Anonymous: Hacker greifen WM-Sponsoren an

Sie legen Internetseiten lahm und publizieren geheime Dokumente. Die Aktivisten von Anonymous greifen in die Weltmeisterschaft ein. Teilweise auch mit legalen Mitteln.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Wendt
Nicht nur auf der Straße, auch im Netz gibt es Proteste gegen die WM.
Nicht nur auf der Straße, auch im Netz gibt es Proteste gegen die WM. (Bild: Marcelo Regua/Reuters)

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien wird nicht nur von Menschen vor Ort heftig kritisiert. Auch im Netz gibt es Widerstand. Das Hacker-Kollektiv Anonymous greift seit Tagen Internetseiten von WM-Sponsoren an. Betroffen sind zum Beispiel die Fifa sowie die Sponsoren Hyundai und Emirates. Auch die Seiten des brasilianischen Geheimdienstes, des Justizministeriums und der Bank of Brazil waren kurzzeitig nicht erreichbar. Der Blog hackersnewsbulletin protokolliert die Ziele und Opfer der Angriffe. Auf einer Seite von Anonymous werden ebenfalls Angriffe gelistet. Anonymous nennt die Aktion Open Hacking Cup und twittert unter dem Hashtag #ophackcup.

Stellenmarkt
  1. Projektmanagerin / Projektmanager - Schwerpunkt Herz- und Gefäßmedizin
    Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main
  2. Gruppenleitung Geoinformatik (m/w/d)
    Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE), Peine
Detailsuche

Anonymous hatte bereits Ende Mai 2014 angekündigt, Sponsoren der WM anzugreifen. Als Gründe gaben die Aktivisten in einem Video die verschwenderischen Ausgaben an. Diese stünden in einem krassen Missverhältnis zu dem, was die Regierung für die grundlegenden Bedürfnisse ihrer Bevölkerung mache.

Die Aktivisten nutzten DDoS-Attacken, um die Internetseiten lahmzulegen. Bei dieser Angriffsart werden die Server, auf denen die Internetseiten liegen, mit Anfragen überhäuft. Anonymous greift dabei auf Botnetze zurück. Das sind mit Trojanern infizierte oder übernommene Rechner, die dann automatisch Anfragen abschicken. Unter der Last dieser Anfragen brechen die Server zusammen, die Seite ist nicht länger erreichbar. Offenbar versucht Anonymous, weitere Sponsoren anzugreifen. In ihrem Aufruf nennen sie auch die Hauptsponsoren der Fußball-Weltmeisterschaft Adidas, Budweiser, Coca-Cola und Sony. Über 60 Angriffsziele werden in der Liste erwähnt.

Sicherheitsexperten geben Verhaltensregeln heraus

Den Angriffen auf die Sponsorenseiten ging die Veröffentlichung von geheimen Dokumenten voraus. Anonymous hatte Ende Mai dieses Jahres 333 Dokumente aus dem brasilianischen Außenministerium an die Öffentlichkeit gegeben. Diese beinhalteten etwa Gesprächsprotokolle zwischen brasilianischen Offiziellen und US-Vizepräsident Joe Biden. Ein Mitarbeiter des Außenministeriums gab gegenüber Reuters die Schwachstelle zu und sprach von 55 betroffenen E-Mail-Accounts, die Anonymous gekapert habe.

Golem Karrierewelt
  1. IT-Grundschutz-Praktiker mit Zertifikat: Drei-Tage-Workshop
    21.-23.11.2022, Virtuell
  2. Deep Dive: Data Governance Fundamentals: virtueller Ein-Tages-Workshop
    30.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Offenbar dauern die DDoS-Attacken bislang jedoch nur kurz an. Die Internetseite des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso war lediglich für eine halbe Stunde nicht erreichbar. Dies bestätigte Daniele Cunha, Sprecher der dortigen Lokalregierung, gegenüber der Agentur Reuters.

