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Angst vor Spionage: Russland trennt Überwachungskameras vom Internet

Für den russischen Geheimdienst FSB ist der ausufernde Überwachungsapparat des Landes zu einem Sicherheitsrisiko geworden.
/ Mike Faust
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Eine Straßenlaterne mit Überwachungskamera in Moskau, Russland (Bild: Sasha Tonik / Pexels)
Eine Straßenlaterne mit Überwachungskamera in Moskau, Russland Bild: Sasha Tonik / Pexels

Aus Sorge um die Sicherheit des russischen Präsidenten Wladimir Putin haben Sicherheitsdienste des Landes Teile eines Überwachungssystems vorübergehend abgeschaltet, um es vollständig vom Internet zu isolieren.

Wie die Financial Times (FT) berichtet(öffnet im neuen Fenster), soll der Direktor des russischen Geheimdienstes FSB, Alexander Bortnikov, davor gewarnt haben, dass Russlands Überwachungsapparat zu einer Schwachstelle geworden sei, da Feinde über Sicherheitslücken in der Software darauf zugreifen könnten.

Auslöser für die Maßnahme soll die Ermordung des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ali Khamenei am 28. Februar 2026 in Teheran gewesen sein. Der Angriff auf Khamenei soll durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz ermöglicht worden sein, die Millionen von Stunden Videomaterial von tausenden iranischen Verkehrskameras ausgewertet haben soll.

Mit Low-Tech gegen KI-Spionage

Durch die Möglichkeit, sprachbasierte Suchanfragen zu Videostreams zu stellen, könnten die Systeme nicht nur Gesichter oder Kennzeichen erkennen, sondern auch Lebensgewohnheiten und Verhaltensmuster. So können etwa die Suche nach zwei Männern, die sich eine Tasche übergeben, oder Personen, die ihr Aussehen mehrmals am Tag verändern, durchgeführt werden, heißt es weiter.

Die Technologie soll auch dazu genutzt worden sein, während der Proteste im Iran im Dezember 2025 Mitglieder der Basij-Miliz in Echtzeit zu identifizieren. Der Einsatz von KI verkürzt die Zeit für derartige Analysen von Tagen auf Minuten, so die FT.

Um KI-Systeme zu täuschen oder gar nicht erst ein Angriffsziel zu bieten, wird vermehrt Low-Tech eingesetzt, unter anderem analoge Telefonleitungen, handgeschriebene Notizen oder Gesichtsmaskierungen. Während Russland seine Kameras komplett vom Internet trennte, verbot Indien chinesische Kameras im Land, nachdem bekannt wurde, dass Israel derartige Kameras im Iran hacken konnte.

China investiert hingegen massiv in die Entwicklung von KI-Kameras, wodurch laut westlichen Geheimdiensten eine neue Möglichkeit für effiziente Spionage in China entstehen könnte.


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