Antennenfernsehen: DVB-T2-Betreiber verteidigt sich gegen Mobilfunkbranche

Der langwellige Bereich unterhalb von 700 Megahertz soll für 5G frei gemacht werden, fordert die Telefónica. Doch das neue DVB-T2-Netz für Antennenfernsehen ist noch nicht einmal komplett ausgerollt.

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Die DVB-T2 Umschaltnacht im Mäz 2017
Die DVB-T2 Umschaltnacht im Mäz 2017 (Bild: Media Broadcast)

Der DVB-T2-Betreiber Media Broadcast wehrt sich dagegen, dass Mobilfunkbetreiber und Ausrüster sein Spektrum für 5G aufteilen wollen. Ein Sprecher der Media Broadcast sagte Golem.de auf Anfrage: "Zu einem Zeitpunkt, an dem noch nicht einmal die Frequenzen der Digitalen Dividende II genutzt werden, um LTE flächendeckend anzubieten, nach einer Digitalen Dividende III für 5G zu rufen, erscheint verfrüht. Die Mobilfunkbetreiber werden immer bestrebt sein, so viel Spektrum wie möglich zu kontrollieren, auch weil man dadurch Wettbewerb reduzieren kann." Der Frequenzbereich von DVB-T2 liegt im Bereich von 470 MHz bis 690 MHz.

Markus Haas, Chef der Telefónica Deutschland, hatte die Diskussion um eine Digitale Dividende III angestoßen und gefordert, die Frequenzen im langwelligen Bereich unterhalb von 700 Megahertz müssten weltweit harmonisiert und für den entsprechenden Gebrauch bestimmt werden. "Wenn wir in Deutschland die gesamte Fläche abdecken wollen, werden wir in den kommenden Jahren noch mehr Spektrum brauchen", sagte Haas.

Unterhalb 700 MHz sieht Nokia Möglichkeiten, in Kooperation mit dem Rundfunk massiv zusätzliche Kapazitäten für lineare und nichtlineare Inhalte zu schaffen. Der finnische Konzern hat dazu umfangreiche Untersuchungen mit dem Rundfunk unternommen und arbeitet weiterhin zum Beispiel in der 5G Media Initiative daran mit, 5G-Technologie zum Nutzen von Rundfunk und Mobilfunk auch in diesem "hochattraktiven" Frequenzbereich einzusetzen.

Fernsehen als Teil von 5G

Erste technische Ansätze zur Integration von Rundfunk in LTE/5G wurden im bayerischen Forschungsprojekt IMB5 von 2014 bis 2016 erfolgreich untersucht und in Versuchsnetzen in München und Erlangen demonstriert. Zu den Partnern gehören der Bayerische Rundfunk (BR), der Südwestrundfunk, Nokia, der Hersteller von Antennen- und Satellitentechnik Kathrein Werke, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) und das Münchner Startup Cadami.

"Die von den TK-Ausrüstern angestoßene Diskussion ist ein alter Hut. Dass lineares Fernsehen als Broadcast über 5G - wie heute schon über LTE - technisch möglich sein wird, heißt noch lange nicht, dass es auch überzeugende Geschäftsmodelle dafür geben wird", erklärte der Media-Broadcast-Sprecher. Für den Empfang der privaten Sender in HD-Qualität müssen jährlich 69 Euro bezahlt werden. In Deutschland läuft DVB-T2 mit dem Codierungsverfahren HEVC (H.265) und hat eine Bildauflösung von 1080p.

Das DVB-T2-Netz für Antennenfernsehen ist zudem noch nicht einmal komplett ausgerollt. So baut Media Broadcast das Sendernetz von Freenet TV bis Ende 2018 auf insgesamt 63 Senderstandorte aus. Die Umstellung der Öffentlich-Rechtlichen auf DVB-T2 wird im Jahr 2019 abgeschlossen sein.

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M.P. 24. Sep 2018

Da ist das Militär aber nur koordinierter Mitnutzer. 470 ... 694 ist z. B. primär-Nutzer...

Spaghetticode 24. Sep 2018

Ich denke, dass das Schüsselverbot vor allem bei den Großvermietern wie Vonovia...

M.P. 24. Sep 2018

Und wieso soll man dann im Spektrum unter 1 GHz verbrannte Erde hinterlassen, wenn der...

Spaghetticode 24. Sep 2018

O ist ganz schön gierig. Da haben wir ihnen schon einen großen Teil des...



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