Abo
  • Services:

Anonymisierung: Edward Snowden fordert mehr Schutz für Internetnutzer

Die Identität sollte im Internet von der Person nachhaltig getrennt werden: Diesen Appell richtete Edward Snowden an die Teilnehmer des 93. Treffens der Mitglieder der Internet Engineering Task Force und machte dazu auch einige Vorschläge.

Artikel veröffentlicht am ,
Edward Snowden
Edward Snowden (Bild: Wikileaks.org/Screenshot: Golem.de)

In einer Videokonferenz forderte der Whistleblower Edward Snowden mehr Anonymität für Internetnutzer. Den Appell richtete er an die Mitglieder der Internet Engineering Task Force (IETF), die sich gegenwärtig zu einer Konferenz in Prag eingefunden haben. Die IETF müsse dafür sorgen, dass weniger persönliche Metadaten einzelner Nutzer kursierten. "Jedem Nutzer sollte zu jeder Zeit Sicherheit garantiert werden, damit nicht andere entscheiden, wer sicher ist und wer nicht", sagte Snowden.

Stellenmarkt
  1. M-net Telekommunikations GmbH, München
  2. McService GmbH, München

Dafür müssten eine stärkere Verschlüsselung umgesetzt und die Endgeräte weitgehend anonymisiert werden. Zudem dürften die Zwischenstationen nicht so viel Angriffsflächen bieten. Snowden zitierte den ehemaligen NSA-Chef Michael Hayden mit dem Satz: "Wir töten Menschen auf Basis von Metadaten", und fügte hinzu: "Das ist die Realität."

Snowden antwortete auf Fragen der IETF-Mitglieder im Anschluss an eine Vorführung des Dokumentarfilms Citizenfour, der seinen kurzen Aufenthalt in Hongkong nach seiner Flucht aus den USA schildert. Er ging beispielsweise auf das Problem der Mac-Adressen ein, die im WLAN jedes Gerät und damit die Position und dessen Besitzer identifizieren können. Solche eindeutigen und langlebigen Bezeichner seien "äußerst gefährlich".

Neue Protokolle bringen neue Angriffsflächen

Das von der IETF geplante neue Protokoll Spud (Substrate Protocol for User Datagrams) begrüßte Snowden zwar, warnte aber davor, dass es das UDP als neue Angriffsfläche attraktiv machen könnte. Spud soll langfristig UDP-Pakete bündeln und so die Zwischenstationen reduzieren, die Pakete für die Kommunikation zwischen Endgeräten benötigen. Das Ende-zu-Ende-Prinzip sei der sicherste Weg durch das Netz und als Grundlage des Internets unabdingbar, sagte Snowden. Der Netzwerkpfad sei aber gleichzeitig der gefährlichste Ort im Internet und müsse entsprechend geschützt werden. Besonders die Zwischenstationen seien für Geheimdienste attraktiv.

Um die Internetnutzer zu schützen, müsse die Verschlüsselung verstärkt umgesetzt werden. Snowden plädierte beispielsweise für chiffrierte DNS-Verbindungen und riet dazu, die Quantenkryptographie nicht zu vergessen. "Wir sollten nicht nur über die Probleme der Gegenwart nachdenken, sondern auch, wie wir das Internet der Zukunft schützen können", sagte er.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 34,99€ (erscheint am 14.02.)
  2. 4,99€
  3. 32,99€ (erscheint am 25.01.)
  4. 32,99€ (erscheint am 15.02.)

AmyRannells 22. Jul 2015

Mut ist ansteckend. https://www.etsy.com/listing/237623587/edward-snowden-statue

plutoniumsulfat 22. Jul 2015

Es geht doch gar nicht um Terrorismus.

kayozz 22. Jul 2015

Sehe ich nicht so. Erstens hat er auf einem Treffen der "Internet Engineering Task...

RipClaw 21. Jul 2015

Es gibt auch genug Leute die unter Klarnamen immer noch pöbeln würden. Ich hab auch...

FreiGeistler 21. Jul 2015

"Do we want to allow all means of communication ... that we cannot read?" David Cameron


Folgen Sie uns
       


Nuraphone Kopfhörer- Test

Der Nuraphone bietet einen automatischen Hörtest, der den Frequenzgang des Kopfhörers je nach Nutzer unterschiedlich einstellt. Die Klangqualität des ungewöhnlichen Kopfhörers hat Golem.de im Test überzeugt.

Nuraphone Kopfhörer- Test Video aufrufen
Europäische Netzpolitik: Schlimmer geht's immer
Europäische Netzpolitik
Schlimmer geht's immer

Lobbyeinfluss, Endlosdebatten und Blockaden: Die EU hat in den vergangenen Jahren in der Netzpolitik nur wenige gute Ergebnisse erzielt. Nach der Europawahl im Mai gibt es noch viele Herausforderungen für einen digitalen Binnenmarkt.
Eine Analyse von Friedhelm Greis


    WLAN-Tracking und Datenschutz: Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?
    WLAN-Tracking und Datenschutz
    Ist das Tracken von Nutzern übers Smartphone legal?

    Unternehmen tracken das Verhalten von Nutzern nicht nur beim Surfen im Internet, sondern per WLAN auch im echten Leben: im Supermarkt, im Hotel - und selbst auf der Straße. Ob sie das dürfen, ist juristisch mehr als fraglich.
    Eine Analyse von Harald Büring

    1. Gefahr für Werbenetzwerke Wie legal ist das Tracking von Online-Nutzern?
    2. Landtagswahlen in Bayern und Hessen Tracker im Wahl-O-Mat der bpb-Medienpartner
    3. Tracking Facebook wechselt zu First-Party-Cookie

    Elektroauto: Eine Branche vor der Zerreißprobe
    Elektroauto
    Eine Branche vor der Zerreißprobe

    2019 wird ein spannendes Jahr für die Elektromobilität. Politik und Autoindustrie stehen in diesem Jahr vor Entwicklungen, die über die Zukunft bestimmen. Doch noch ist die Richtung unklar.
    Eine Analyse von Dirk Kunde

    1. Kalifornien Ab 2029 müssen Stadtbusse elektrisch fahren
    2. Monowheel Z-One One Die Elektro-Vespa auf einem Rad
    3. 2nd Life Ausgemusterte Bus-Akkus speichern jetzt Solarenergie

      •  /