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Ankaufplattform Cleverbuy: Ex-Geschäftsführer zu Haftstrafe wegen Betrugs verurteilt

Neben dem Ex-Geschäftsführer von Cleverbuy ist auch eine frühere Mitarbeiterin wegen Betrugs vom Gericht verurteilt worden.
/ Ingo Pakalski und dpa
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Ex-Geschäftsführer von Cleverbuy muss wegen Betrugs ins Gefängnis. (Bild: Pexels)
Ex-Geschäftsführer von Cleverbuy muss wegen Betrugs ins Gefängnis. Bild: Pexels

Der ehemalige Geschäftsführer des insolventen Onlineportals Cleverbuy ist wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Krefeld sprach ihn schuldig und verhängte zwei Jahre und acht Monate Haft gegen den Bahnbeamten. Dieser hatte das Portal als Nebenerwerb betrieben.

Eine mitangeklagte frühere Mitarbeiterin erhielt wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug eine zwölfmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Nach Überzeugung des Gerichts kaufte das Unternehmen unter Leitung des 59-jährigen Firmengründers seit 2022 bundesweit Mobiltelefone, Tablets und andere Elektronik von Privatkunden an, zahlte die zugesicherten Beträge aber vielfach gar nicht, stark verspätet oder nur teilweise aus. Zudem sollen gebrauchte Geräte mit gefälschten Siegeln und Verpackungen als neu oder fabrikneu verkauft worden sein.

Mehr als 1.300 Strafanzeigen eingegangen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gingen mehr als 1.300 Strafanzeigen von Privatkunden ein. Der Schaden liege im sechsstelligen Bereich. Auch Konzerne wie Apple und Samsung hätten Strafanzeige erstattet.

Der 59-Jährige hatte die Vorwürfe im Prozess eingeräumt. "Die 63 Tage Untersuchungshaft waren so eine Art Selbsttherapie", sagte er im Prozess. "Das hat mir die Augen geöffnet." Gegen ihn wird zudem noch wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung ermittelt.

Nach dem Urteil können auf den Ex-Firmenchef auch beamtenrechtliche Konsequenzen zukommen. Das Ankaufportal betrieb der 59-Jährige aus Hünxe als Nebenerwerb, im Hauptberuf war er beamteter Wagenmeister bei der Deutschen Bahn.

Das Unternehmen stellte den Mann nach Bekanntwerden der Vorwürfe mit halbierten Bezügen frei. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, drohen ihm der Verlust des Beamtenstatus und der Pensionsansprüche.

Seit Herbst 2024 warnen Verbraucherschützer vor Cleverbuy, weil Kunden laut Betroffenen ihre Zahlungen für eingeschickte Smartphones, Tablets und Ähnliches entweder verspätet oder gar nicht erhielten.


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