Angepasste VDE-Norm: Balkonkraftwerke könnten bis zu 7.000 Watt Leistung erhalten
Im März 2026 ist eine überarbeitete VDE-Norm(öffnet im neuen Fenster) für privat genutzte Erzeugungsanlagen veröffentlicht worden. Darin werden mehrere ursprünglich kritisierte Regelungen für die Nutzung der sogenannten Balkonkraftwerke angepasst.
Abgesehen von der Deckelung der Einspeiseleistung des Wechselrichters, die bei 800 Voltampere verbleibt, beinhaltet die Norm nun eine große Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten. Unter anderem darf die Gesamtleistung der angeschlossenen Module jenseits von 2.000 Watt liegen. Akkuspeicher, kleine Windkraftanlagen oder andere Energieerzeuger können ebenfalls angeschlossen sein. Wichtig ist nur, dass die 800 Voltampere für die Einspeisung ins eigene Stromnetz nicht überschritten werden.
Theoretisch durchgehende Einspeisung denkbar
Wie unter anderen Christian Ofenheusle(öffnet im neuen Fenster) , der Vorsitzende des Bundesverbandes Steckersolar e.V., schreibt, sind Solaranlagen mit bis zu 7 Kilowatt denkbar. Sie könnten im Eigenbau entstehen und würden bei der entsprechenden Konfiguration teils eine durchgehende Einspeisung der maximal erlaubten 800 Watt ermöglichen.
Gezogen wird die Grenze bei 7 Kilowatt, weil oberhalb dieser Erzeugungsleistung beispielsweise die Installation einer intelligenten Messeinrichtung erforderlich wird. Wird das entsprechende Balkonkraftwerk zusätzlich um einen Stromspeicher ergänzt, könnte der kleine Wechselrichter an den meisten Stunden des Tages einspeisen.
Große Auswirkungen auf die Stromrechnung
Zumal es grundsätzlich sinnvoll ist, ein ausschließlich selbst genutztes Balkonkraftwerk mit unterschiedlich ausgerichteten Solarmodulen zu verwenden. Werden zum Beispiel jeweils 1.000 Watt nach Osten, Süden und Westen ausgerichtet, kann an sonnigen Tagen fast durchweg Strom eingespeist werden, ohne dass der limitierende Wechselrichter die Erzeugung nennenswert abregelt. Wie groß die Anlage genau werden sollte, hängt allerdings vom individuellen Verbrauch und dem verfügbaren Platz ab.
Vorausgesetzt wird dabei aber, dass eine solche Anlage über eine sichere elektrische Verbindung betrieben wird, womit eine spezielle Einspeisesteckdose gemeint ist. Dann können, zumindest in der Theorie, bis zu 19 Kilowattstunden selbst erzeugter Strom pro Tag genutzt werden.
Das ist mehr als das Doppelte des durchschnittlichen Verbrauchs eines dreiköpfigen Haushalts. Große Verbraucher wie Waschmaschine, Herd oder Wasserkocher sind allerdings weiterhin auf Netzstrom angewiesen. Dafür sorgt die Begrenzung auf 800 Voltampere.
Nachtrag vom 19. März 2026, 13:16 Uhr
In der ersten Fassung wurde Christian Ofenheusle als Vorsitzender von Balkonsolar e.V. bezeichnet. Tatsächlich ist er Vorsitzender des Bundesverbandes Steckersolar e.V.
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