Abo
  • Services:

Anonymisierung: Weiterer Angriff auf das Tor-Netzwerk beschrieben

Forscher haben eine weitere Möglichkeit entdeckt, Benutzerzugriffe auf Tors Hidden Services zu entlarven. Ihr Angriff benötige aber eine gehörige Portion Glück, schreiben sie. Auch die Tor-Betreiber wiegeln ab.

Artikel veröffentlicht am ,
Wer einen bestimmten Eingangsknoten des Tor-Netzwerks kontrolliert, könnte Benutzerzugriffe auf Tors versteckte Dienste entlarven.
Wer einen bestimmten Eingangsknoten des Tor-Netzwerks kontrolliert, könnte Benutzerzugriffe auf Tors versteckte Dienste entlarven. (Bild: Albert Kwon)

Es scheint, als stehe die Anonymität des Tor-Netwerks erneut infrage: Forscher wollen mit einer 88-prozentigen Trefferquote Besucher eines versteckten Dienstes (Hidden Service) im Tor-Netzwerk enttarnen können. Es handelt sich aber wohl eher um einen theoretischen Angriff, denn selbst dessen Entdecker schreiben, dass Dritte viel Glück benötigen, um ihn durchzuführen. Auch Tor-Entwickler Roger Dingledine wiegelt ab. Allein schon der dafür entwickelte Algorithmus sei noch nicht ausgereift.

Stellenmarkt
  1. Hannoversche Informations­technologien AöR, Hannover
  2. Dataport, Hamburg

Für ihre Analyse des Datenverkehrs zwischen Benutzer und den Hidden Services im Tor-Netzwerk benötigen die Forscher der Universität Massachusetts Institute of Technology und des Qatar Computing Research Institutes zunächst Zugriff auf mindestens einen, besser mehrere Eingangsknoten. Zunächst wird der Datenverkehr zwischen Eingangsknoten und den Hidden Services analysiert. Anhand von Mustern konnten die Forscher für jeden versteckten Dienst einen eindeutigen Fingerabdruck erstellen. Dafür verwenden sie einen eigens entwickelten Algorithmus für ihre Klassifizierung.

Digitaler Fingerabdruck entlarvt versteckte Dienste

Mit den vom Algorithmus erstellten Fingerabdrücken wollen die Forscher mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit feststellen können, ob eine Verbindung durch das Tor-Netzwerk ins offene Netz führt, oder ob es sich beispielsweise um einen Rendezvous-Punkt handelt, der die Verbindung zwischen Nutzer und verstecktem Dienst herstellt.

Diese Fingerabdrücke können dann verwendet werden, um sowohl einen bestimmten versteckten Dienst zu identifizieren, als auch zu bestimmen, welche Hidden Sevices ein bestimmter Benutzer ansteuert. Die Forscher sprechen von einer Trefferquote von 88 Prozent. Allerdings muss ein Angreifer Glück bei der Wahl des Eingangsknotens haben. Das bestätigen die Forscher sogar in ihrer Pressemitteilung. Sie werden zufällig zugewiesen, wenn sich ein Anwender mit dem Tor-Netzwerk verbindet. Je mehr Eingangsknoten ein Angreifer kontrolliert, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Angriff erfolgreich ist. Allerdings müsste wie bei dem Anfang des Jahres beschriebenen Korrelationsangriff ein Angreifer einen Großteil der Eingangsknoten unter seine Kontrolle bringen.

Unausgereift, aber interessant

Auch Roger Dingledine, einer der Gründer des Tor-Netzwerks, wiegelt ab. Zunächst müssten die Angreifer Glück haben und genau den Eingangsknoten unter ihre Kontrolle gebracht haben, der von dem anvisierten Nutzer verwendet wird. Zweitens stellt er die Effektivität der Klassifizierung infrage. Sie sei bei 1.000 Webseiten getestet worden und die Forscher schreiben, dass sie eine False-Postiv-Quote von 2,9 Prozent erreicht hätten. Angesichts der Millionen Webseiten in den Hidden Services, die Crawler wie ahmia.fi finden, würde die Fehlerquote ins Unermessliche steigen. Und schließlich könnte das Padding von Datenpaketen den Algorithmus der Forscher nutzlos machen. Er begrüße jedoch die Forschungsarbeit und sei gespannt auf eine mögliche Weiterentwicklung des vielversprechenden Algorithmus, schreibt Dingledine an die Webseite Ars Technica.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. beim Kauf ausgewählter Z370-Boards mit Intel Optane Speicher + Intel SSD
  2. und The Crew 2 gratis erhalten
  3. 449€ + 5,99€ Versand

Hodor 05. Aug 2015

Danke Funny77. Unterm Strich, keine optimalen Vorraussetzungen um ein vertrauenswürdiges...


Folgen Sie uns
       


Saugen oder Glitzern in Vampyr - Livestream

Es geht hoch her in London anno 1918, wie die Golem.de-Redakteure Christoph und Michael am eigenen, nach Blut lächzenden Körper erfahren.

Saugen oder Glitzern in Vampyr - Livestream Video aufrufen
Deutsche Siri auf dem Homepod im Test: Amazon und Google können sich entspannt zurücklehnen
Deutsche Siri auf dem Homepod im Test
Amazon und Google können sich entspannt zurücklehnen

In diesem Monat kommt der dritte digitale Assistent auf einem smarten Lautsprecher nach Deutschland: Siri. Wir haben uns angehört, was die deutsche Version auf dem Homepod leistet.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Patentantrag von Apple Neues Verfahren könnte Siri schlauer machen
  2. Siri vs. Google Assistant Apple schnappt sich Googles KI-Chefentwickler
  3. Digitaler Assistent Apple will Siri verbessern

Elektroautos: Ladesäulen und die Tücken des Eichrechts
Elektroautos
Ladesäulen und die Tücken des Eichrechts

Wenn Betreiber von Ladestationen das Wort "eichrechtskonform" hören, stöhnen sie genervt auf. Doch demnächst soll es mehr Lösungen geben, die die Elektromobilität mit dem strengen deutschen Eichrecht in Einklang bringen. Davon profitieren Anbieter und Fahrer gleichermaßen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. WE Solutions Günstige Elektroautos aus dem 3D-Drucker
  2. Ladesäulen Chademo drängt auf 400-kW-Ladeprotokoll für E-Autos
  3. Elektromobiltät UPS kauft 1.000 Elektrolieferwagen von Workhorse

Mars: Die Staubstürme des roten Planeten
Mars
Die Staubstürme des roten Planeten

Der Mars-Rover Opportunity ist nicht die erste Mission, die unter Staubstürmen leidet. Aber zumindest sind sie inzwischen viel besser verstanden als in der Frühzeit der Marsforschung.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Nasa Dunkle Nacht im Staubsturm auf dem Mars
  2. Mars Insight Ein Marslander ist nicht genug

    •  /