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Anonymisierung: Tor-Projekt nimmt neue Bridge-Authority in Betrieb

Eine neue Bridge-Authority soll auch künftig sicherstellen, dass Tor trotz Zensur genutzt werden kann. Ein von Aktivisten angekündigter Generalstreik im Netzwerk ist weitgehend ausgefallen.

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Die mythische Brücke Bifröst zwischen Midgard und Asgard
Die mythische Brücke Bifröst zwischen Midgard und Asgard (Bild: Emil Doeple/Wikimedia Commons)

Das Tor-Projekt hat eine neue Bridge-Authority in Betrieb genommen. Damit soll auch Nutzern die Möglichkeit eröffnet werden, Tor zu nutzen, wenn der Dienst in ihrem Land blockiert wird. Die Bridge Authority wirkt nicht selbst am Konsensmechanismus von Tor mit, sondern sammelt die entsprechenden Informationen über verfügbare Relays und leitet diese an die Tor-Clients weiter.

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Die Änderung war notwendig geworden, weil der bisherige Betreiber der Bridge-Authority Lucky Green angekündigt hatte, den von ihn betriebenen Dienst mit dem Namen Tonga einzustellen. Green reagiert damit nach eigener Aussage auf den Umgang mit Jacob Appelbaum, den er kritisiert. Appelbaum war nach Missbrauchsvorwürfen von seinem Posten im Tor-Projekt zurückgetreten, das Tor-Projekt hatte die Vorwürfe nach einer Untersuchung durch eine Anwaltskanzlei für glaubwürdig befunden.

Um die neue Bridge-Authority zu betreiben, stellt Greenhost Hardware und Hostingkapazitäten bereit. Tor-Entwicklerin Isis-Agora Lovecruft hat dem Dienst den Namen Bifröst gegeben. Der Name geht zurück auf eine nordische Mythologie. Bifröst verbindet die Welt der Götter (Asgard) und die Welt der Sterblichen (Midgard) mit einer brennenden Brücke, aus Regenbogen gebaut. In der Diskussion war offensichtlich auch, die Golden Gate Bridge als Namen zu wählen. "Das Gleiche, aber aus Regenbogen und Feuer" - wer wolle das nicht, heißt es in dem Blogpost.

Tor-Streik ist ausgefallen

Ebenfalls aus Protest hatten einige Tor-Aktivisten für den 1. September einen Tor-Streik ausgerufen. Sie verlangten unter anderem den Rücktritt von Tor-Geschäftsführerin Shary Steele. Das Vorhaben war von zahlreichen Aktivisten kritisiert worden. Stephan Urbach twitterte: "Wer Infrastruktur abschaltet, um politische Ziele zu erreichen, ist nicht besser als Mubarak in Ägypten im Jahr 2011."

Andere nahmen die Ankündigung zum Anlass, dem Tor-Netzwerk neue Knotenpunkte hinzuzufügen. Zu Ausfällen oder massenhaften Abschaltungen von Tor-Relays ist es nach bisherigen Beobachtungen am 1. September nicht gekommen.



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