Anonymous: Hacker greifen japanische Kernkraft-Organisationen an

Die Hackergruppe Anonymous greift japanische Kernkraft-Organisationen an, um die Entsorgung radioaktiven Wassers aus Fukushima zu verhindern.

Artikel veröffentlicht am , Marc Stöckel
Radioaktiv verseuchtes Wasser aus Fukushima soll ins offene Meer eingeleitet werden.
Radioaktiv verseuchtes Wasser aus Fukushima soll ins offene Meer eingeleitet werden. (Bild: PHILIP FONG/AFP via Getty Images)

Die unter dem Namen Anonymous bekannte Hackergruppe hat damit begonnen, vermehrt Cyberangriffe auf mit Atomkraft in Verbindung stehende japanische Organisationen durchzuführen. Wie Kyodo News berichtet, handelt es sich dabei um eine Protestaktion der Angreifer gegen die geplante Einleitung von aufbereitetem radioaktivem Wasser aus dem Kernkraftwerk in Fukushima in das offene Meer. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erteilte erst im Juli die Freigabe für diesen Vorgang und erklärte die Entsorgung des Kühlwassers ins Meer für unbedenklich.

DDos-Angriffe auf Kernkraft-Organisationen

Konkrete Angriffsziele der Hacker seien dem Bericht zufolge die japanische Atomenergiebehörde Japan Atomic Energy Agency, das Nuklearstromerzeugungsunternehmen Japan Atomic Power Company und die Atomic Energy Society of Japan (AESJ). Anonymous habe etwa DDos-Angriffe (Distributed Denial of Service) auf die Webseiten dieser Organisationen gestartet, angeleitet von einer Gruppe aus Italien und unterstützt durch weitere Hackeraktivitäten von Vietnam aus.

Die japanische Atomenergiebehörde habe infolgedessen einen um Faktor 100 erhöhten Datenverkehr auf ihrer Webseite festgestellt. Durch die Einleitung entsprechender Gegenmaßnahmen sei die Erreichbarkeit der Seite jedoch nicht beeinträchtigt.

Anonymous hat noch weitere Ziele im Visier

Dem japanischen IT-Security-Unternehmen NTT Security zufolge soll Anonymous eine "Zielliste" für geplante Angriffe veröffentlicht haben, nachdem die japanische Regierung beschlossen hatte, das aufbereitete Wasser aus dem Kernkraftwerk Fukushima freizugeben. Neben den bereits genannten Organisationen stünden darauf auch Japans größter Energieproduzent Tepco, das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie sowie die Liberaldemokratische Partei des Landes.

Als Motivation für die Angriffe soll ein Mitglied von Anonymous gegenüber Kyodo News eine mangelhafte Transparenz der japanischen Regierung genannt haben. Ferner sei den Bürgern Japans keine Möglichkeit eingeräumt worden, am Entscheidungsprozess zur Freigabe des aufbereiteten Wassers teilzunehmen. "Wir müssen dem sinnlosen Akt ein Ende setzen, das Meer zu einer Müllhalde für wirtschaftliche Zwecke zu machen", so das anonyme Mitglied der Hackergruppe.

Das in Tanks aufbewahrte, radioaktiv verseuchte Wasser hat zwar ein fortschrittliches Aufbereitungssystem durchlaufen, das die meisten Radionuklide entfernt, jedoch soll das im Vergleich zu anderen radioaktiven Stoffen "weniger schädliches" Tritium dort noch immer enthalten sein.

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bofhl 24. Aug 2023

So und jetzt stell dir bitte vor, jeden Tag kämen da immer weiter Fässer dazu! Egal wie...

GermanITconsultant 19. Aug 2023

Hat sich da mit der Zeit etwas geändert oder ist mein (recht alter) Stand noch aktuell...

badcastlemage 19. Aug 2023

Mein Vorschlag wäre eine Tröpfchenweise Entsorgung mit Schiffen die weitläufig unterwegs...



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