einer langen Ladezeit. Auch bei Übertritt in viele der Tunnel, beim Respawn sowie bei gemeinschaftlich zu konsumierenden Zwischensequenzen, die übrigens nicht abgebrochen werden können, sehen wir Ladebalken.

Die Kampagne von Anthem besteht aus einer Reihe von vorgegebenen Missionen und einigen freiwilligen Nebenmissionen. Gemeinsam mit den jeweiligen Zufallsbegleitern kämpfen wir gegen die Armee der Dominion - grausame Eroberer aus dem Norden, deren Anführer "Monitor" heißt. Wer sich über den Namen wundert: Aus irgendeinem Grund haben sich die Entwickler einen Sport daraus gemacht, möglichst viele obskure Bezeichnungen in ihrer Welt zu verwenden.

Zumindest uns hat das relativ rasch eher genervt, statt das Interesse zu wecken. Überhaupt sind Handlung und Worldbuilding eine der großen Schwächen von Anthem. Gedacht ist das so, dass der Spieler nach und nach mittels Zwischensequenzen, Texteinträgen in einem Cortex sowie über Dialoge mit anderen Figuren immer mehr über Vorgänge erfährt.

Verfügbarkeit und Fazit 
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Apfelbaum 14. Mär 2019 / Themenstart

Wow ich entschuldige mich ehrlich, mein "Der arbeitet für Bioware" war als Scherz und...

0xDEADC0DE 28. Feb 2019 / Themenstart

Das wird sich bei den Verkaufszahlen noch zeigen. Elex wurde auch gelobt, ich fand es...

MickeyKay 27. Feb 2019 / Themenstart

Deshalb spiele ich keinen reinen Ballerspiele. Nicht, dass ich das Genre nicht mag, aber...

Der Korrektor 26. Feb 2019 / Themenstart

Ja, also, der Test ist gut und außerdem sind die pseudo-tiefsinnigen Begriffe wirklich...

nnxbtz 26. Feb 2019 / Themenstart

Richtig! Dummerweise sind diese "Gespräche" qualitativ auf dem Nievoh eines...

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