Anonymisierung: Edward Snowden fordert mehr Schutz für Internetnutzer

In einer Videokonferenz forderte der Whistleblower Edward Snowden mehr Anonymität für Internetnutzer. Den Appell richtete er an die Mitglieder der Internet Engineering Task Force (IETF), die sich gegenwärtig zu einer Konferenz in Prag eingefunden haben. Die IETF müsse dafür sorgen, dass weniger persönliche Metadaten einzelner Nutzer kursierten. "Jedem Nutzer sollte zu jeder Zeit Sicherheit garantiert werden, damit nicht andere entscheiden, wer sicher ist und wer nicht" , sagte Snowden(öffnet im neuen Fenster) .
Dafür müssten eine stärkere Verschlüsselung umgesetzt und die Endgeräte weitgehend anonymisiert werden. Zudem dürften die Zwischenstationen nicht so viel Angriffsflächen bieten. Snowden zitierte den ehemaligen NSA-Chef Michael Hayden mit dem Satz: "Wir töten Menschen auf Basis von Metadaten" , und fügte hinzu(öffnet im neuen Fenster) : "Das ist die Realität."
Snowden antwortete auf Fragen der IETF-Mitglieder im Anschluss an eine Vorführung des Dokumentarfilms Citizenfour , der seinen kurzen Aufenthalt in Hongkong nach seiner Flucht aus den USA schildert. Er ging beispielsweise auf das Problem der Mac-Adressen ein(öffnet im neuen Fenster) , die im WLAN jedes Gerät und damit die Position und dessen Besitzer identifizieren können. Solche eindeutigen und langlebigen Bezeichner seien "äußerst gefährlich" .
Neue Protokolle bringen neue Angriffsflächen
Das von der IETF geplante neue Protokoll Spud(öffnet im neuen Fenster) (Substrate Protocol for User Datagrams) begrüßte Snowden zwar, warnte aber davor, dass es das UDP als neue Angriffsfläche attraktiv machen könnte(öffnet im neuen Fenster) . Spud soll langfristig UDP-Pakete bündeln und so die Zwischenstationen reduzieren, die Pakete für die Kommunikation zwischen Endgeräten benötigen. Das Ende-zu-Ende-Prinzip sei der sicherste Weg durch das Netz(öffnet im neuen Fenster) und als Grundlage des Internets unabdingbar, sagte Snowden. Der Netzwerkpfad sei aber gleichzeitig der gefährlichste Ort im Internet und müsse entsprechend geschützt werden. Besonders die Zwischenstationen seien für Geheimdienste attraktiv(öffnet im neuen Fenster) .
Um die Internetnutzer zu schützen, müsse die Verschlüsselung verstärkt umgesetzt werden. Snowden plädierte beispielsweise für chiffrierte DNS-Verbindungen und riet dazu, die Quantenkryptographie nicht zu vergessen. "Wir sollten nicht nur über die Probleme der Gegenwart nachdenken, sondern auch, wie wir das Internet der Zukunft schützen können" , sagte er(öffnet im neuen Fenster) .



