Anonymisierung: Facebook-App für Android unterstützt Tor-Netzwerk

Nutzer von Tor können künftig auch per Smartphone und Tablet auf Facebook zugreifen. In den nächsten Tagen soll die Android-App offiziell den Zugang über das Anonymisierungsnetzwerk ermöglichen. Über Browser ist das bereits seit Herbst 2014 mit Hilfe einer eigens eingerichteten Tor-Adresse möglich – zwar eher schlecht als recht, aber immerhin. Die jetzt angekündigte Android-Unterstützung sei im vergangen Sommer von einem Praktikanten entwickelt worden, anschließend habe das Protect-and-Care-Team in London die Arbeit übernommen, so Facebook in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) .
So absurd es auf den ersten Blick erscheint, dass ausgerechnet das oft als "Datenkrake" bezeichnete Facebook künftig Tor unterstützt: Für Aktivisten oder schlicht normale Anwender in Ländern, die den Internetzugang ihrer Bürger kontrollieren oder gar einschränken, ist der anonymisierte Zugang zumindest theoretisch eine sinnvolle Möglichkeit, in Kontakt mit anderen zu bleiben. In einigen Ländern ist das inzwischen aber auch gefährlich: So gibt es Hinweise darauf, dass etwa China den Tor- und VPN-Verkehr überwacht.
Facebook will die Tor-Unterstützung in den nächsten Tagen veröffentlichen. Das Unternehmen bezeichnet sie als "experimentell" – mit technischen Problemen ist also zu rechnen. Neben der Android-App benötigen interessierte Nutzer auch die bereits verfügbare App Orbot(öffnet im neuen Fenster) . Ob irgendwann auch die iOS-App den Zugriff über Tor erlauben soll, ist nicht bekannt.