Abo
  • Services:

Anonymes Dokument: Angriffe auf den FreeBSD-Update-Prozess

Ein anonymes Dokument beschreibt detailliert Sicherheitslücken im FreeBSD-Update-System. Betroffen sind Portsnap, Libarchive und Bspatch. Fixes gibt es bislang nur für wenige der Bugs. Möglicherweise existieren ähnliche Angriffe auch auf Linux-Systemen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Ein anonymes Dokument beschreibt Sicherheitslücken in FreeBSD-Komponenten.
Ein anonymes Dokument beschreibt Sicherheitslücken in FreeBSD-Komponenten. (Bild: FreeBSD)

Die FreeBSD-Community wird aktuell durch ein mysteriöses Dokument in Aufruhr versetzt und gibt dabei kein gutes Bild ab: Ein Eintrag im Bugtracker des Libarchive-Projekts verweist auf ein vor drei Monaten anonym gepostetes Dokument auf Github, das detailliert zahlreiche Sicherheitslücken und Angriffsszenarien für den FreeBSD-Update-Prozess beschreibt.

Auch Linux betroffen?

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Stuttgart
  2. Bosch-Gruppe, Hildesheim

Der Bugtracker-Eintrag enthält zudem einen Verweis darauf, dass ähnliche Dokumente existierten, die Angriffe auf Linux-Distributionen beschrieben. Diese sind aber bislang nicht öffentlich aufgetaucht. Laut dem Posting, das offenbar von einer internen Mailingliste von Antivirenfirmen kopiert wurde, geht der Verfasser davon aus, dass diese Dokumente von einem Angreifer erstellt worden seien, der in der Lage sei, Man-in-the-Middle-Angriffe durchzuführen.

Die in dem anonymen Dokument beschriebenen Sicherheitslücken betreffen das Paketmanagementtool Portsnap, das Binary-Patching-Tool Bsdiff und Libarchive, eine Bibliothek samt Tools für Archivierungs- und Kompressionsformate. Die meisten dieser Lücken sind nach wie vor offen, nur vereinzelt stehen Fixes zur Verfügung. FreeBSD-Nutzer sind also zurzeit einem hohen Risiko ausgesetzt. Das HardenedBSD-Projekt hat für einige der publizierten Lücken inzwischen eigene Patches veröffentlicht.

In Portsnap gibt es verschiedene Möglichkeiten, die vorhandene Signaturprüfung zu umgehen. So findet sich etwa in Portsnap-Skript eine Codezeile, die eine Gzip-Datei mit einem SHA256-Hash vergleicht. Dabei geht das Skript davon aus, dass Gzip die Dateiendung .gz automatisch anfügt. Das ist zwar der Fall, allerdings nur, wenn der Dateiname ohne Endung nicht existiert. Das Problem, das dabei entsteht: Ein Angreifer kann zwei Dateien mitliefern, eine korrekte ohne und eine bösartige mit Endung. Die Prüfsumme der Datei ohne Endung wird korrekt geprüft, anschließend wird jedoch die Datei mit Endung genutzt.

In Libarchive finden sich mehrere Sicherheitslücken, die die Verarbeitung von Symlinks betreffen. Insgesamt finden sich vier solche Lücken im Libarchive-Code, nur eine davon ist bislang behoben. FreeBSD selbst nutzt zudem noch eine ältere Version von Libarchive (3.1.2). In den vergangenen beiden Updates, 3.2.0 und 3.2.1, wurden eine ganze Reihe von Memory-Corruption-Lücken behoben, einige davon hat der Autor dieses Artikels gemeldet.

Aufwendiger Exploit für Bspatch

Weiterhin werden in dem Dokument eine Memory-Corruption-Lücke im Tool Bspatch ausführlich beschrieben und ein Exploit vorgestellt. Ein Angreifer kann damit einen Patch erstellen, der die Ausführung von Code ermöglicht. Insbesondere dieser Teil ist bemerkenswert, denn derartige Exploits sind extrem aufwendig und schwer praktisch umzusetzen.

Das FreeBSD-Projekt hat offenbar bislang lediglich für die Bsdiff-Lücke einen Patch veröffentlicht. Doch dieser ist, wie ein Post auf der FreeBSD-Mailingliste erklärt, unvollständig und ermöglicht weiterhin Angriffe.

Weiterhin offen ist, ob tatsächlich ähnliche Angriffe auf Linux-Systeme existieren, und falls dies der Fall sein sollte, wer alles im Besitz der Dokumente ist, die diese beschreiben. Die Entwickler von Linux-Distributionen täten gut daran, alle Tools, die in ihren Updateprozessen eine Rolle spielen, auf mögliche Sicherheitslücken zu prüfen.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  2. 31,99€
  3. ab 69,98€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 26.08.)
  4. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie

minecrawlerx 09. Aug 2016

Ja, nur verlierst du damit jeglichen Vorteil eines Package Managers.

Tautologiker 09. Aug 2016

Da erdreisten die bei HardenedBSD sich doch tatsächlich, DNSSEC zu verwenden, um die...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Moto G6 - Test

Bei einem Smartphone für 250 Euro müssen sich Käufer oft auf Kompromisse einstellen. Beim Moto G6 halten sie sich aber in Grenzen.

Lenovo Moto G6 - Test Video aufrufen
32-Kern-CPU: Threadripper 2990WX läuft mit Radeons besser
32-Kern-CPU
Threadripper 2990WX läuft mit Radeons besser

Auch wenn AMDs neuer Threadripper 2990WX mit 32 CPU-Kernen sich definitiv nicht primär an Spieler richtet, taugt er für Games. Kombiniert mit einer Geforce-Grafikkarte bricht die Bildrate allerdings teils massiv ein, mit einem Radeon-Modell hingegen nur sehr selten.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Threadripper 2990WX AMDs 32-Kerner kostet weniger als Intels 18-Kerner
  2. Zhongshan Subor Z+ AMD baut SoC mit PS4-Pro-Leistung für chinesische Konsole
  3. Hygon Dhyana China baut CPUs mit AMDs Zen-Technik

Disenchantment angeschaut: Fantasy-Kurzweil vom Simpsons-Schöpfer
Disenchantment angeschaut
Fantasy-Kurzweil vom Simpsons-Schöpfer

Mit den Simpsons ist er selbst Kult geworden, und Nachfolger Futurama hat nicht nur Sci-Fi-Nerds mit einem Auge für verschlüsselte Gags im Bildhintergrund begeistert. Bei Netflix folgt nun Matt Groenings Cartoonserie Disenchantment, die uns trotz liebenswerter Hauptfiguren in Märchenkulissen allerdings nicht ganz zu verzaubern weiß.
Eine Rezension von Daniel Pook

  1. Promotion Netflix testet Werbung zwischen Serienepisoden
  2. Streaming Wachstum beim Pay-TV dank Netflix und Amazon
  3. Videostreaming Netflix soll am Fernseher übersichtlicher werden

Leckere neue Welt: Die Stadt wird essbar und smart
Leckere neue Welt
Die Stadt wird essbar und smart

Obst und Gemüse von der Stadtmauer. Salat und Kräuter aus dem Stadtpark. In essbaren Städten sprießt und gedeiht es, wo sonst Hecken wuchern und Geranien blühen. In manchen Metropolen gibt es gar sprechende Bänke, denkende Mülleimer und Gewächshochhäuser.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. IT-Sicherheit Angriffe auf Smart-City-Systeme können Massenpanik auslösen

    •  /