Abo
  • Services:

Anonymität: Ultraschall-Tracking kann Tor-Nutzer deanonymisieren

Forschern ist es gelungen, Tor-Nutzer mit Hilfe von Cross-Device-Tracking via Ultraschall zu identifizieren. In einem Livetest zeigten sie, wie auch staatliche Angreifer die Infrastruktur der Werbefirmen nutzen können.

Artikel veröffentlicht am ,
Vasilios Mavroudis auf dem 33. Chaos Communication Congress
Vasilios Mavroudis auf dem 33. Chaos Communication Congress (Bild: CCC/Screenshot: Golem.de)

Dass Marketingunternehmen für Menschen unhörbare Ultraschallsignale benutzen, um ihre Werbebotschaften über Geräte hinweg gezielt platzieren zu können, ist seit ein paar Jahren bekannt. Die Technologie lässt sich aber auch dazu gebrauchen, Nutzer des Anonymisierungstools Tor zuverlässig zu identifizieren, wie ein Forscherteam um Vasilios Mavroudis nun herausgefunden hat.

Inhalt:
  1. Anonymität: Ultraschall-Tracking kann Tor-Nutzer deanonymisieren
  2. Für staatliche Angreifer interessant

Cross-Device-Tracking (XDT), also das Verfolgen von Nutzern über mehrere Geräte hinweg, ist so etwas wie der "Heilige Gral der Werbewirtschaft", sagte Mavroudis in einem Vortrag auf dem 33. Chaos Communication Congress. Damit könnten Verbraucher noch gezielter und vor allem umfassend auf allen Geräten mit Werbung erreicht werden.

uXDT ist Alltag

Große Anbieter wie Facebook oder Google, bei denen sich Nutzer freiwillig anmelden, haben hier keine Schwierigkeiten. Die Nutzer identifizieren sich über alle ihre Geräte hinweg per Login selbst. Alle anderen können sich auf das sogenannte Ultraschall-XDT, oder kurz uXDT, verlassen.

Dabei emittiert eine auf einem Gerät angezeigte Werbung, also zum Beispiel ein Werbebanner auf einer Webseite, ein Audiosignal im Ultraschallbereich zwischen 18 und 20 kHz. Diese wird von präparierten Apps auf den anderen Geräten des Nutzers, etwa Smartphones oder Tablets, empfangen, ohne dass dies für das menschliche Ohr hörbar ist.

Stellenmarkt
  1. L. Stroetmann Großmärkte I GmbH & Co. KG, Münster
  2. Bosch Gruppe, Stuttgart-Feuerbach

Was wie Science-Fiction klingt, ist im Alltag schon verbreitet. Firmen wie das US-Marketingunternehmen Silverpush bieten seit 2014 eigene SDKs an, die Entwickler in ihre werbefinanzierten Apps einbauen können. Unterstützt ein solches SDK uXDT, kann es über das eingebaute Mikrofon Ultraschallsignale anderer Geräte empfangen.

Deanonymisierung von Tor-Nutzern

Habe ein Tor-Nutzer nun ein Smartphone oder Tablet in der Nähe, auf dem ein solches Werbe-SDK installiert ist, springe dieses auf die Ultraschallsignale an und melde sich bei seinen Machern. Dazu müsse ein Nutzer das SDK nicht wissentlich installiert haben, denn es komme unbemerkt, eingebettet in kostenlose Apps. Laut Angaben haben die Signale eine Reichweite von bis zu sieben Metern, können physische Hindernisse wie Wände aber nicht durchdringen.

  • Das Smartphone sendet auf Befehl hin umfangreiche Identifikationsdaten über den Tor-Nutzer. (Screenshot: Golem.de)
  • So funktioniert der Angriff. (Screenshot: Golem.de)
Das Smartphone sendet auf Befehl hin umfangreiche Identifikationsdaten über den Tor-Nutzer. (Screenshot: Golem.de)


In ihren Tests gelang es Mavroudis und seinem Team so, an Informationen wie E-Mail- und IP-Adresse, Telefonnummer, IMEI und Geolokalisationsdaten der Geräte zu gelangen und damit einen vormals anonymen Tor-Nutzer in Echtzeit einem identifizierbaren Smartphone zuzuordnen.

Zwar hat der Tor-Browser standardmäßig die Browsererweiterung NoScript aktiviert, die Javascript blockiert. Webseiten könnten Audiosignale aber auch über die HTML5-Audio-API abspielen, ohne dass der Nutzer davon etwas merkt.

Für staatliche Angreifer interessant 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote

dettenbach 17. Jan 2018

Tatsächlich dürfte das wahrscheinlich sehr unwahrscheinlich sein, wenn nicht eine...

M.P. 10. Jan 2017

Bis zum zweiten Komma bin ich Deiner Meinung.... Als US-Präsident gab es schon einen...

My1 09. Jan 2017

in so nem Fall wird es aber genutzt um dem nutzer den Login zu ersparen. was mMn auf...

My1 09. Jan 2017

ich hab alleine schon da mein Laptop da ggf versehentlich nerven könnte wenn man...

My1 09. Jan 2017

also wenn irgendwas sound startet, zeigt mein Opera und mein Firefox das an, und wenn es...


Folgen Sie uns
       


Der Güterzug der Zukunft - Bericht

Auf der Innotrans 2018 haben Verkehrsforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ein Konzept für den Güterzug der Zukunft vorgestellt.

Der Güterzug der Zukunft - Bericht Video aufrufen
Interview Alienware: Keiner baut dir einen besseren Gaming-PC als du selbst!
Interview Alienware
"Keiner baut dir einen besseren Gaming-PC als du selbst!"

Selbst bauen oder Komplettsystem kaufen, die Zukunft von Raytracing und was E-Sport-Profis über Hardware denken: Golem.de hat im Interview mit Frank Azor, dem Chef von Alienware, über PC-Gaming gesprochen.
Von Peter Steinlechner

  1. Dell Alienware M15 wird schlanker und läuft 17 Stunden
  2. Dell Intel Core i9 in neuen Alienware-Laptops ab Werk übertaktet

Geforce RTX 2070 im Test: Diese Turing-Karte ist ihr Geld wert
Geforce RTX 2070 im Test
Diese Turing-Karte ist ihr Geld wert

Die Geforce RTX 2070 ist die günstigste oder eher am wenigsten teure Turing-Grafikkarte von Nvidia. Sie ist schneller und sparsamer als eine Geforce GTX 1080 oder Vega 64 und kostet je nach Modell fast genauso viel. Wir haben zwei Geforce-RTX-2070-Varianten von Asus und MSI getestet.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Turing-Grafikkarten Geforce RTX werden sparsamer bei multiplen Displays
  2. Turing-Grafikkarten Nvidias Founder's Editions gehen offenbar reihenweise kaputt
  3. Nvidia Turing Geforce RTX sollen Adobe Dimension beschleunigen

Remote Code Execution: Die löchrige Webseite des TÜV Süd
Remote Code Execution
Die löchrige Webseite des TÜV Süd

Der TÜV Süd vergibt Siegel für sichere Webseiten - und tut sich gleichzeitig enorm schwer damit, seine eigene Webseite abzusichern. Jetzt fand sich dort sogar eine Remote-Code-Execution-Lücke, die der TÜV erst im zweiten Anlauf behoben hat.
Ein Bericht von Hanno Böck

  1. Websicherheit Onlineshops mit nutzlosem TÜV-Siegel

    •  /