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Verfügbarkeit und Fazit

Insbesondere die Dialoge - bei denen wir ab und zu zwischen zwei Antworten wählen können, was aber augenscheinlich keine Auswirkungen hat - sind allerdings so langatmig und öde in Szene gesetzt, dass wir uns eigentlich nur wegen der Testsituation durchgequält haben. Als private Spieler hätten wir die Plaudereien mit Dauerklicken verkürzt, was zum Glück geht.

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Ähnlich quälend finden wir die langen Laufwege in Fort Tarsis. Das ist die Festung der Menschen, in der wir mit NPCs sprechen und dabei Aufträge erhalten. Um die anderen Figuren zu erreichen, müssen wir allerdings immer und immer wieder in der Ich-Perspektive die gleichen Räume abklappern und dann auf der Übersichtskarte nachschauen, ob sich als Folge des einen Dialogs vielleicht irgendwo anders ein neuer aufgetan hat. Vorschlag an Bioware: Bitte erhöht die Laufgeschwindigkeit in Tarsis per Patch, so dass wir das nervige Rumgerenne wenigstens so flott wie möglich hinter uns bringen können.

Ebenfalls in Fort Tarsis finden wir die Schmiede. Das ist ein Computerterminal, über das wir unsere Javelins - die Stahlrüstungen, mit denen wir fliegen - sowie Waffen und Extras verwalten und ausrüsten. In Anthem gibt es keinen Talentbaum für unseren Charakter, stattdessen laufen alle Verbesserungen über stärkere Kampfgeräte sowie über zusätzliche Optionen am Javelin, etwa indem wir zusätzliche Gewehre an ihm anbringen können.

In der Schmiede wählen wir außerdem aus, welchen der Javelins wir im Einsatz verwenden wollen. Den ersten dürfen wir nach dem Tutorial aussuchen, dann haben wir bei Level 8, 16 und 26 erneut die Wahl. Es gibt vier Basismodelle: etwa den schweren Colossus mit seiner dicken Panzerung, den relativ leichten Interceptor mit sehr schnell verkettbaren Nahkampfangriffen und den Alleskönner Ranger. Die Steuerung der Rüstungen macht viel Spaß, vor allem auf Konsole - am PC finden wir das Fluggefühl trotz Verbesserungen seit der Demo nicht überzeugend.

Das Spiel basiert auf der Frostbite-Engine, und die sorgt auf allen Plattformen für sehr sehenswerte Grafik. Wir sausen durch riesige Täler, schön beleuchtete Höhlen und tauchen per Javlin sogar in märchenhafte Unterwassersysteme ein - teilweise sieht das atemberaubend gut aus. Pop-ups gibt es wenig, allerdings ist die Sichtweite wegen der Berge und Täler nur selten hoch. Ein Nachteil der Grafikpracht sind die oft langen Ladezeiten.

Vermutlich auch deswegen gibt es in Anthem zwar die Möglichkeit, sich im freien Spiel einfach so und ohne Vorgaben allein in der Welt zu bewegen, wobei eine Übersichtskarte bei der Orientierung hilft. Wie eine echte Sandbox, in der man sich immer besser auskennt, funktioniert das Spiel aber kaum: Die Welt ist trotz der Hilfestellungen sehr unübersichtlich, und Strukturen wie Fort Tarsis sind grundsätzlich nur als Extragebiet mit entsprechenden Ladezeiten vorhanden, aber eben nicht wie eine Siedlung in einem Assassin's Creed.