Anonymous zielt außerdem auf Marketing-Kampagne

Trotzdem warnen Sicherheitsexperten, etwa von Radware, vor den Angriffen und geben Verhaltensweisen für die Betroffenen heraus. Derartige Angriffe auf Internetseiten sind während sportlicher Großereignisse häufig. Das Team von Radware verzeichnete ähnliche Angriffswellen auch während der Winterolympiade in Vancouver 2010 und der Olympischen Sommerspiele in London 2012. Einer der Gründe ist sicher, dass die Events vermehrt Öffentlichkeit auf sich ziehen. Erfolgreiche Angriffe erzielen große Aufmerksamkeit.

Die Aktivisten greifen aber auch subtiler an. Vor allem die Marketing-Kampagne von Hyundai mit dem Namen because futbol wird als Projektionsfläche für Kritik genutzt. In den Video-Spots von Hyundai haben Menschen mit den Nebenwirkungen der WM zu kämpfen, seien es Lärm oder vermehrte Geburten neun Monate nach einem gewonnenen Finale. Anonymous hat das Hashtag gekapert und unter #becausefutbol gezielt Kritik geäußert - an Menschenhandel und Prostitution während der Weltmeisterschaft. Oder an der vehementen Polizeigewalt gegen Demonstranten. Das erzielt zwar weniger Aufmerksamkeit als ein Hack, transportiert inhaltlich aber mehr.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


lottikarotti 17. Jun 2014

Zu sagen, dass der Fußball das Problem sei, ist leider viel zu simpel gedacht. Sorry.

crmsnrzl 16. Jun 2014

Es begründet meine Behauptung, welche auf dem Fuße folgte --> Deine These war: "Es wird...

Gizeh 16. Jun 2014

Erstmal wird in der Wissenschaft davon ausgegangen, dass die Theorie stimmt und man...

Serenity 16. Jun 2014

Einfach nur sinnlos und dämlich auf die Sponsoren der WM zu gehen. Letztendlich war es...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bundesgerichtshof
Ebay-Bewertungen dürfen auch ungerecht sein

Ein Käufer, der sich über gängige Portokosten beschwert hat, kann weiter "Ware gut, Versandkosten Wucher" erklären. Der Bundesgerichtshof sieht dies nicht als Schmähkritik, sondern durch die Meinungsfreiheit geschützt.

Bundesgerichtshof: Ebay-Bewertungen dürfen auch ungerecht sein
Artikel
  1. Verwirrendes USB: Trennt die Klassengesellschaft!
    Verwirrendes USB
    Trennt die Klassengesellschaft!

    USB ist ziemlich verwirrend geworden, daran werden auch neue Logos nichts ändern. Das Problem ist konzeptuell.
    Ein IMHO von Johannes Hiltscher

  2. Berufsschule für die IT-Branche: Leider nicht mal ausreichend
    Berufsschule für die IT-Branche
    Leider nicht mal "ausreichend"

    Lehrmaterial wie aus einem Schüleralbtraum, ein veralteter Rahmenlehrplan und nette Lehrer, denen aber die Praxis fehlt - mein Fazit aus drei Jahren als Berufsschullehrer.
    Ein Erfahrungsbericht von Rene Koch

  3. Vorratsdatenspeicherung: CDU/CSU wollen IP-Adressen sechs Monate lang speichern
    Vorratsdatenspeicherung
    CDU/CSU wollen IP-Adressen sechs Monate lang speichern

    Die Unionsfraktion setzt weiterhin auf eine Vorratsdatenspeicherung von IP-Adressen. Quick-Freeze sei eine "Nebelkerze".

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5-Controller GoW Ragnarök Edition vorbestellbar • Saturn Technik-Booster • Viewsonic Curved 27" FHD 240 Hz günstig wie nie: 179,90€ • MindStar (Gigabyte RTX 3060 Ti 499€, ASRock RX 6800 579€) • AMD Ryzen 7000 jetzt bestellbar • Alternate (KF DDR5-5600 16GB 96,90€) [Werbung]
    •  /