Antennenfernsehen: Rund 500.000 Kunden holen sich kostenpflichtiges DVB-T2
Bis zum Start der Bezahlphase für das neue terrestrische Fernsehsignal DVB-T2 hat der Plattformbetreiber rund 500.000 Kunden gewonnen. "Wir sind mit der Kundenresonanz sehr zufrieden", sagte Kerstin Köder, Chefin von Freenet TV – so heißt das das Pay-TV-Produkt von Media Broadcast. Man sei bestrebt gewesen, den Übergang für die Kunden so leicht wie möglich zu gestalten. Am 4. Juli 2017 endete für die ersten Nutzer eine dreimonatige Gratisphase. Für den Empfang der privaten Sender in HD-Qualität fallen nun jährlich 69 Euro an.
Experten wie Theo Weirich, Chef des Netzbetreibers Wilhelm.tel, sind von der Technologie allerdings wenig begeistert. Sie erwarten, dass sich die Verbreitung von Fernsehsendern ins Internet verlagert, und möchten die von DVB-T2 verwendeten Frequenzen lieber für mobiles Internet verwenden. Ende Mai 2017 war außerdem eine Umfrage bekanntgeworden, laut der über 14 Prozent der Kunden weg wollen DVB-T2. 35,1 Prozent waren damals noch unschlüssig, ob sie wechseln werden.
In Deutschland empfangen insgesamt 3,4 Millionen Haushalte das TV-Signal terrestrisch, für knapp die Hälfte ist es die Hauptquelle für den Fernsehempfang. Davon hat Freenet rund ein Drittel als Kunden gewonnen und befindet sich nach Angaben des Unternehmens damit im Soll. Ein umfassenderes Fazit über den Erfolg werde man voraussichtlich Ende des Jahres ziehen können. Wer sich auch nach Ablauf der Gratis-Phase für das Bezahlmodell entscheidet, erhält laut Freenet weiterhin einen Monat nach Registrierung freien Zugang zu den nun kostenpflichtigen Sendern.
Ende März 2017 war das terrestrische Signal DVB-T in weiten Teilen Deutschlands abgeschaltet worden. Mit dem neuen Standard DVB-T2 HD kann das TV-Signal erstmals in hoher Auflösung ausgestrahlt werden. Die privaten Sender verlangen eine Gebühr, die über die Plattform von Freenet TV abgerechnet wird. Das Unternehmen vertreibt auch entsprechende Settop-Boxen für den Empfang.
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