Angela Merkel drängt: Autokonzerne sollen beim Datenraum Mobilität mitmachen

Einmal nicht Google und Co das Feld überlassen - das ist das Ziel des von der Bundesregierung initiierten Projekts Datenraum Mobilität. Jetzt müssen nur noch BMW, Daimler und VW mitmachen.

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Stau auf der Autobahn: innovative Anwendungen ohne Google
Stau auf der Autobahn: innovative Anwendungen ohne Google (Bild: Jeff J Mitchell/Getty Images)

Eine sichere Plattform für Mobilitätsdaten plant die Bundesregierung. Unternehmen, die mit Mobilität zu tun haben, sollen darüber ihre Daten für Entwickler zur Verfügung stellen. Betrieben werden soll die Plattform nicht von einem Unternehmen, sondern von einem gemeinnützigen Verein.

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Beim Autogipfel am 17. November will Bundeskanzlerin Angela Merkel einen konkreten Plan für das Projekt mit der Bezeichnung "Datenraum Mobilität" vorlegen, berichtet die Wirtschaftszeitung Handelsblatt. Ein Pilotprojekt soll bereits im kommenden Frühjahr starten. Merkels Ziel sei es, beim Weltkongress für intelligente Verkehrssysteme (ITS) in Hamburg im Oktober 2021 das System im Betrieb zu zeigen.

Die Deutsche Bahn ist dabei

Die Idee ist, dass sich möglichst alle Unternehmen, die mit Mobilität zu tun haben, daran beteiligen. Dazu gehören Verkehrsbetriebe, allen voran die Deutsche Bahn, aber auch Nahverkehrsbetriebe oder Dienstleister wie Moia oder Flixbus. Außerdem dabei ist der Deutsche Wetterdienst. Here Technologies, der Hersteller präziser digitaler Landkarten, soll ebenfalls mitmachen.

Mit dazu gehören aber vor allem BMW, Daimler und Volkswagen (VW). Allerdings zieren sich die Automobilkonzerne noch. Beim letzten Autogipfel hätten deren Chefs zwar Interesse gezeigt, sich dann aber nicht weiter beteiligt, erfuhr das Handelsblatt aus dem Regierungsumfeld. Merkel wolle die drei aber dabeihaben und übe entsprechend Druck aus.

Neue Anwendungen aus Fahrdaten

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Die Unternehmen sollen Fahrzeug- und Fahrdaten über die Plattform Dienstleistern zur Verfügung stellen. Auf der Basis dieser Daten sowie der Karten- und Wetterdaten sollen diese dann neue Mobilitätsanwendungen entwickeln. Das könnten beispielsweise intelligente Navigationsdienste oder vernetzte Mobilitätsangebote sein. Die Daten sollen gegen Bezahlung genutzt werden.

Wichtig bei einer solchen Plattform ist, wem die Daten gehören und wer sie hostet. Die Datenhoheit soll sichergestellt sein. Die Daten bleiben auf den Rechnern des jeweiligen Unternehmens. Die Plattform basiert auf dem Industrial Data Space, einem System, das die Fraunhofer Gesellschaft für die Industrie 4.0 entwickelt hat.

Der Betreiber könnte gemeinnützig sein

Betreiber wird eine Ausgründung der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften (Acatech), einem gemeinnützigen Verein. Dafür stellt die Regierung 18 Millionen Euro bereit. Das neue Unternehmen ist möglicherweise seinerseits gemeinnützig.

Mit dem Datenraum Mobilität soll die Möglichkeit geschaffen werden, Mobilitäts- und Verkehrsdaten zu nutzen, um Anwendungen unabhängig von und in Konkurrenz zu den großen US-Datenkonzernen wie Google zu entwickeln. "Der Datenraum Mobilität bietet damit erstmals einen technisch abgesicherten, internationalen Standard für 'Datensouveränität', der auf europäischen Werten beruht. Der Zugang zum Datenraum steht jedem offen, der diesen Standard einhält", sagte Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, kürzlich im Bundestag. "Somit entsteht ein 'Level Playing Field' zur freiwilligen Beteiligung an einem dynamischen, kreativen Vertrauensökosystem für datengetriebene Innovationen im Mobilitätssektor."

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