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Angstrhetorik: Schluss mit "per Mausklick"!
(Bild: Reuters/Catherine Benson)

Angstrhetorik: Schluss mit "per Mausklick"!

Angstrhetorik: Schluss mit "per Mausklick"!
(Bild: Reuters/Catherine Benson)

Das Netz ist gefährlich, denn dort ist alles "nur einen Mausklick entfernt". Doch diese Phrase ist so unsinnig wie der dahinterliegende Gedanke, schreibt Patrick Beuth.

Wer einen Pizzaservice anruft und danach auf dem Ziffernblock desselben Telefons nur ein paar andere Zahlen drückt, landet damit möglicherweise beim Anschluss eines Tierquälers.

Schockierend? Nein, Blödsinn. So ist das halt mit diesen Telefonen: Man tippt ein paar Zahlen und bekommt eine Verbindung - andere Zahlen ergeben eine andere Verbindung. Doch wenn man Telefon durch Internet ersetzt, könnte so ein Satz in jedem deutschen Leitmedium als Nachricht auftauchen: "Nur wenige Mausklicks" von einer harmlosen Seite entfernt liegen schlimme, kriminelle Angebote.

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Der Mausklick, wie wir ihn kennen, ist mittlerweile fast 40 Jahre alt, der Hyperlink im World Wide Web nun auch schon mehr als 20 Jahre. Aber noch immer haben viele Menschen etwas nicht verstanden: Ein Mausklick ist keine Entfernung!

Und selbst wenn es eine wäre, dann wäre sie genauso lang wie ein Tastendruck auf der Fernbedienung für den Fernseher. Auch da ist, spätestens ab 22 Uhr, eine harmlose Dokumentation "nur einen Tastendruck" von einem Ballerfilm "entfernt". Trotzdem ist das niemandem eine Erwähnung wert.

Dank Multitouch, Gesten- und Sprachsteuerung oder auch Eye Tracking verliert die Maus bereits wieder an Bedeutung. Können wir also bitte langsam damit aufhören, diese vermeintliche Nähe von Links als Sinnbild einer Gefahr im Internet darzustellen?

Der durchschnittliche Büromensch betätigt seine Maus grob geschätzt 5.000 Mal - pro Tag. Wie oft er dabei wohl denkt: "Wahnsinn, was so ein Mausklick bewirkt"?

Knapp 34 Millionen Mal findet Google die Kombination "per Mausklick", 844 Mal davon bei Zeit Online.

Bitte, liebe Kollegen und alle anderen, die irgendetwas mit Wörtern machen: Hören Sie auf, dem Mausklick zu huldigen, als sei er ein grausamer Rachegott. Hören Sie auf, so zu tun, als sei die gesamte Straße gefährlich, nur weil es neben dem Spielzeugladen auch einen Sexshop und ein Automatenkasino gibt.

Denn wenn wir jahrzehntealte, längst alltägliche Computertechnik weiterhin als etwas so Riskantes darstellen, werden nachfolgende Generationen uns beim Thema Internet noch weniger ernst nehmen, als sie es ohnehin schon tun. Und zwar zu Recht.


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ThadMiller 30. Mär 2012

Genau das ist es was du nicht/falsch verstanden hast. Das "entfernt" bezieht sich nicht...

Karl-Heinz 28. Mär 2012

1 Saarland = 359762 Fußballfelder (großzügig aufgerundet)

Kalle_Grabowski 27. Mär 2012

Natürlich kann man einen Mausklick als Maßeinheit betrachten. Es ist nur imho vollkommen...

Prypjat 27. Mär 2012

Und zu Fuß ist es kürzer, als übern Berg.



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