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Anonymous: Telefonat zwischen FBI und Scotland Yard veröffentlicht

Anonymous hat eine heimlich mitgeschnittene Telefonkonferenz zwischen FBI und Scotland Yard veröffentlicht. Die Echtheit des sich um Anonymous , Lulzsec und Antisec drehenden Gesprächs wurde bereits bestätigt. Auch Valves Steam -Community kommt darin vor.
/ Christian Klaß
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Anonymous veröffentlicht Mitschnitt einer Ermittler-Telefonkoferenz. (Bild: Anonymous/Lulzsec)
Anonymous veröffentlicht Mitschnitt einer Ermittler-Telefonkoferenz. Bild: Anonymous/Lulzsec

Die polizeilichen Ermittlungsbehörden FBI (USA) und Scotland Yard (Großbritannien) sind von Anonymous durch die Veröffentlichung einer vertraulichen Telefonkonferenz vorgeführt worden. Diese fand am 17. Januar 2012 statt und drehte sich laut einer ebenfalls veröffentlichten E-Mail um "laufende Ermittlungen im Zusammenhang mit Anonymous, Lulzsec, Antisec und andere verbundene Splittergruppen."

In der E-Mail, die an über 40 verschiedene US-amerikanische und europäische Ermittler ging, darunter auch ein Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes, standen die Zugangsdaten zu der Telefonkonferenz. Das lässt vermuten, dass Anonymous Zugang zum E-Mail-Account eines der gelisteten Ermittler erlangen konnte. Entsprechend brauchten sich die Aktivisten nur einwählen, taten dies offenbar recht früh und es fiel deshalb nicht auf.

Das Resultat der Aktion, der Mitschnitt des "Anon-Lulz International Coordination Call", ist seit dem 3. Februar 2012 im Netz zu hören – als MP3-Datei zum Download oder auch bei Youtube(öffnet im neuen Fenster) . In dem fast 17 Minuten langen Mitschnitt reden eine Handvoll Ermittler, es gibt etwas Smalltalk und Gelächter – später geht es aber auch um Ermittlungsdetails.

Piepser und ein Steam-Hacker

Dabei werden auch bürgerliche Namen von mutmaßlichen, noch nicht festgenommenen Hackern genannt, die in dem Mitschnitt aber anders als ihre Spitznamen durch Piepsen unkenntlich gemacht wurden. Nicht verfremdet wurden die Namen von Jake "Topiary" Davis, dem mutmaßlichen Sprecher von Lulzsec, und von Ryan Cleary, der für einen DDoS-Angriff gegen die britische Verbrechensbekämpfungsbehörde Serious Organised Crime Agency (SOCA) verantwortlich gemacht wird.

Im Verlauf der Konferenz ging es auch um die Frage, ob FBI-Ermittler in Großbritannien beim Verhören von Verdächtigen beteiligt sein dürfen. Die britischen Kollegen wollten das aber erst prüfen, da es nicht üblich sei.

Ein Teil der Konferenz dreht sich um Ende 2011 erfolgte Hackerangriffe auf Valves Spieledownloadshop Steam. Ein britischer Beamter erwähnt dabei einen 15-jährigen Verdächtigen, der aus Geltungsdrang und Dummheit gehandelt haben soll. Unter dem Spitznamen TEHWONGZ soll er in einem Dokument Steam nennen und verschiedene Hacks für sich in Anspruch nehmen.

Die Anonymous-Aktivisten haben über den Twitter-Account @AnonymousIRC unter dem Hashtag #OpInfiltration verkündet, dass sie schon seit längerem die interne Kommunikation der Beamten verfolgen würden. Das FBI und Scotland Yard sagten dazu noch nichts, haben aber zumindest die Echtheit des illegalen Mitschnitts bestätigt.

Hacker stören Ermittlungen

Die Nachrichtenagentur The Associated Press (AP) zitiert Karen Todner, eine Anwältin von Cleary mit der Aussage, dass solche Datenlecks die Arbeit der Polizei zunichte machen könnten. Falls sie ihre E-Mails nicht abgesichert hätten, könnte es die Ermittlungen möglicherweise beeinträchtigen.

Verschiedene Aktionen von Anonymous und Lulzsec – DDos-Angriffe, Hacks und Cracks – hatten dazu geführt, dass Mitglieder durch das FBI und andere Strafverfolgungsbehörden verhaftet wurden – was diese selbst zu Zielen von Hackerangriffen machte.


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