Animal Crossing: Politik ist dort, wo Menschen sind

Die Beispiele zeigen, dass selbst ein auf den ersten Blick harmloses Spiel wie Animal Crossing: New Horizons nicht außerhalb politischer Diskurse existiert. Dass überhaupt angenommen wird, es könnte im luftleeren Raum stattfinden, liegt auch am noch gängigen Mythos vom unpolitischen Spiel. Bis heute argumentieren Entwickler und Entwicklerinnen, ihre Spiele dienten einzig der Unterhaltung und sämtliche Ähnlichkeiten mit aktuellen Ereignissen seien Zufall.

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Diese Vorstellung ist und bleibt naiv. "Es stimmt, nicht alle Spiele müssen eine absichtliche politische Agenda haben. Aber sie kommunizieren dennoch stets politische Aspekte", schreibt der Historiker Eugen Pfister, der sich in mehreren Essays mit dem Thema Games und Politik befasst hat. Anders gesagt: Es ist unmöglich, ein Spiel zu entwickeln, das nicht in irgendeiner Form an kollektive Werte und moralische Konzepte gebunden ist.

Eskapismus und Kapitalismus schließen sich nicht aus

Die Spielenden sind ebenfalls Teil dieser Wertsysteme. Selbst wer eine Serie wie Animal Crossing ohne Hintergedanken und rein zur Entspannung spielt, keine Wahlkampfschilder aufstellt, keine anderen Inseln besucht und sich stattdessen lediglich die eigene, private Traumwelt aufbaut, ist an die politische Realität des Spiels gebunden.

Etwa den allgegenwärtigen Geltungskonsum, der die Spielenden dazu verleitet, immer mehr zu bauen und immer prachtvollere Häuser mit immer teureren Dingen zu bestücken. Eskapismus und Kapitalismus schließen sich in diesem Fall nicht aus, weshalb die Behauptung, Animal Crossing sei von Natur aus ein komplett wertfreies, utopisches Spiel, nicht haltbar ist.

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Ob Videospiele politisch instrumentalisiert werden sollten oder nicht, ist letztlich die falsche Frage. Joe Biden, die Black-Lives-Matter-Bewegung, die Aktivisten in Hongkong, sie alle haben Animal Crossing deshalb als politische Plattform entdeckt, weil Videospiele als Kulturgut eben zum Alltag vieler Menschen gehören.

Animal Crossing: New Horizons [Nintendo Switch]

Ein Wahlkampfschild für den virtuellen Vorgarten anzubieten ist nichts anderes, als "Vote-for-Joe"-Aufkleber per Post zu verschicken. Politik findet dort statt, wo die Menschen sind. Und das ist nicht mehr nur die Straße oder der Küchentisch, sondern auch die Trauminsel auf der Spielkonsole.

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 Animal Crossing: Die Privatinsel ist politisch
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Clown 14. Sep 2020

Also weil Spiele von Hause aus nicht politikfrei erstellt werden können, ist es nötig...

Peter V. 13. Sep 2020

Würdest Du sowas auch noch von dir geben, wenn die Spieler sich lustige weiße Kapuzen...

Peter V. 13. Sep 2020

Da diese Anklage so nur durch politische Druck zustande kam, ist auch schon die Anklage...

Anonymer Nutzer 13. Sep 2020

Ich bin da deiner Meinung. Wenn ein Spiel absichtlich dazu gemacht wurde ein politisches...



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