Anonymisierung: Tor-Warnung verunsichert Betreiber von Exit Nodes
Thomas White, Betreiber von beliebten Exit Nodes für das Tor-Netz, warnte(öffnet im neuen Fenster) am 21. Dezember 2014 über die Mailingliste Tor-Talk: Seine Server seien nicht mehr erreichbar und sollten nicht mehr als vertrauenswürdig eingestuft werden. Zwei Tage zuvor hatte Tors Projektleiter vage von einem bevorstehenden Angriff oder auch einer Beschlagnahmung von zentralen Servern gesprochen.
Letzteres befürchtete auch White, denn die Logs seiner Server gaben an, dass kurz vor ihrem Verschwinden aus dem Netz das Gehäuse geöffnet und ein unbekanntes USB-Gerät angeschlossen worden war. Das, so der Administrator, sehe ganz danach aus, als ob versierte Strafverfolger einen Server im laufenden Betrieb beschlagnahmen wollten.
Einen halben Tag später relativierte der Tor-Aktivist seine Aussagen in einer anderen Meldung(öffnet im neuen Fenster). Er habe nun wieder Zugriff auf die Rechner, und die Wahrscheinlichkeit einer Beschlagnahme sei geringer, als er ursprünglich angenommen hatte. Auch auf Twitter sprach(öffnet im neuen Fenster) sich White dafür aus, nun nicht in Panik zu verfallen. Ob vielleicht nur ein Mitarbeiter seines Hosting-Anbieters einen Fehler gemacht habe, wisse er bisher aber auch nicht.
Von vielen Netzaktivisten wurde die Warnung von White ernst genommen. Im gleichen Thread bei Tor-Talk meldete sich auch Jacob Appelbaum zu Wort(öffnet im neuen Fenster), die Diskussionsteilnehmer waren sich aber nicht einig, ob man die betroffenen Exit Nodes aus dem Netz nehmen sollte. White stellte später klar, dass es sich bei seinen Vorkommnissen vielleicht nur um einen Einzelfall handeln könnte, der die Sicherheit des Tor-Netzes nicht bedrohe. Dennoch zeigt der Fall, wie nervös Tor-Betreiber derzeit reagieren.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.


