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Angela Merkel: "KI keinen freien Lauf lassen"

Die ehemalige Bundeskanzlerin hält künstliche Intelligenz für eine faszinierende Technologie, die aber reguliert werden müsse.
/ Mike Faust
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Angela Merkel bei der Eröffnung der Ausstellung Versäumte Bilder am 16. September 2025 (Bild: Christian Marquardt via Reuters Connect)
Angela Merkel bei der Eröffnung der Ausstellung Versäumte Bilder am 16. September 2025 Bild: Christian Marquardt via Reuters Connect

Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht die Regulierung von KI als nächste große Herausforderung für die Europäische Union. In einem circa einstündigen Interview mit dem Stern (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) sagte Merkel, dass aus den USA ein großer Druck auf Europa ausgeübt werde(öffnet im neuen Fenster) , dem man entgegentreten müsse.

Sie habe privat ChatGPT ausprobiert und dabei festgestellt, dass der KI-Chatbot "einem nach dem Munde" rede. Mit nur wenigen Versuchen habe sie erfahren, wie ChatGPT dazu gebracht werden könne, zu sagen, was man hören wolle.

Das sei faszinierend, man dürfe dieser Technologie aber keinen freien Lauf lassen, wenn man nicht als Spielstätte großer Technikkonzerne enden wolle, so die ehemalige Kanzlerin.

"Zum Schluss muss der Mensch entscheiden"

"Über jede neue Technologie muss der Mensch zum Schluss entscheiden können" , sagte Merkel und zog dabei Vergleiche zur Kernenergie. Diese sei nicht per se gut oder schlecht, sondern habe zum Beispiel auch bei medizinischen Behandlungsmethoden geholfen. Dafür brauche es aber Regeln und dies werde auch bei KI so sein, so Merkel.

Im Rückblick auf ihre Zeit als Bundeskanzlerin kam Merkel auch auf die Klimapolitik zu sprechen. In diese habe sie zu wenig Herzblut gesteckt und sei den Ansprüchen nicht gerecht geworden. "Das Thema Klima nagt am meisten an mir" , sagte sie.

Klima: "Es war noch nie so kritisch wie heute"

Es sei außerdem gespenstisch, wie wenig heute über Klimaschutz gesprochen werde. Merkel sagte, das Thema sei "wie weggeblasen" , und fügte hinzu: "Dabei war es noch nie so kritisch wie heute."

Kritisch sieht Merkel auch die Verbindung zwischen Elon Musk und Donald Trump, wie sie bereits in einem Interview im November 2024 erklärte. Damals bezeichnete sie demokratische Politik als "die letzte Instanz, die Dinge geradebiegen" könne.


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