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Anrufprotokoll: Apple stoppt undokumentierte Synchronisation mit der iCloud

Die Funktion hatte Apple vor drei Jahren heimlich eingeführt. Forensiksoftware konnte so an die Anrufprotokolle von iPhones kommen.

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Anrufprotokolle wandern mit iOS 13.4 nicht mehr in die iCloud.
Anrufprotokolle wandern mit iOS 13.4 nicht mehr in die iCloud. (Bild: Taylor Grote/Pixabay)

Verpasste oder getätigte Anrufe werden nicht mehr im Hintergrund mit der iCloud synchronisiert, wie der Forensiksoftwarehersteller Elcomsoft berichtet. Die Funktion hatte Apple vor gut drei Jahren mit iOS 9 eingeführt und nicht dokumentiert. Die meisten Nutzer wussten daher nicht, dass ihre Anrufprotokolle, inklusive Anrufe über Messenger, mit der iCloud synchronisiert wurden. Nutzer mit geteilten iCloud-Konten sahen jedoch die verpassten Anrufe des Partners oder Freundes. Die Funktion konnte nur durch ein komplettes Abschalten der iCloud-Synchronisation deaktiviert werden.

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Auch für Strafverfolgungsbehörden oder Hersteller von Forensiksoftware wie Elcomsoft war die Funktion interessant, um an die Anrufprotokolle von iPhone-Besitzern zu gelangen. Bis zu vier Monate in die Vergangenheit konnten die Verbindungsprotokolle wieder hergestellt werden.

Eine Abfrage der Daten ermöglicht nicht nur, die Zeit und den Urheber eines Anrufes abzurufen, sondern auch einen eindeutigen Call Identifier, den Status des Telefonats (Angenommen, Verpasst, Abgewiesen und andere) und die Länge des Telefonats. Auch Voice-over-IP-Dienste wie Skype oder Messenger wie Facetime und Whatsapp werden von der Speicherung erfasst.

Warum Apple die iCloud-Synchronisation des Anrufprotokolls in iOS 13.4 deaktiviert hat, ist derzeit unbekannt. Auf Anfrage von Elcomsoft soll Apple nur geantwortet haben, dass ihnen die Privatsphäre ihrer Nutzer wichtig ist.

Im Januar wurde bekannt, dass Apple Pläne zu verschlüsselten Backups in der iCloud vor rund zwei Jahren verworfen hatte und damit den Wünschen des FBI entgegenkam. Das FBI habe demnach befürchtet, mit der Sicherheitsmaßnahme ihren wichtigsten Zugang zu Beweisen auf iPhones zu verlieren. Denn so gut gesichert die iPhones auch sein mögen: Liegen die Daten für Apple zugänglich in der iCloud, können auch Strafverfolgungsbehörden oder Geheimdienste einfach auf sie zugreifen. Laut Gerichtsdokumenten ist es dem FBI in einem Verfahren wegen unzulässiger Wahlkampffinanzierung gelungen, Textnachrichten aus einem aktuellen iPhone 11 zu extrahieren.

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