• IT-Karriere:
  • Services:

Ansgar Heveling: Unionsfraktion begrüßt Kartellbeschwerde gegen Google

Die Unionsfraktion verteidigt die Klage von Verlagen gegen Google. Der Konzern könne im Alleingang festlegen, "wer im Internet stattfindet". IT-Anwalt Stadler hält die Position der Verlage allerdings für ungerechtfertigt und rabulistisch.

Artikel veröffentlicht am ,
Begrüßt die Kartellbeschwerde gegen Google: Ansgar Heveling
Begrüßt die Kartellbeschwerde gegen Google: Ansgar Heveling (Bild: Ansgar Heveling/Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Die Unionsfraktion im Bundestag begrüßt das juristische Vorgehen zahlreicher Verlage gegen den Suchmaschinenkonzern Google. Das geltende Recht werde von Google offensichtlich insbesondere auf seinem Nachrichtenportal Google News konsequent nicht beachtet, teilten die Abgeordneten Marco Wanderwitz und Ansgar Heveling (beide CDU) am Dienstag in Berlin mit. "Statt in Verhandlungen zu treten, drohte Google den Verlagen per E-Mail mit dem Auslisten ihrer Inhalte. Das zeigt, dass Google seine marktmächtige Position missbraucht - in dem Wissen, dass die eigene Monopolstellung im Netz dieses Verhalten ermöglicht."

Stellenmarkt
  1. Stadtwerke München GmbH, München
  2. HiPP-Werk Georg Hipp OHG, Pfaffenhofen Raum Ingolstadt

Zwölf deutsche Verlage und die Verwertungsgesellschaft (VG) Media hatten am Dienstag Beschwerde beim Bundeskartellamt eingelegt. Hintergrund ist das Vorgehen von Google, das vor dem Inkrafttreten des Leistungsschutzrechts am 1. August 2013 die Verlage dazu aufgefordert hatte, ihr Einverständnis zu geben, dass Texte und Videos "unentgeltlich in Google News aufgenommen werden sollen". Darin sehen die Verlage nun einen Missbrauch von Googles Vormachtstellung.

Diese Position wird von der Unionsfraktion nun unterstützt. Google wisse, "dass es im Alleingang festlegen kann, wer im Internet stattfindet und wer nicht", schrieben Wanderwitz und Heveling weiter. Die Kartellbeschwerde sei "ein deutliches Signal in Richtung EU-Kommission, über die Einleitung eines wettbewerbsrechtlichen Verfahrens gegen Google nachzudenken und nicht auf eine Vereinbarung zu setzen". Auch im Rechtsraum Internet gälten die Regeln der Sozialen Marktwirtschaft: "Es ist nicht der Stärkste, der die Regeln setzt, sondern der Staat im Interesse der Allgemeinheit." EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hatte bereits im Februar mitgeteilt, er habe sich mit Google weitgehend geeinigt. Den deutschen Verlagen gehen die Zugeständnisse des Konzerns im Streit um die Bevorzugung eigener Angebote bei den Suchergebnissen aber längst nicht weit genug.

Indizierungspflicht für lizenzpflichtige Verlagsinhalte?

Das kartellrechtliche Vorgehen hatten die Verlage schon seit Jahren beobachtet. Vor zwei Jahren hatte Christoph Keese vom Axel-Springer-Konzern in einem Interview mit Golem.de bereits gesagt, für den Fall, dass Google mit einem Delisting drohe, sei "es ratsam, das Wettbewerbsrecht im Auge zu behalten". In einer Studie des Berliner Instituts für Strategieentwicklung (IFSE) war anschließend über eine Indizierungspflicht lizenzpflichtiger Verlagsinhalte für Suchmaschinen spekuliert worden. Offenbar versuchen die Verlage nun, eine solche für den Marktführer Google per Kartellrecht durchzusetzen.

Nach Ansicht des IT-Fachanwalts Thomas Stadler ist die Position der Verlage rabulistisch. "Denn die Suchmaschinentreffer, die Google anzeigt, unterfallen als 'kleinste Textausschnitte' überhaupt nicht dem Leistungsschutzrecht. Insoweit besteht auch kein Vergütungsanspruch der Verlage, die diesbezügliche Zahlungsaufforderung der VG Media ist nicht gerechtfertigt", schreibt Stadler. Die Forderung der Verlage stelle vielmehr eine Ungleichbehandlung gegenüber allen anderen Anbietern von Inhalten im Netz dar. Es ist laut Stadler "aber nicht Aufgabe des Kartellrechts, eine Besserstellung einer einzelnen Branche herbeizuführen".

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. (u. a. RTX 2080 ROG Strix Gaming Advanced für 699€, RTX 2080 SUPER Dual Evo OC für 739€ und...
  3. 299,00€ (Bestpreis! zzgl. Versand)

Eve666 25. Jun 2014

Hmm das mit dem generieren ist so eine Sache... damit das Leistungsschutzrecht überhaupt...

Dadie 25. Jun 2014

Bislang ist es aber mehr als gut ausgegangen, zumindest für ihn. Man mag mich gerne vom...

Kaworu 25. Jun 2014

Mich würde mal interessieren was passiert, wenn Google seine Deutschlandniederlassung...

zreptil 25. Jun 2014

Nicht nur das. Man kann das sogar selbst tun, indem man seine Webseiten so umbaut, dass...

luzipha 25. Jun 2014

+1


Folgen Sie uns
       


Google Stadia - Test

Beim Test haben wir verschiedene Spiele auf Stadia von Google ausprobiert und uns mit der Einrichtung und dem Zugang beschäftigt.

Google Stadia - Test Video aufrufen
Von Microsoft zu Linux und zurück: Es gab bei Limux keine unlösbaren Probleme
Von Microsoft zu Linux und zurück
"Es gab bei Limux keine unlösbaren Probleme"

Aus Ärger über Microsoft stieß er den Wechsel der Stadt München auf Linux an. Kaum schied er aus dem Amt des Oberbürgermeisters, wurde Limux rückgängig gemacht. Christian Ude über Seelenmassage von Ballmer und Gates, die industriefreundliche CSU, eine abtrünnige Grüne und umfallende SPD-Genossen.
Ein Interview von Jan Kleinert


    Raumfahrt: Mehr Geld für die Raumfahrt reicht nicht aus
    Raumfahrt
    Mehr Geld für die Raumfahrt reicht nicht aus

    Eine mögliche leichte Senkung des deutschen Beitrags zur Esa bringt nicht die Raumfahrt in Gefahr. Deren heutige Probleme sind Resultat von Fehlentscheidungen, die hohe Kosten und Ausgaben nach sich ziehen. Zuerst braucht es Reformen statt noch mehr Geld.
    Ein IMHO von Frank Wunderlich-Pfeiffer

    1. Space Rider Neuer Anlauf für eine eigene europäische Raumfähre
    2. Vega Raketenabsturz lässt Fragen offen

    Videospiellokalisierung: Lost in Translation
    Videospiellokalisierung
    Lost in Translation

    Damit Videospiele in möglichst viele Länder verkauft werden können, müssen sie übersetzt beziehungsweise lokalisiert werden. Ein kniffliger Job, denn die Textdatei eines Games hat oft auf den ersten Blick keine logische Struktur - dafür aber Hunderte Seiten.
    Von Nadine Emmerich

    1. Spielebranche Entwickler können bis 2023 mit Millionenförderung rechnen
    2. Planet Zoo im Test Tierische Tüftelei
    3. Förderung Spielentwickler sollen 2020 nur einen "Ausgaberest" bekommen

      •  /