Anonymous: NSA-Chef befürchtet Angriffe auf Stromversorgung
Keith Alexander, Chef des Cybercom, der US-Kommandostelle für den Cyberwar, und des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA), hat vor der Gruppe Anonymous gewarnt. In mehreren nichtöffentlichen Sitzungen habe er seine Besorgnis über künftige Angriffe des Kollektivs geäußert, berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eingeweihte Quellen.
Hinter verschlossenen Türen, unter anderem in Sitzungen im Weißen Haus, habe der NSA-Chef die Befürchtung geäußert, Anonymous könnte in den kommenden ein bis zwei Jahren in der Lage sein, Stromausfälle zu verursachen. In der Öffentlichkeit hatte er bislang nur vor der Fähigkeit der Gruppe gewarnt, Computersysteme lahmzulegen oder zu beschädigen.
Besorgte Behörden
Alexanders Warnung vor Anonymous zeige, dass US-Offizielle zunehmend besorgt seien über die Fähigkeiten des Kollektivs, schreibt die Zeitung. Auch wenn Anonymous bisher keine entsprechenden Absichten geäußert hat, befürchten die Funktionäre, dass die Gruppe mehr und mehr Unruhe verbreiten wird.
Zwar hat Anonymous mehrfach auch offizielle US-Seiten angegriffen und teilweise lahmgelegt, zuletzt die des Auslandsgeheimdienstes CIA. Cybersicherheitsexperten bezweifelten aber, dass Anonymous tatsächlich in der Lage sei, Stromausfälle herbeizuführen. Für die Betreiber von Versorgungseinrichtungen sind Cyberangriffe ohnehin nicht ungewöhnlich.
Falsche Abschaltmeldung
Vor einigen Tagen kursierte die Meldung, Anonymous wolle am 31. März 2012 durch einen Angriff auf die DNS-Root-Server das Internet abschalten. Umgehend dementierte die Gruppe aber die Meldung. Eine solche Aktion sei nicht geplant.
Psychologisch dürften solche Falschmeldungen indes dennoch eine Wirkung erzielen – ebenso wie eine Warnung von offizieller Seite.
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