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Angeblicher Bitcoin-Erfinder: Craig Wright fehlt der Mut für weitere Beweise

Auf die Ankündigung folgt der Rückzieher: Der australische Unternehmer Craig Wright will nun doch nicht beweisen, dass er der Erfinder der Kryptowährung Bitcoin ist.
/ Friedhelm Greis
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Bereits im vergangenen Jahr wurde das Anwesen von Craig Wright von den Steuerbehörden durchsucht. (Bild: David Gray/Reuters)
Bereits im vergangenen Jahr wurde das Anwesen von Craig Wright von den Steuerbehörden durchsucht. Bild: David Gray/Reuters

Der australische Unternehmer Craig Wright will nun noch keine Beweise mehr vorlegen, dass er der legendäre Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto ist. "Ich habe geglaubt, Jahre der Anonymität und des Versteckens hinter mir lassen zu können. Als sich aber die Ereignisse in dieser Woche so entwickelt haben und ich mich darauf vorbereitete, den Beweis für den Zugang zu den frühesten Schlüsseln zu veröffentlichen, bin ich zerbrochen" , schrieb Wright in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) . Als Grund für die Entscheidung gab er an: "Mir fehlt der Mut. Ich kann es nicht."

Wright hatte Anfang der Woche im Gespräch mit der BBC, dem Economist und GQ behauptet , die Kryptowährung erfunden zu haben. Diese Behauptung wurde laut BBC von Kernentwicklern des Bitcoin-Teams unterstützt, wie zum Beispiel Gavin Andresen(öffnet im neuen Fenster) und Hal Finney. Als Beweis, dass er tatsächlich Bitcoin erfunden hat, soll er während des Gesprächs mit der BBC mehrere Nachrichten mit einem kryptographischen Schlüssel signiert haben, der aus der Anfangszeit der Bitcoin-Entwicklung stammt.

Nicht stark genug für die Anfeindungen

Zudem wollte Wright Informationen veröffentlichen, die es auch anderen ermöglichen sollten, seine Identität als Satoshi Nakamoto mit seiner Person in Verbindung zu bringen. Doch daraus wird nun offenbar nichts. Die Hintergründe bleiben letztlich unklar, zumal Wright selbst einräumt, dass "meine Schwäche meinen Unterstützern einen großen Schaden zufügen wird, besonders Jon Matonis und Gavin Andresen" . Sie seien nicht getäuscht worden, aber er wisse, dass die Welt das nun nicht mehr glauben werde. "Ich kann nur sagen, es tut mir leid. Und auf Wiedersehen" , schrieb Wright.

Möglicherweise ging Wright davon aus, dass auch die neuen "Beweise" seine Identität mit Natoshi nicht zweifelsfrei beweisen und seine Kritiker damit zum Verstummen bringen könnte. Der Australier war schon im Dezember 2015 als möglicher Bitcoin-Erfinder ins Spiel gebracht worden . Schon damals seien "meine Qualifikationen und mein Charakter angegriffen worden" , schreibt er weiter. Nachdem sich die Anschuldigungen als falsch erwiesen hätten, seien gleich neue aufgetaucht. "Ich weiß, dass ich nicht stark genug dafür bin" , sagt er nun.

Wright hatte zu Beginn der Woche in einem Blogpost(öffnet im neuen Fenster) eine Anleitung zur Verifikation seiner Schlüssel veröffentlicht. Auf Reddit werden daran erste Zweifel geäußert(öffnet im neuen Fenster) . Die von Wright veröffentlichte Signatur signiert nicht den von ihm behaupteten Satz, sondern ist lediglich in einer zufällig gewählten frühen Bitcoin-Transaktion von Satoshi enthalten.


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