Angespielt: Diablo 4 wird brutal, makaber und ein bisschen eklig

Nicht nur Rockstar Games und GTA 6 sind einem Leak zum Opfer gefallen: Auch zu Blizzards kommendem Action-Rollenspiel Diablo 4 gelangte im September 2022 über eine Stunde Gameplay-Material an die Öffentlichkeit.
Umso überraschender finden wir es, dass sich die Entwickler nur wenige Monate später ganz offiziell in die Karten schauen lassen.
Die Kalifornier standen uns im Interview Rede und Antwort (voraussichtlich im Laufe des 8. Dezember 2022 auf Golem.de). Außerdem öffneten sie in einer Anspielrunde die Tore zur Fantasywelt Sanctuary.
Mit Diablo 4 kehrt Blizzard zurück zur Dark Fantasy früherer Tage. Schon in den ersten Sekunden des sehenswerten Intros spritzen Blut und Gedärme literweise über den Bildschirm. Oberschurkin Lilith macht ihrem Beinamen Tochter des Hasses alle Ehre: In der ausführlichen Demo agiert sie brutal, makaber und ein bisschen eklig.
Ein (blutiges) Herz für Einsteiger
Unser höllisches Abenteuer begann mit einem Baukasten zum Erstellen des eigenen Charakters. In der angespielten Vorschaufassung standen als Klassen der Barbar, die Zauberin und der Dieb zur Wahl – Druide und Necromancer mussten noch warten.
Diablo 4 bietet 100 Erfahrungsstufen; ab Level 50 greift das Paragon-System, das in der Demo noch nicht verfügbar war. Als übergeordnete Skala dient zudem der Renown – also der Ruf. Hier zählt das Spiel Entdeckungen und Errungenschaften mit und spendiert den Spielern weitere Fähigkeitenpunkte.








Klingt kompliziert? Ist es anfangs auch. Zugleich fällt aber auf, dass Diablo 4 nicht nur für Veteranen gemacht wird. Zunächst entscheiden wir über das sogenannte World Tier: Ein höherer Schwierigkeitsgrad lockt mit mehr Erfahrungspunkten und besserer Beute, schreckt jedoch zugleich mit fieseren Monstern ab.
Auf niedriger Stufe sind die Kämpfe leichter, dafür gibt es aber auch nur durchschnittlichen Loot. Mit wachsender Erfahrung können wir in höhere World Tiers aufsteigen – ganz ähnlich wie im Shooter Outriders ( Angespielt auf Golem.de ) (g+).
Vor dem ersten Spieleintritt entscheiden wir außerdem, ob wir viel oder weniger Führung benötigen. Sehr schön: Blizzard baut erweiterte Funktionen wie das Upgraden von Tränken oder Waffen und sogar das Verwenden von Emotes in kleine Quests ein.
Schönes, offenes Sanctuary
Diablo 4 ist ein Open-World-Spiel. Wer möchte, kann die Oberwelt von Sanctuary ohne Ladebildschirm durchqueren. Nur beim Betreten von Dungeons gibt es eine kurze Schwarzblende. Für komfortable Reisen bieten sich weiterhin Portale an.
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Für kürzere Entfernungen kaufen wir uns bei den örtlichen Ställen ein Pferd, das wir ebenfalls individualisieren dürfen. Einzige Voraussetzung: Der Held muss mindestens Stufe 15 erreicht und eine spezielle Quest erfüllt haben.
Die offene Welt gehört uns allerdings nicht allein. Wir teilen sie mit anderen Spielern – und das plattformübergreifend. Die Anzahl der Spieler hängt davon ab, wo wir uns gerade herumtreiben.
Diablo 4: Erscheinungstermin am 9. Dezember 2022?
Städte dienen als Treffpunkte und sind entsprechend dicht bevölkert. In der offenen Welt reduziert das Programm die Anzahl der Teilnehmer, damit weiterhin ein Gefühl der Einsamkeit bleibt.
Blizzard macht sich in Diablo 4 die Möglichkeiten moderner Onlinegames zunutze. Beispielsweise streut das Spiel immer wieder dynamische Events ein, mit denen sich Abenteurer in markierten Bereichen zusätzliche Belohnungen verdienen können.
In der Hands-on-Version kämpften wir uns etwa durch ein Horde von Wark-Kötern und mussten insgesamt 30 ihrer Seelen einfangen. In einer anderen Mission befreiten wir sechs Gefangene aus einem heruntergekommenen Kloster.
Die Spielwelt gestaltet sich vielschichtig: Wir können Festungen einnehmen, Sidequests erledigen oder Dungeons frei erkunden. Die Jagd auf Tiere – etwas Bären – und das Sammeln von Kräutern sind möglich. Das Schönste daran: Auch wenn Diablo 4 ein Onlinespiel ist, können wir es im Couch-Koop zu zweit angehen.
Es bleibt doch Diablo
Blizzards Action-Rollenspiel gönnt den Spielern bewusst viele Freiheiten. Das zeigt sich sogar in der Reihenfolge, in der man die Akte der Hauptstory angeht: Wir müssen nicht stoisch einem Pfad folgen, sondern können wechseln, wie es uns gerade in den Kram passt. Die bislang gespielten Hauptmissionen sind zum einen stimmungsvoll inszeniert, wirken aber auch in puncto Plot angenehm spannend.
Im Mittelpunkt von Diablo 4 steht aber weiterhin der Kampf und natürlich das Aufleveln und Verbessern des eigenen Helden. Je mehr Zeit wir investieren, desto mehr Möglichkeiten bieten sich uns.








Mit Stufe 15 schalten wir etwa Mastery-Möglichkeiten frei und können die Fähigkeiten so stärker spezialisieren. Der Fähigkeitenbaum verzweigt sich obendrein immer weiter mit zusätzlichen kleinen und großen Vorteilen und Fertigkeiten. Ein Verskillen ist übrigens nicht möglich – investierte Punkte verteilen wir auf Wunsch gegen Gold jederzeit neu.
Ausrüstung und Charakter gehen in Diablo 4 Hand in Hand. Beispielsweise gibt es legendäre Gegenstände, die sogar Punkte in bestimmten Skills mitbringen. Somit ist also das Überleveln bis zu einem gewissen Grad möglich. Eigenschaften legendärer Waffen können wir entfernen und auf andere übertragen, Rare Items in legendäre Versionen verbessern.
Und wie spielt sich das alles? Verdammt gut! Nach knapp zehn Stunden haben wir das Demo-Maximallevel von 25 erreicht. Unsere Zauberin Dara ruft zur Verteidigung eine feuerspuckende Hydra herbei, freut sich über Mana-Buffs und ist auch Eiszaubern nicht abgeneigt.
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Das Gameplay des neuen Diablo-Teils wirkt rasant, manchmal unübersichtlich und chaotisch – aber zu jeder Zeit unterhaltsam. Eben ganz Diablo. Die offene Spielwelt und ihre Möglichkeiten stehen dem Action-RPG-Teufel ebenso gut wie der düstere Anstrich.
Diablo 4 erscheint 2023 für Windows-PC, Playstation 4 und 5 sowie für Xbox One und Series X/S. Die Entwickler haben eine Überraschung für die am 9. Dezember 2022 um 1:30 Uhr deutscher Zeit stattfindenden Game Awards angekündigt. Folgt hier vielleicht der exakte Erscheinungstermin des Action-Rollenspiels?
Mitarbeit: Benedikt Plass-Fleßenkämper



