Anonymous: Hacker gelangen an Daten von FDP-Mitgliedern

Rund 37.000 Datensätze mit Namen, Anschriften und weiteren persönlichen Daten sowie angeblich nur leicht verschlüsselten Passwörtern sind offenbar in die Hände von Hackern gelangt. Sie sind in die Datenbank von Meine-Freiheit.de(öffnet im neuen Fenster) (früher my.fdp.de) eingedrungen, ein Diskussionsportal der Liberalen. Unter den Daten sollen sich auch Zugangsdaten von Außenminister Guido Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel befinden.
Zuerst gemeldet wurde der Hack über einen Twitter-Account von der Gruppe Anonymous Germany(öffnet im neuen Fenster) , die auch einen Link zu den Datensätzen veröffentlicht hat. Die Gruppe erklärt dort, nicht selbst für den Hack verantwortlich zu sein, sondern nur darüber zu berichten. Bei der veröffentlichten Liste handele es sich nicht um alle Daten, an die die Hacker gelangt seien, unter anderem fehlten die Adressen.
Die Seite Meine-Freiheit.de gehört laut Impressum zur Bundes-FDP. Registriert ist sie auf eine Berliner PR-Firma. Derzeit ist die Seite offline – angeblich wegen Wartungsarbeiten. Eine Stellungnahme der Partei oder der Agentur liegt bislang nicht vor. Von möglichen politischen Implikationen abgesehen, sollten die betroffenen Mitglieder eigentlich möglichst rasch darüber aufgeklärt werden, dass ihre Daten in fremde Hände gelangt sind. Etwa, damit sie mehrfach verwendete Passwörter ändern können.
Der Liste mit den Daten ist eine kurze Erklärung vorangestellt, der zufolge der Hack eine Strafe dafür ist, dass die FDP die im März 2013 beschlossene Regelung der Bestandsdatenauskunft unterstützt habe. Diese sei ein "massiver Einschnitt in den Datenschutz" und "in die Privatsphäre" sowie verfassungswidrig, erklärt die Gruppe Anonymous, bei der die Aktion unter dem Stichwort "Operation Bestandsdatenauskunft" ("OpBDA") läuft.