ANS-Coding: Microsoft bekommt Patent auf freies Kodierverfahren

Google war mit einem Patent auf ANS-Coding gescheitert, Microsoft ist das nun gelungen. Der Erfinder will das Verfahren eigentlich frei halten.

Artikel veröffentlicht am ,
Microsoft hat ein Patent auf das freie rANS bekommen.
Microsoft hat ein Patent auf das freie rANS bekommen. (Bild: Carlo Allegri/Reuters)

Der Softwarekonzern Microsoft hat nach jahrelangen Versuchen vom US-Patentamt ein Patent auf das Kodierverfahren rANS bekommen. Dabei handelt es sich um eine von mehreren Varianten des Kodierungsverfahren Asymmetric Numeral Systems (ANS), das in fast allen modernen Codecs vorkommt wie etwa in AV1, der Z-Standard-Kompression oder im Fall von rANS in dem neuen JPEG XL.

Stellenmarkt
  1. Business Analyst (m/w/d)
    Engelbert Strauss GmbH & Co. KG, Freigericht
  2. (Medien-)Informatikerin / Kommunikationswissenschaftle- rin als IT-Verantwortliche (m/w/d) ... (m/w/d)
    Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., München
Detailsuche

Als Erfinder von ANS gilt aber nicht Microsoft, sondern Jarosław (Jarek) Duda, der an der Universität Krakau forscht. Duda selbst wollte ANS nie patentieren oder anderweitig schützen und hat seine Arbeit dazu deshalb frei verfügbar auf dem Dokumentenserver Arxiv publiziert.

Bereits vor einigen Jahren hat der Informatiker Versuche von Google kritisiert, ein Patent auf ANS anzumelden. Die Google-Anmeldung wurde auch abgewiesen.

Mit einem ersten Versuch, sich ein ANS-Patent zu sichern, war zunächst auch Microsoft noch beim US-Patentamt gescheitert, legte dagegen aber Widerspruch ein. Bereits vor rund einem Jahr warnte Duda im Zuge dieses Vorgangs öffentlich vor einer Patentierung der Technik durch Microsoft.

ANS-Erfinder Duda kritisiert Microsoft

Golem Karrierewelt
  1. Container Technologie: Docker und Kubernetes - Theorie und Praxis: virtueller Drei-Tage-Workshop
    04.-07.07.2022, virtuell
  2. Advanced Python – Fortgeschrittene Programmierthemen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    23.-25.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Duda sagte dem Magazin The Register damals: "Wenn es gewährt wird, wird das die Anwendbarkeit und Entwicklung von ANS stark beeinträchtigen." Zu der nun gewährten Patentierung sagte Duda dem Magazin: "Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll - (Microsofts Patent) sieht aus wie die Beschreibung des Standardalgorithmus."

Duda weist außerdem darauf hin, dass rANS in JPEG XL genutzt wird, das deutlich bessere Kompression und Qualität liefern soll als das 30 Jahre alte JPEG. Die Arbeiten an JPEG XL sind quasi beendet und standardisiert.

Linux: Das umfassende Handbuch von Michael Kofler. Für alle aktuellen Distributionen (Desktop und Server) (Deutsch)

Das Format soll als lizenzfreies Dateiformat bald Einzug in vielen modernen Anwendungen wie Browsern oder Betriebssystemen halten. Duda befürchtet, dass dies durch das Patent von Microsoft deutlich erschwert werden könnte.

Ob es letztlich dazu kommt, ist derzeit aber völlig unklar. So müssten Unternehmen ihre Patente und mögliche Ansprüche der ISO vor einer Standardisierung eigentlich melden, was hier laut The Register aber nicht geschehen ist, obwohl Microsoft in diesen Gremien aktiv ist. Für JPEG XL sollte es also keine Auswirkungen geben, vermutet der Hauptbetreuer der JPEG-XL-Spezifikation, Jon Sneyers, laut The Register.

Tatsächlich ist bisher aber nicht klar, was Microsoft mit dem Patent vorhat und warum der Konzern sich die eigentlich freie Technik hat patentieren lassen. Anfragen dazu etwa von The Register hat das Unternehmen bisher nicht beantwortet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Vash 21. Feb 2022

Nicht unbedingt, vielleicht wollen sie heute Patenttrollen zuvorkommen um keine Lizenzen...

rumme 21. Feb 2022

Ja, da könnte etwas dran sein ;-)

Herr Unterfahren 21. Feb 2022

Ich stimme dir hier leider nur bedingt zu. Solange MS nicht selbst trollt, oder das...

tomate.salat.inc 21. Feb 2022

Was ist daran Heuchlerei? Apple ist regelmäßig in der Kritik und bei Microsoft erinnere...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Prehistoric Planet
Danke, Apple, für so grandiose Dinosaurier!

Musik von Hans Zimmer, dazu David Attenborough als Sprecher: Apples Prehistoric Planet hat einen Kindheitstraum zum Leben erweckt.
Ein IMHO von Marc Sauter

Prehistoric Planet: Danke, Apple, für so grandiose Dinosaurier!
Artikel
  1. Star Wars: Cal Kestis kämpft in Jedi Survivor weiter
    Star Wars
    Cal Kestis kämpft in Jedi Survivor weiter

    EA hat offiziell den Nachfolger zu Star Wars Jedi Fallen Order angekündigt. Hauptfigur ist erneut Cal Kestis mit seinem Roboterkumpel BD-1.

  2. Fahrgastverband Pro Bahn: Wo das 9-Euro-Ticket sicher gilt
    Fahrgastverband Pro Bahn
    Wo das 9-Euro-Ticket sicher gilt

    Die Farbe der Züge ist entscheidend, was bei der Reiseplanung in der Deutsche-Bahn-App wenig nützt. Dafür laufen Fahrscheinkontrollen ins Leere.

  3. Retro Gaming: Wie man einen Emulator programmiert
    Retro Gaming
    Wie man einen Emulator programmiert

    Warum nicht mal selbst einen Emulator programmieren? Das ist lehrreich und macht Spaß - wenn er funktioniert. Wie es geht, zeigen wir am Gameboy.
    Von Johannes Hiltscher

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 evtl. bestellbar • Prime Video: Filme leihen für 0,99€ • Gigabyte RTX 3080 12GB günstig wie nie: 1.024€ • MSI Gaming-Monitor 32" 4K günstig wie nie: 999€ • Mindstar (u. a. AMD Ryzen 5 5600 179€, Palit RTX 3070 GamingPro 669€) • Days of Play (u. a. PS5-Controller 49,99€) [Werbung]
    •  /