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Ein echter Farbenrausch

Die Animation ist flüssig, besonders imposant ist aber die Farbauswahl. Denn hier bricht die Serie mit Realismus. Himmel, die purpurn schimmern, grünliche Elemente im Hintergrund, das alles erscheint unwirklich, aber in sich stimmig.

Stimmlich muss man sich an neue Sprecher gewöhnen, was bei den Kindern nicht weiter auffällt – bei Hopper aber schon. Der richtige Sprecher ist Peter Flechtner, er ist aber einer der Schauspieler, die Netflix boykottieren, weil der Streamer einen neuen Vertrag durchsetzen will, mit dem die Sprecher sich einverstanden erklären(öffnet im neuen Fenster), dass ihre Stimmen zum KI-Training benutzt werden können.

Erwartet wurde wohl, dass Netflix einlenken muss, weil der Streamer schlecht in Original mit Untertiteln senden kann. Allerdings haben die letzten Wochen gezeigt, dass es genügend andere Sprecher gibt, die mit Netflix zusammenzuarbeiten bereit sind.

Eine neue Figur

Mit der etwas älteren Schülerin Nicki wird eine neue Figur eingeführt, die sehr schnell zum Teil der Gruppe wird. Das ist im Grunde die einzige Diskrepanz zu den späteren Stranger-Things-Staffeln, denn die Figur gibt es dort nicht. Zwar wird im Verlauf der ersten Staffel von Tales from '85 ein Ausweg angesprochen, der aber nicht umgesetzt wurde.

Die Figur fügt sich gut in die Gruppendynamik ein, mit ihr geht allerdings gerade zum Finale auch eine Entwicklung einher, die man als Element einer Kinderserie ansehen muss. Sie wird für die Gruppe zu dem, was Q für James Bond ist, was sich nicht nur in Waffen wie mit Nägeln gespickten Hammern, sondern in Strahlenkanonen widerspiegelt. Die Serie wirkt hier unrealistischer als die Hauptserie.

Dabei ist auffällig, dass der Fokus von Tales from '85 noch stärker auf den Kids liegt. Die erwachsenen Figuren tauchen kaum auf – von den bekannten ist es lediglich Hopper. Sie haben für die Haupthandlung keine Bedeutung.

Selbst die älteren Teenager geraten hier zu Randfiguren, etwa Steve und Nancy, vor allem aber Jonathan. Die Serie wirkt darum etwas kleiner, konzentriert sich somit aber auch auf einen einzelnen, durchgehenden Handlungsstrang. Sie ist simpler und kompakter – eben weniger kompliziert für ein jüngeres Publikum.

Die Musik

Dass Tales from '85 aber keine billige Produktion ist, zeigt schon die Musikauswahl. In praktisch jeder Folge gibt es einen populären Pop- oder Rock-Song jener Ära zu hören. Die Musikrechte dürften alles andere als günstig gewesen sein, sie tragen aber auch zum Stranger-Things-Flair bei.

Überhaupt: Ja, die Serie ist klar für ein jüngeres Publikum verortet, aber so flott und mit Respekt für die Hauptfiguren erzählt, dass auch ältere Fans durchaus ihren Spaß haben können – zumindest, wenn das innere Kind noch nicht tot ist.


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