Anklage in USA erhoben: So sollen russische Trollfabriken Trump unterstützt haben

US-Sonderermittler Robert Mueller hat Anklage gegen 13 russische Staatsbürger und Organisationen erhoben. Den Ermittlungen zufolge war das Vorgehen russischer Trollfarmen im US-Wahlkampf 2016 durch soziale Netzwerke kaum aufzuspüren.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Der US-Bezahldienst Paypal soll für die Verschleierung von Identitäten genutzt worden sein.
Der US-Bezahldienst Paypal soll für die Verschleierung von Identitäten genutzt worden sein. (Bild: Thomas White/Reuters)

US-Sonderermittler Robert Mueller hat 13 russische Staatsbürger wegen des Versuchs angeklagt, die Präsidentschaftswahl 2016 in den Vereinigten Staaten zu beeinflussen. Sie würden wegen Bundesverbrechen angeklagt und wegen des Versuchs, dem politischen System der USA zu schaden, sagte der stellvertretende Chefankläger Rod Rosenstein am Freitag vor Medien. Die Angeklagten halten sich in Russland auf, sind daher für die US-Justiz nicht greifbar.

Inhalt:
  1. Anklage in USA erhoben: So sollen russische Trollfabriken Trump unterstützt haben
  2. Manipulationen kaum zu enttarnen

Neben den 13 Personen werden auch drei russische Einrichtungen angeklagt, heißt es in der vom Justizministerium veröffentlichten Anklage einer Grand Jury. "Die drei Einrichtungen haben einen Informationskrieg geführt", sagte Rosenstein.

Die 37-seitige Anklageschrift legt ein strategisches Ziel Russlands dar, Zwietracht und Misstrauen im politischen System der USA zu säen, indem die Wahlkampagne Donald Trumps unterstützt und die seiner Gegnerin, der Demokratin Hillary Clinton, erheblich beschädigt worden sein soll. Auch Clintons parteiinterner Gegner bei den Demokraten, Bernie Sanders, soll ohne dessen Wissen unterstützt worden sein.

Verschwörung, Bankbetrug, Identitätsdiebstahl ...

Die Angeklagten werden der Verschwörung beschuldigt, außerdem des Bankbetrugs, des Betruges im Internet und des Identitätsdiebstahls. Einige der Beschuldigten seien für ihre Aktionen in die USA gereist, um Informationen zu sammeln. Sie hätten dabei Computerinfrastruktur in den USA aufgebaut und genutzt, um den russischen Ursprung ihrer Operationen zu verschleiern. Sie hätten ausgeklügelte Evakuierungspläne für den Fall gehabt, dass sie bei ihrer Enttarnung das Land verlassen müssten.

Stellenmarkt
  1. Specialist (m/w/d) Performance Management Web Analytics
    Vodafone GmbH, Düsseldorf
  2. Systemadministrator*in (m/w/d)
    Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
Detailsuche

Der Anklageschrift zufolge erwarben die Beschuldigten beispielsweise Webspace in den USA, um eigene VPNs aufzusetzen. Über diese VPNs seien die Aktivitäten in den USA von Russland aus erfolgt, beispielsweise, um auf Social-Media-Accounts zuzugreifen, neue Accounts zu eröffnen oder mit US-Amerikanern zu kommunizieren. Im August 2016 soll es eine interne Liste mit 100 US-Bürgern gegeben haben, die kontaktiert und deren Aktivitäten überwacht worden seien. Ein US-Bürger soll dafür bezahlt worden sein, eine Schauspielerin, die Clinton darstellte, mit Sträflingsbekleidung in einem Käfig fotografieren zu lassen. Eine solche Aktion gab es beispielsweise im US-Bundesstaat Iowa.

Accounts mit 100.000 Followern

Als Beispiel nennt die Schrift einen Twitter-Account mit dem Nutzernamen "Tennessee GOP" (Tennessee-Republikaner). Der Account soll über 100.000 Follower verfügt haben. Der entsprechende Account mit der ID @ten_GOP twitterte noch bis zum 23. August 2017 weiter. Der Twitter-Account @March_for_Trump sei genutzt worden, um Demonstrationen zur Unterstützung von Donald Trump zu organisieren. Über die E-Mail-Adresse allforusa@yahoo.com seien Pressemitteilungen an New Yorker Medien verschickt worden, um auf die Demonstrationen aufmerksam zu machen.

Doch die Beschuldigten sollen noch deutlich weitergegangen sein, um ihre wahre Identität zu verschleiern. Demnach nutzten sie gestohlene Identitäten von US-Bürgern, um beispielsweise Paypal-Konten zu eröffnen. Über solche Konten sollen dann Anzeigen in sozialen Medien gebucht worden sein. Auch mit Hilfe falscher Führerscheine sollen sich die Beschuldigten identifiziert haben. Mit ihren Facebook-Accounts sollen die Russen sogar Geld verdient haben, indem sie für Summen zwischen 20 und 50 US-Dollar Werbung schalteten, beispielsweise für "Being Patriotic", "Defend the 2nd" (Recht auf Waffenbesitz) und "Blacktivist".

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Manipulationen kaum zu enttarnen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


mfeldt 20. Feb 2018

Link zu den Aufnahmen bite? Und wer genau hat da was gesagt?

quakerIO 19. Feb 2018

Was ich sagen möchte das man ständig Russland beschuldigt und oft in Artikeln von...

SJ 19. Feb 2018

Wie wärs, wenn du zuerst meine Frage beantworten würdest?

robinx999 19. Feb 2018

1. Glaube ich das nicht, es gibt genügend Staaten mit Wahlpflicht unter anderem auch...

lear 19. Feb 2018

Wie kompliziert ist das eigentlich? 1. Volksverblödung macht Demokratie angreifbar. Hab...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cupra Urban Rebel
VW-Tochter kündigt Elektrorenner für 25.000 Euro an

Autobauer Cupra bringt mit dem Urban Rebel ein günstiges Elektroauto für all jene auf den Markt, denen der ID.Life von VW zu langweilig ist.

Cupra Urban Rebel: VW-Tochter kündigt Elektrorenner für 25.000 Euro an
Artikel
  1. Zuschauerzahlen: Netflix gaukelt Offenheit vor
    Zuschauerzahlen
    Netflix gaukelt Offenheit vor

    Netflix hat eine Liste mit den beliebtesten Filmen und Serien veröffentlicht - die Aussagekraft ist gleich null.
    Ein IMHO von Ingo Pakalski

  2. Barrierefreie Smartphone-Software: Notruf-App Nora ab sofort verfügbar
    Barrierefreie Smartphone-Software
    Notruf-App Nora ab sofort verfügbar

    Es mag befremdlich wirken, mit dem Notruf per App zu chatten. Doch genau das kann vielleicht Leben retten.

  3. Tesla Model Y im Test: Die furzende Familienkutsche
    Tesla Model Y im Test
    Die furzende Familienkutsche

    Teslas Model Y ist der Wunschtraum vieler Model-3-Besitzer. Reichweite und Raumangebot überzeugen im Test - doch der Autopilot ist nicht konkurrenzfähig.
    Ein Test von Friedhelm Greis

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn-Aktion: Win 10-Laptop oder PC kaufen, kostenloses Upgrade auf Win 11 erhalten • Bosch Professional & PC-Spiele von EA günstiger • Nur noch heute PS5-Gewinnspiel • Alternate (u. a. Asus TUF Gaming-Monitor 23,8" FHD 165Hz 179,90€) • 6 UHDs kaufen, nur 4 bezahlen [Werbung]
    •  /