Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Anniversary Update: Wie Microsoft seinen Edge-Browser effizienter macht

Mit dem geplanten Anniversary Update von Windows 10 soll der Edge-Browser von Microsoft deutlich energieeffizienter sein als bisher. Dazu nutzt das Team Technik, mit der auch Mozilla und Google experimentieren, ebenso wie eine enge Anbindung an Windows.
/ Sebastian Grüner
31 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Ein Surface im Testlabor von Microsoft (Bild: Microsoft)
Ein Surface im Testlabor von Microsoft Bild: Microsoft

Das für diesen Sommer angekündigte Anniversary Update von Windows 10 wird auch einige Verbesserungen für Nutzer an dem Edge-Browser von Microsoft mitbringen, die den Browser effizienter machen sollen. In seinem Entwicklerblog(öffnet im neuen Fenster) listet das Team diese auf und schreibt, dass sie sich durch umfangreiche Tests im hauseigenen Labor sowie in den Insider Previews als sinnvoll erwiesen haben.

Die wohl interessanteste der aufgezählten Neuerungen ist so nur durch eine sehr enge Anbindung an das Windows-System möglich. So werden Javascript-Funktionen von Tabs im Hintergrund nur noch einmal in der Sekunde ausgeführt und nicht mehr dauerhaft. Diese Vorgänge werden zudem mit anderen Operationen des Betriebssystems synchronisiert, sodass der Browser die Hardware nicht mehr selbstständig "aufweckt". Die CPU-Last wird damit deutlich reduziert, was in bestimmten Fällen zu bis zu 90 Prozent weniger Energieaufnahme führen soll, so Microsoft.

Große Ähnlichkeit zur anderen Browsern

Andere vom Team beschriebene Veränderungen werden so ähnlich auch schon von Konkurrenten umgesetzt. So blockiere der Edge-Browser wie auch etwa Chrome großflächige Flash-Inhalte, die nicht zentral für die Webseite seien. Darüber hinaus laufe Flash nun in einem eigenen Prozess, weshalb dessen Leistung vom Browser überprüft werden könne. Flash könne so notfalls beendet werden, falls dieser zu viele Ressourcen benötige.

Edge nutzt für einige Animationen der Nutzeroberfläche künftig das sogenannte Transform der GPU. Das heißt, die Darstellung wird fast ausschließlich von der GPU berechnet und die CPU-Last geht dabei gegen Null. Ein ähnliches Konzept verfolgt Mozilla bei der neuen Rendering-Engine Servo. Die dafür testweise genutzte Oberfläche nutzt HTML-Techniken, die Servo soweit wie möglich über die GPU darstellt. Ebenso hat Google für Chrome die Skia-Bibliothek(öffnet im neuen Fenster) entwickelt, mit der Oberflächen dank OpenGL von der GPU beschleunigt werden sollen. Diese wird auch von Mozilla verwendet.

Die Entwickler von Microsoft setzten für die Energieeffizienz zudem auf einen schnellen Netzwerkstack. Dafür wird zum Beispiel die TCP-Erweiterung Fast Open genutzt. Diese stammt ursprünglich von Google und steht bereits seit Ende 2012 im Linux-Kernel bereit. Eine weitere Funktion, die Edge nun nutzt und die ebenfalls zuerst von Google-Entwicklern vorgestellt worden ist, ist der Algorithmus Rack (Recently Ack), mit dem der Verlust von TCP-Paketen früher bemerkt werden soll. Rack ist seit Anfang dieses Jahres im Linux-Kernel vorhanden.


Relevante Themen