Angelbird SSD2Go Pocket im Test: Quadratisch, praktisch, schnell

Das Intel Developer Forum 2014 ist vorbei, der Urlaub beginnt, der Sensor der Kamera qualmt - wohin mit all den Dokumenten, Videos und Bildern? Auf einen USB-Stick oder die interne Ultrabook-SSD? Zu klein oder schon fast voll. Eine externe Festplatte im Handgepäck oder im Koffer? Das Headcrash-Risiko zu groß.
Eine alternative Lösung sind externe USB-3.0-SSDs. Die waren bisher nicht nur sehr teuer, sondern bis auf wenige Ausnahmen auch klar langsamer als interne Flash-Medien. Der österreichische Hersteller Angelbird füllt mit der SSD2Go Pocket diese Lücke.
Die Premium-SSD ist mit 89 x 70 x 10,4 mm sehr kompakt und soll mit bis zu theoretischen 450 MByte pro Sekunde auch richtig flott arbeiten.




Angelbird kauft zwar den 2246EN-Controller von SMI zu, der insgesamt 512 GByte NAND-Flash von Micron (16 nm L95B) ansteuert - gefertigt werden die kleinen SSDs aber in Österreich. Besonders gut hat uns das CNC-gefräste Aluminiumgehäuse gefallen: Es ist exzellent verarbeitet und trotz nur 90 Gramm Gewichts wirkt die SSD2Go Pocket massiv.
Ein kurzes USB-3.0-Kabel muss reichen, dafür legt Angelbird viel Software wie System Reflection Backup Tool, Bitwig Studio und Parallels 10 bei. Mitgeliefert werden außerdem Tracks von Künstlern wie CeCe Rogers, die ihre Musik für Remixes freigeben.
Transferraten und Iops
Die von uns getestete 512-GByte-Version bietet laut Hersteller ein Schreibvolumen von überdurchschnittlich hohen 1.048 TByte, die offizielle Leistungsaufnahme beträgt 0,8 Watt im Leerlauf und maximal 3,4 Watt unter Last. Die SSD2Go Pocket soll bei -20 bis +70 Grad Celsius arbeiten, zumindest praller Sonnenschein bei 27 Grad am Ocean Beach waren kein Problem.
Als Testsystem nutzten wir unser Thinkpad X1 Carbon, ein Ultrabook auf Basis von Intels Maho-Bay-Plattform (Ivy Bridge). Bei komprimierbaren Daten, wie sie der Atto-Benchmark nutzt, erreicht die SSD2Go Pocket Lese- und Schreibraten von bis zu 450 und 360 MByte pro Sekunde. Angelbird gibt eine Schreibgeschwindigkeit von bis zu 390 MByte pro Sekunde an, möglicherweise limitiert hier unser Ultrabook.




Bei gemischten Daten, hier durch den Crystal Disk Mark aufgezeigt, liest und schreibt die SSD2Go Pocket maximal 390 und 360 MByte, was immer noch sehr gut ist - selbst kleine Blöcke bearbeitet die SSD flott, wenngleich wir auch hier vermuten, eine Desktopplattform würde zügiger arbeiten.
Im schlechtesten Fall, im AS SSD Benchmark mit nicht komprimierbaren Daten, erreicht die SSD2Go Pocket bis zu 400 und 340 MByte lesend wie schreibend. Anders als bei einigen SSDs mit LSI-Controller bricht die Geschwindigkeit der Angelbird-SSD nicht ein.
Verglichen mit den schnellsten Sata-6-GBit/s-SSDs , die 550 MByte pro Sekunde lesen und schreiben, ist die SSD2Go Pocket etwas abgeschlagen, Mittelklassemodelle überholt sie aber teils.
Die Iops liegen mit bis zu 32.000 deutlich unter den vom Hersteller angegebenen 38.000.
Verfügbarkeit und Fazit
Die Angelbird SSD2Go Pocket ist ab sofort in drei Größen erhältlich: Die 128-GByte-Version kostet etwa 170, die mit 256 GByte knapp 240 und die uns von getestete Angelbird-SSD rund 400 Euro.




Fazit
Die SSD2Go Pocket gehört zu den schnellsten externen USB-3.0-SSD am Markt: Die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 450 sowie 360 MByte pro Sekunde sind für einen Taschenspeicher sehr beeindruckend. Diese liegen oberhalb der meisten USB-Sticks, die mit 256 oder 512 GByte auch nicht nennenswert günstiger sind, wenn ähnlich hohe Geschwindigkeiten geboten werden sollen.
Da Angelbirds SSD2Go Pocket zudem exzellent verarbeitet ist und die Garantie fünf Jahre beträgt, halten wir die kleine SSD für eine sehr gute Option zum schnellen Auslagern vieler Daten unterwegs.



