Anonymous Sudan will Vergeltung: Hackergruppe nimmt Telegram ins Visier

Die Hackergruppe Anonymous Sudan, auch bekannt als Storm-1359, hat den weitverbreiteten Messengerdienst Telegram zu ihrem neuen DDoS-Angriffsziel (Distributed Denial of Service) erklärt. Üblicherweise greift die Gruppe ihre Ziele eher aus politischen oder religiösen Gründen an. Wie aus einem Bericht von Socradar(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, dürfte es sich in diesem Fall aber eher um einen Akt der Vergeltung(öffnet im neuen Fenster) handeln, da Telegram erst vor wenigen Tagen den Hauptkanal von Anonymous Sudan auf der Messenger-Plattform geschlossen hatte(öffnet im neuen Fenster) .
Für die Sperrung des Kanals nannte Telegram keinen konkreten Grund. Untersuchungen der dort erfolgten Aktivitäten legen jedoch nahe, dass der Anbieter des Messengerdienstes damit möglicherweise auf eine fragwürdige Verwendung von Bot-Konten reagiert hat. Der Telegram-Kanal von Anonymous Sudan soll mehr als 100.000 Nutzer gehabt haben, wobei diese Zahl unter Einsatz von Bots aufgebläht worden sein soll. Auch der Versand von Spam-Nachrichten könnte bezüglich der Sperrung eine Rolle gespielt haben.
Darüber hinaus weist Socradar aber auch noch auf die Möglichkeit hin, dass Telegram den Kanal als Reaktion auf einen DDoS-Angriff der Hacker auf Elon Musks Kurznachrichtendienst X gesperrt haben könnte. Ende August versuchte Anonymous Sudan den SpaceX-CEO durch diesen Angriff unter Druck zu setzen. Die Hacker forderten von Musk, er solle Starlink in ihrem Heimatland Sudan verfügbar machen. X war infolge dieses Angriffs mehr als zwei Stunden nicht erreichbar, wie unter anderem BBC berichtete(öffnet im neuen Fenster) .
Auch andere Organisationen wurden bereits angegriffen
Anonymous Sudan wurde im Januar 2023 mit dem Ziel gegründet, Cyberangriffe gegen jedes Land zu starten, das sich gegen den Sudan stellt. Die Hackergruppe hatte es in der Vergangenheit schon auf viele namhafte Ziele abgesehen, darunter Clouddienste von Microsoft , Tinder, Lyft, Scandinavian Airlines sowie mehrere Krankenhäuser in den USA. Auch Verbindungen nach Russland werden den böswilligen Akteuren nachgesagt.