  • In einem Javelin vom Typ Colossus greifen wir die Soldaten des Dominion an. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Nach den Missionen gibt's Erfahrungspunkte und Ausrüstung. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Anthem spielt auf einem recht hübschen Planeten namens Bastion. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • In Gespräch mit NPCs haben wir stellenweise zwei Antwortmöglichkeiten. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • In der Schmiede statten wir die Javelins mit neuen Kampfsystemen aus. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Vor Missionsstart können wir hier ein privates Spiel erstellen - dann treten wir alleine an. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Fort Tsarsis sehen erst ganz spannend aus - nach vielmaligem Hin- und Hergerenne nervt es! (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Auf der Karte von Tsarsis sehen wir aktive Gesprächsangebote. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Mit drei Begleitern sind wir in einer Höhle unterwegs. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Im Itemshop gibt es nur kosmetische Gegenstände. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Die Preise für die Extras sind ganz schön hoch. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
  • Die Belegungen der Controller wirken durchdacht. (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)
Fort Tsarsis sehen erst ganz spannend aus - nach vielmaligem Hin- und Hergerenne nervt es! (Bild: EA/Screenshot: Golem.de)

Anthem ist für Windows-PC, Xbox One und Playstation 4 erhältlich. Der Preis liegt bei rund 60 Euro, auf Konsolen sind kostenpflichtige Abos von Xbox Live Gold oder Playstation Plus nötig. Neben deutscher Sprachausgabe gibt es auch zuschaltbare Untertitel in unterschiedlichen Größen, wahlweise steht die englische Tonspur zur Verfügung. Nach aktuellem Stand sind keine kostenpflichtigen Erweiterungen, Season- oder Battle-Pass-Angebote geplant. Ab März 2019 soll es kostenlose Zusatzinhalte geben. Von der USK hat das Programm eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit

Anthem bietet ebenso unterhaltsame wie simple Ballereien mit toller Grafik, und die Flüge mit den Javelins sind zeitweise richtig packend. Wenn wir mit drei Begleitern in Formation durch eine Schlucht sausen und dann bei der Landung das Feuer auf die feindlichen Dominion eröffnen - klasse! In solchen Momenten läuft das Actionspiel zur Hochform auf. Auch das hervorragende Matchmaking und der unkomplizierte Koopmodus gefallen uns.

Sehr viel mehr Lob haben wir allerdings nicht für Anthem. Dem Spiel gelingt es nur selten, uns in den Bann einer fremden Welt zu ziehen. Vieles wirkt seltsam steril: Zwar sehen die Charaktere ebenso wie die Umgebungen klasse aus, aber die Distanz zu beiden Elementen haben wir nie wirklich überwunden. In den Landschaften würden wir uns ohne Markierungen kaum zurechtfinden, und die meisten der lackaffigen NPCs finden wir sogar unsympathisch.

Viele Missionen bieten nur generische und wenig abwechslungsreiche Aufgaben. Dramatische Momente finden wir vor allem in den Zwischensequenzen, von denen aber viele mit esoterischem Geschwurbel und einigen der blödesten Namen der jüngeren Spielehistorie unfreiwillig komisch wirken - wer nennt denn einen Oberboss bitteschön "Monitor"? In den Kämpfen haben wir außerdem oft das Gefühl, eine Armee aus zu kleinen und zu schwachen Feinden niederzumähen. Dazu kommen die langen Ladezeiten, teils sogar mitten im Einsatz.

Wer unbedingt viel Zeit in seine Flugkünste sowie Sozialkompetenz in die Freundesliste und Geld in den Itemshop investieren möchte, kommt zwar langfristig schon irgendwie auf seine Kosten - zumal das Programm durch Updates und Erweiterungen sicherlich besser wird. Guten Kumpels würden wir trotzdem raten, lieber einen Bogen um dieses Abenteuer von Bioware zu fliegen.

 Anthem im Test: Seelenloser Baller-Blender
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thoweb 13. Mai 2019

Für ein Multiplayer mag Anthem gut sein, aber es wurde ein RPG angekündigt mit Tiefe und...

thoweb 13. Mai 2019

Kann man Anthem mögen oder eher nicht? Ich vermute das hängt stark von der...

0xDEADC0DE 28. Feb 2019

Das wird sich bei den Verkaufszahlen noch zeigen. Elex wurde auch gelobt, ich fand es...

MickeyKay 27. Feb 2019

Deshalb spiele ich keinen reinen Ballerspiele. Nicht, dass ich das Genre nicht mag, aber...

Der Korrektor 26. Feb 2019

Ja, also, der Test ist gut und außerdem sind die pseudo-tiefsinnigen Begriffe wirklich...


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