Anklage: Google-Mitarbeiter soll vertrauliche KI-Dateien gestohlen haben

Ein Ex-Google-Ingenieur wurde wegen Diebstahls und Weitergabe vertraulicher KI-Dateien verhaftet. Ihm drohen bis zu 40 Jahre Gefängnis.

Artikel veröffentlicht am , Michael Linden
Mensch in Handschellen (Symbolbild)
Mensch in Handschellen (Symbolbild) (Bild: Pexels/CC0 1.0)

Ein ehemaliger Google-Softwareingenieur steht im Verdacht, vertrauliche Informationen über KI entwendet und an zwei chinesische Unternehmen weitergegeben zu haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press.

Nach einer US-Anklageschrift soll der 38-jährige Linwei Ding seit 2021 damit begonnen haben, Dateien in ein persönliches Google-Cloudkonto hochzuladen, als er bei Google angestellt war. Kurz darauf habe er ein lukratives Jobangebot als Chief Technology Officer bei einem jungen Technologieunternehmen in China erhalten.

Ding soll auch nach China gereist sein und an Investorentreffen des Unternehmens teilgenommen haben, während er offiziell noch bei Google beschäftigt war. Ein Kollege habe derweil mithilfe des Zugangsausweises den Eindruck erweckt, als wäre Ding bei Google zur Arbeit erschienen.

Dann kündigte Ding seine Stelle bei Google. Wenige Tage später erfuhr der Konzern, dass er bei einer Investorenkonferenz in Peking als CEO eines der chinesischen Unternehmen aufgetreten war. Google sperrte daraufhin den Netzwerkzugang von Ding und sein Notebook und entdeckte die unerlaubten Uploads.

Das FBI durchsuchte Dings Wohnung und fand mehr als 500 einzelne Dateien mit vertraulichen Informationen, die er von Google entwendet haben soll. Ding wurde nun laut US-Justizministerium in Newark, Kalifornien verhaftet und wegen vierfachen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen angeklagt. Jedes einzelne der Delikte kann mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden – insgesamt könnten so 40 Jahre Gefängnisaufenthalt zusammenkommen.

FBI-Direktor Christopher Wray sieht in dem Fall ein Beispiel dafür, "wie weit Tochtergesellschaften von Unternehmen mit Sitz in der Volksrepublik China zu gehen bereit sind, um amerikanische Innovationen zu stehlen". Der Diebstahl von Technologie und Geschäftsgeheimnissen könne verheerende Folgen für die Wirtschaft und die nationale Sicherheit haben, warnte er laut dem AP-Bericht.

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amagol 08. Mär 2024 / Themenstart

Ist halt nur ein Problem wenn verschiedene Kulturen kollidieren. Wenn ein Bewerber mir...

amagol 08. Mär 2024 / Themenstart

High-Tech ist eben in den USA nicht "Privatsache der Kapitalbesitzer". Deshalb gibt es...

amagol 08. Mär 2024 / Themenstart

Oder vielleicht nicht mal US-Staatsangehoeriger ist. Duerfte schwierig sein CTO einer...

HansMikesen 08. Mär 2024 / Themenstart

"wie weit Tochtergesellschaften von Unternehmen mit Sitz in der Volksrepublik China zu...

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