Anno 2205 angespielt: Brückenbau und Mondbesiedlung
Das waren Zeiten, als das einzige flugfähige Objekt in einem Anno eine einsame Möwe über unserem Segelschiff war! Im neu auf der E3 in Los Angeles vorgestellten Aufbauspiel Anno 2205 schweben Autos in luftiger Höhe durch die Straßenschluchten von riesigen Metropolen, und sogar in den Weltraum ist der Mensch vorgestoßen. Per Aufzug geht es bis zu Raumstationen in die Erdumlaufbahn und mit Raumschiffen sogar noch weiter – bis zum Mond.

Der Abstecher ins All war laut einem der Entwickler eine der am meisten gewünschten Funktionen der Spieler von Anno 2070 und ist natürlich die wichtigste Neuerung. Ebenfalls wichtig ist Entwickler Blue Byte(öffnet im neuen Fenster) der Hinweis, dass es sich um das bislang mit Abstand größte Anno handelt. Tatsächlich sind auf der Erde riesige Inselgebiete zu sehen, die nun auch per Brücke verbunden werden können.
Das Spiel basiert auf einer neuen Engine, die nahtloses Drehen und Zoomen ermöglicht, und sieht grafisch klasse aus. Die Welt glänzt und funkelt, es gibt viele schöne Details wie die schwebenden Autos oder die Passanten, die kleine Dörfer ebenso wie große Städte besiedeln.
Die Besiedlung des Mondes ist nötig, weil die Menschheit nur so ihren Energiebedarf decken kann. Dort bauen Arbeiter das sogenannte Regolith (etwas vereinfacht: spezielle Steine) und gewinnen daraus wiederum Helium 3, mit dem auf dem Mond in Fusionsreaktoren Strom produziert wird, der zur Erde weitergeleitet wird; auf Wikipedia gibt es interessante Informationen(öffnet im neuen Fenster) zu den Hintergründen.
Um den Trabanten zu besiedeln, muss die Menschheit zuerst auf der Erde einen Raumflughafen schaffen. Auf dem Mond baut der Spieler dann anfangs einfache Kolonien auf und errichtet Schutzschildgeneratoren gegen Weltraumstrahlung und Meteoriten. Nach und nach soll die Siedlung dort autarker werden und sich etwa mit Gewächshäusern selbst ernähren. Der Austausch von Waren und Ressourcen mit der Erde läuft wohl ungefähr wie die Handelsrouten aus früheren Anno-Spielen, die entsprechenden Menüs und Funktionen sind aber noch nicht ganz fertig.
Schöner bauen auf der Erde
Allerding spielt in Anno 2205 auch das Errichten von Siedlungen auf der Erde eine entscheidende Rolle. Das konnten wir bereits ausprobieren – und fühlten uns heimisch, als wir feststellten: Auch im Jahr 2205 ist der Ausgangspunkt für jede Siedlung ein Hafen am Meer. Von dort aus haben wir dann erst eine Straße und daran entlang Wohnhäuser für Arbeiter gebaut. Das funktioniert äußerst komfortabel, auch dank einer neuen Funktion, mit der sich etwa falsch platzierte Gebäude einfach verschieben lassen.
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Trotz der prächtig funkelnden Hightech-Häuschen wollte zuerst leider kein Arbeiter bei uns einziehen. Ein Mausklick auf das Gebäude zeigte, warum: Es fehlt an Wasser, Nahrung (dargestellt durch Reis) und Informationen. Also bauen wir eine Farm, eine Meerwasserentsalzungsanlage und ein Kommunikationszentrum. Das braucht natürlich Energie, die wir vorerst mit Windrädern oder Gezeitenkraftwerken gewinnen.
Nach ein paar weiteren Gebäuden und zusätzlichen Straßen haben wir in rund zehn Minuten eine kleine Stadt erstellt, neue Bürger gewonnen und die ersten Häuschen einem Upgrade unterzogen. Das geht entweder mit einem Klick auf jeden einzelnen Bau oder, indem wir in einen "Upgrade"-Modus wechseln und dann das Gebiet mit den erweiterbaren Gebäuden markieren.
Noch nicht ganz klar ist uns, wie die Sache mit den Spielmodi funktioniert und was etwa mit dem Endlosspiel ist. Laut Ubisoft wird es einen neuen Session-Modus geben, "der es Spielern gestattet, diverse Spielsitzungen auf der Erde und auf dem Mond gleichzeitig zu kontrollieren und mehrere Regionen durch verschiedene Sitzungen zu verbinden" – verstehen tun wir das nicht, und auf der E3 war für Fragen dazu keine Zeit. Spätestens ab dem 3. November 2015 wissen wir voraussichtlich mehr: Dann soll Anno 2205 für Windows-PC erhältlich sein.
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