Angst vor Russland: Hacker entschuldigen sich bei attackierter Firma
Die russischsprachige Ransomwaregruppe RAlord hat sich nach einem Cyberangriff auf ein Unternehmen namens Eriell Group öffentlich bei diesem entschuldigt und verspricht, die erbeuteten Daten nicht zu veröffentlichen. Der Grund: Die Gruppe bemerkte nach dem Angriff, dass die Eriell Group in Usbekistan sitzt, einem Verbündeten Russlands sowie Mitglied der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten(öffnet im neuen Fenster) (GUS).
Die Reaktion der Cybergruppierung ist unter anderem in einem auf X geteilten(öffnet im neuen Fenster) Screenshot des Sicherheitsforschers Dominic Alvieri zu sehen. Dieser bezeichnete die Gruppe angesichts der Lage als "Ransomware-Trottel des Tages". Laut Screenshot will RAlord die attackierte Firma kostenlos bei der Wiederherstellung ihrer Systeme unterstützen.
Wie aus einem X-Beitrag von Darkfeed(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, führte RAlord den Angriff jedoch nicht selbst aus, sondern ein Partner, der dafür die Nova genannte Ransomware der Gruppe verwendete. RAlord bestätigte den Angaben zufolge, dass der verantwortliche Partner aus dem Affiliate-Programm der Gruppe verbannt worden sei. Er darf die Ransomware also nicht länger nutzen.
Wichtige Ransomware-Regel missachtet
In der Vergangenheit gab es schon häufiger Hinweise darauf, dass einige Cybergangs potenzielle Angriffsziele aus Russland oder verbündeten Staaten meiden. Diese Hackergruppen sind oft selber in Russland ansässig und fühlen sich dort sicher vor einer möglichen Strafverfolgung. In Russland ist Cyberkriminalität im Allgemeinen zwar auch illegal, jedoch wird sie häufig geduldet, solange keine Ziele innerhalb des Landes attackiert werden.
"Anscheinend gilt die erste Regel des Ransomware-Clubs – man greift keine Organisationen in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) an – auch im Jahr 2026 noch in vollem Umfang", erklärte der Sicherheitsexperte Allan Liska The Register(öffnet im neuen Fenster).
Auch anderen Ransomwaregruppen unterliefen schon gravierende Fehler. Zuletzt wurden etwa bei den Ransomware-Varianten Sicarii, Nitrogen und Vect Programmierfehler aufgedeckt, die dazu führten, dass sich damit verschlüsselte Daten nicht mehr entschlüsseln lassen. Für mögliche Lösegeldverhandlungen ist das kein guter Ausgangspunkt.
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