Abo
  • Services:

Anonymisierung: Diskussion um US-Beteiligung am Tor-Projekt

Dass die US-Regierung das Tor-Projekt mitfinanziert, ist kein Geheimnis. Nach den jüngsten Enthüllungen um die US-Geheimdienste wird jedoch darüber spekuliert, ob Tor grundsätzlich sicher ist.

Artikel veröffentlicht am ,
Hat Tor eine Hintertür, weil es von der US-Regierung mitfinanziert wird?
Hat Tor eine Hintertür, weil es von der US-Regierung mitfinanziert wird? (Bild: Tor-Projekt)

Die Washington Post hat in einem Artikel die finanzielle Beteiligung der US-Regierung an dem Anonymisierungsprojekt thematisiert. Nach den jüngsten Enthüllungen um die NSA und mögliche Hintertüren in Entschlüsselungsalgorithmen fragt die US-Publikation, wie sicher Tor wirklich ist.

Stellenmarkt
  1. DRÄXLMAIER Group, Sachsenheim
  2. FRAUNHOFER-INSTITUT FÜR ALGORITHMEN UND WISSENSCHAFTLICHES RECHNEN SCAI, Sankt Augustin

Das Tor-Projekt wird zu etwa 40 Prozent aus US-Steuergeldern finanziert. Ursprünglich wurde es zusammen mit der US-Marine ins Leben gerufen. Die Teilstreitkräfte unterliegen dem US-Verteidigungsministerium, das wiederum für die NSA verantwortlich ist. 2012 steuerte das US-Verteidigungsministerium dem Tor-Projekt etwas mehr als 875.000 US-Dollar bei, bei einem Gesamtbudget von etwa 2 Millionen US-Dollar jährlich.

Gelder und eine Hintertür?

Bei diesem finanziellen Einfluss stellt die Washington Post die Frage, ob das Tor-Projekt nicht doch eine durch die US-Geheimdienste platzierte Hintertür habe.

Allerdings gibt es weitere Mittel vom US-Außenministerium sowie von der National Science Foundation, einem ebenfalls von der US-Regierung finanziertem unabhängigen Forschungsinstitut. Auch die schwedische Regierung gibt Geld an das Tor-Projekt. Das ist kein Geheimwissen, denn das Tor-Projekt legt seine Finanzen regelmäßig offen. Die Software ist ebenfalls quelloffen, kann also überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Tor ist ein Forschungsprojekt

Der Washington Post sagte der Leiter des Projekts, Andrew Lewman, dass diejenigen in der Regierung, die das Projekt finanzierten, ein substantielles Interesse an einer funktionierenden Anonymisierung und dem Schutz der Privatsphäre hätten. Nicht alle in der US-Regierung würden so denken wie etwa die NSA.

Einer der Gründer des Tor-Projekts, Roger Dingledine, fügt hinzu, dass die Regierung ja nicht ein Produkt kaufe, sondern mit den Geldern Tor als Forschungsobjekt finanziere. Es gebe auch weitere Gründe, warum die US-Regierung noch niemals offiziell darum gebeten hat, eine Hintertür in das Projekt einzuschleusen. In seinen FAQs weist das Tor-Projekt darauf hin, dass es sich gegen einen solchen Einfluss seitens der Regierungen auch juristisch wehren würde. Außerdem überzeuge er regelmäßig Strafverfolgungsbehörden, wie wichtig es sei, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen. Denn sie setzen Tor selbst regelmäßig ein.

Keine Garantie

Ganz ausschließen mag Dingledine aber nicht, dass es Geheimdiensten gelungen ist, eigenen Code einzuschleusen.

Vor wenigen Tagen sagte Jacob Appelbaum auf einer Konferenz zur Sicherheit von Journalisten und deren Quellen, Tor nicht zu benutzen sei noch unsicherer. Zumindest eine Zeit lang könne jeder Tor bedenkenlos verwenden. Appelbaum ist einer der Initiatoren des Tor-Projekts. Er bezog sich auf jüngste Meldungen, dass Tor-Nutzer durchaus identifizierbar sind.

Die Gefahr einer Deanonymisierung steigt mit der Nutzungsdauer. Statistisch gesehen könnte ein Nutzer anhand seines Nutzungsverhaltens zu 80 Prozent innerhalb von sechs Monaten eindeutig identifiziert werden, sofern ein Angreifer mindestens zwei Tor-Relays überwacht.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 299€ (Vergleichspreis 403,90€)
  2. 349€ (Vergleichspreis 399€)
  3. 57,90€ + 5,99€ Versand (zusätzlich 15€ Rabatt bei Zahlung mit Masterpass)
  4. jetzt bis zum 28.06. direkt bei Apple bestellen und die 0% Raten-Finanzierung erhalten

Shrykull 14. Sep 2013

Na ja - es gibt im Net immer wieder Leute, die Ironie nicht verstehen und zu...

OdinX 13. Sep 2013

Weil es in normaler Software etwa alle 10 Zeilen einen Fehler hat und man deshalb mit...

skoda_air 13. Sep 2013

Fehlen nur noch flächendeckend Überwachungskameras & Wanzen an jedem von uns mit...

skoda_air 13. Sep 2013

_> vertraue nichts und niemand und schon gar nicht den teilen die man nutzen sollte um...

Akkordion 13. Sep 2013

In diesem Land reicht es mittlerweile schon aus, irgendwo was gegen "Gentrifizierung" zu...


Folgen Sie uns
       


Nokia 3 und 5 (2018) - Hands on

HMD Global hat die Nachfolger des Nokia 3 und Nokia 5 vorgestellt. Beide Smartphones haben ein Display im 2:1-Format und laufen mit Android One. Das Nokia 3.1 soll Ende Juni 2018 erscheinen, das Nokia 5.1 soll im Juli 2018 folgen.

Nokia 3 und 5 (2018) - Hands on Video aufrufen
Sony: Ein Kuss und viele Tode
Sony
Ein Kuss und viele Tode

E3 2018 Mit einem zärtlichen Moment in The Last of Us 2 hat Sony sein Media Briefing eröffnet - danach gab es teils blutrünstiges Gameplay plus Rätselraten um Death Stranding von Hideo Kojima.
Ein Bericht von Peter Steinlechner

  1. Nintendo Kein wirklich neues Smash und Fire Emblem statt Metroid
  2. Ubisoft Action in Griechenland und Washington DC
  3. Bethesda Wolfensteins Töchter und die Zukunft von The Elder Scrolls

In eigener Sache: Freie Schreiber/-innen für Jobthemen gesucht
In eigener Sache
Freie Schreiber/-innen für Jobthemen gesucht

IT-Profis sind auf dem Arbeitsmarkt enorm gefragt, und die Branche hat viele Eigenheiten. Du kennst dich damit aus und willst unseren Lesern darüber berichten? Dann schreib für unser Karriere-Ressort!

  1. Leserumfrage Wie sollen wir Golem.de erweitern?
  2. Stellenanzeige Golem.de sucht Redakteur/-in für IT-Sicherheit
  3. Leserumfrage Wie gefällt Ihnen Golem.de?

3D-Druck on Demand: Wenn der Baumarkt Actionfiguren aus Stahl druckt
3D-Druck on Demand
Wenn der Baumarkt Actionfiguren aus Stahl druckt

Es gibt viele Anbieter für 3D-Druck on Demand und die Preise fallen. Golem.de hat die 3D-Druckdienste von Toom, Conrad Electronic, Sculpteo und Media Markt getestet, um neue Figuren der Big-Jim-Reihe zu erschaffen.
Ein Praxistest von Achim Sawall


      •  /