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Anonymous: Zehn Jahre Haft für Stratfor-Hacker Hammond

Für seinen Hack des Sicherheitsunternehmens Stratfor hat Anonymous-Mitglied Jeremy Hammond die Höchststrafe erhalten. Er bezeichnete das Urteil als "rachsüchtigen und boshaften Akt" . Wikileaks kündigt weitere Enthüllungen an.
/ Friedhelm Greis
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Jeremy Hammond (Bild: Gracefire/Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)
Jeremy Hammond Bild: Gracefire/Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Der Hacker Jeremy Hammond muss wegen des Eindringens in die Server diverser Unternehmen, Behörden und anderer Organisationen für zehn Jahre ins Gefängnis. Das entschied ein US-Bundesgericht am Freitag in New York. Hammond bezeichnete seine Aktivitäten in seinem Statement vor Gericht(öffnet im neuen Fenster) als "Akt des zivilen Ungehorsams" gegen die Auswüchse des Überwachungsstaates und die Erfüllungsgehilfen der Regierung in den Unternehmen. Er begründete sein Engagement für Anonymous damit, dass er frustriert über die Nutzlosigkeit von friedlichem Protest gewesen sei. Richterin Loretta A. Preska zeigte sich davon aber unbeeindruckt. Hammond kann sich nicht in eine Reihe mit Martin Luther King, Nelson Mandela und dem früheren Whistleblower Daniel Ellsberg stellen, sagte sie laut New York Times(öffnet im neuen Fenster) . Es steckt "keine edle oder soziale Gesinnung dahinter, Chaos anzurichten" .

Hammond hatte sich im Mai dieses Jahres schuldig bekannt, in die Computer des US-Sicherheitsunternehmens Strategic Forecasting (Stratfor) eingedrungen zu sein. Ohne dieses Eingeständnis hätte ihm bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von bis zu 30 Jahren gedroht. Der Anonymous-Ableger Antisec war Weihnachten 2011 in die Systeme von Stratfor eingebrochen und hatte rund 200 GByte an Daten entwendet. Einen Teil stellte das Kollektiv selbst ins Netz. Mehrere Millionen E-Mails des Sicherheitsunternehmens, das auch als Schatten-CIA bezeichnet wurde, bekam Wikileaks. Die Organisation veröffentlichte sie unter der Bezeichnung Global Intelligence Files . Nach dem Urteil vom Freitag kündigte Wikileaks an(öffnet im neuen Fenster) , in Kürze noch alle verbliebenen Stratfor-Dokumente zu veröffentlichen.

Hammond will mit dem Hacken aufhören

Hammond ist mutmaßlich von Hector Xavier Monsegur an die US-Bundespolizei FBI verraten worden . Monsegur gilt als Anführer des Kollektivs Lulzsec, das sich im Juni 2011 mit Anonymous zusammenschloss . Monsegur, der unter dem Decknamen Sabu auftrat, war ungefähr zu dieser Zeit vom FBI enttarnt worden und hatte sich von der US-Bundespolizei umdrehen lassen. Er verriet mehrere Hacktivisten und stiftete einige Aktionen an, darunter auch die gegen Stratfor. Das FBI hatte über ihn Lulzsec sogar die Server bereitgestellt, auf die die gestohlenen Dateien transferiert wurden.

Bereits am Donnerstag hatte Hammond im Untersuchungsgefängnis in einem Gespräch mit dem Guardian(öffnet im neuen Fenster) gesagt, dass er mit einer langen Haftstrafe rechne. Dies sei ein "rachsüchtiger und boshafter Akt" . Die Staatsanwälte hätten ihm klargemacht, dass sie potenziellen Nachahmern ein Zeichen geben wollten. Zudem sagte Hammond sowohl der Zeitung als auch in seinem Statement vor Gericht, dass das FBI ihn manipuliert habe, um "Dutzende" Seiten ausländischer Regierungen anzugreifen. Sabu habe ihm Listen mit möglichen Hackerzielen gegeben und ihn aufgefordert, in die Systeme einzudringen. "Ohne Sabus Beteiligung hätte ich den Stratfor-Hack nie ausgeführt" , sagte Hammond. Seinen Gefängnisaufenthalt wolle er zum Lesen, Schreiben und für Sport nutzen, um sich auf die Zeit nach der Entlassung vorzubereiten, sagte der 28-Jährige dem Guardian. Mit dem Hacking habe er aber abgeschlossen: "Ich denke, meine Hacking-Zeit ist vorbei. Das sollen andere übernehmen." Dass er immer noch hinter der Bewegung steht, zeigte er aber beim Verlassen des Gerichtssaals: "Lang lebe Anonymous" , rief er und reckte eine Faust in die Luft. "Hoch lebe die Anarchie!"


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